Ein Installationsfachmann montiert ein 5G Antennelement während der Installation einer 5G Antenne (Quelle: dpa/Peter Klaunzer)
Bild: KEYSTONE

Frequenzversteigerung - 5G-Auktion geht in die 140. Runde

In Südkorea gibt es seit Anfang April ein landesweites 5G-Netz, und Samsung verkauft seit Freitag das erste 5G-Handy. Hierzulande müssen erst noch die Frequenzen versteigert werden - und das zieht sich. Von Daniel Marschke  

In Südkorea ist es bereits soweit: Seit Anfang April ist das neue 5G-Netz freigeschaltet. Damit ist Südkorea weltweit das erste Land, in dem die neuen superschnellen Mobilfunkfrequenzen landesweit verfügbar sind. Passend dazu bietet der südkoreanische Hersteller Samsung seit Freitag das weltweit erste Smartphone mit 5G-Chip an.

In Deutschland dagegen dürfte es noch zwei bis drei Jahre dauern bis kommerzielle und private Nutzer die Vorteile von 5G nutzen können: eine Datenrate von bis zu 20 Gbit/sek., Echtzeitübertragung großer Datenmengen, größere Verbindungsstabilität und kürzere Reaktionszeiten. Denn bevor der Aufbau des 5G-Netzes erfolgen kann, müssen zunächst einmal die Frequenzen vergeben werden. Dabei hat die United-Internet-Tochter Drillisch (1&1) die Versteigerung der 5G-Frequenzen in Mainz seit Mittwoch noch einmal ordentlich angeheizt.

Bundesregierung pocht auf 5G-Auflagen

Wie das IT-Portal Golem berichtet [externer Link], summierte sich die bislang erreichte Auktionssumme am Donnerstagabend auf über 3,4 Milliarden Euro - dabei bot 1&1 plötzlich wieder auf Frequenzen, auf die es eigentlich schon verzichtet hatte. Die drei anderen Anbieter - Telekom, Vodafone und Telefonica - müssen nun entscheiden, ob sie für die jeweiligen Frequenzbereiche am Ball bleiben. Mittlerweile geht die seit dem 19. März andauernde Auktion in die 140. Runde - geboten wird auf 41 Frequenzblöcke aus dem 3,6-GHz-Spektrum.

Die Bundesregierung hat die neueste "Dynamik" der Auktion begrüßt. Trotzdem wies Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag daraufhin, dass es nicht das Ziel sein könne, "möglichst viel Geld einzunehmen". Vielmehr gehe es darum, dass die späteren Frequenzinhaber die Auflagen der Bundesregierung erfüllten. So sollen 98 Prozent aller deutschen Haushalte bis Ende 2022 an das schnelle Netz angeschlossen sein, dasselbe gilt für die Verfügbarkeit entlang aller Autobahnen und wichtigen Bundesstraßen mit einer Datengeschwindigkeit - jeweils mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde.

Huawei als umstrittener Hardware-Partner

Doch die neue Technik ist umstritten - nicht nur wegen der Rolle des chinesischen Hardware-Giganten Huawei, dem weltweit führenden Anbieter der erforderlichen Hardware-Komponenten. Laut einem "Spiegel"-Bericht von Mitte März [externer Link] hat sogar der Bundesnachrichtendienst vor der Beteiligung von Huawei am Netzaufbau gewarnt - wegen zu großer Nähe zu Peking und den chinesischen Geheimdiensten. Bundesinnenminister Seehofer dagegen will einzelne Anbieter nicht pauschal ausschließen und hat stattdessen strenge Regeln für alle Hersteller angemahnt.

Beitrag von Daniel Marschke

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