Über 700 demonstranten in Zehdenick (Quelle: Peter Huth)
Video: Brandenburg Aktuell | 06.04.2019 | Huth/Polster | Bild: Peter Huth

Mehr als 700 Teilnehmer - Demonstration gegen Gasbohrungen in Zehdenick

Mehr als 700 Menschen haben am Samstagnachmittag gegen die Pläne der Firma Jasper Resources demonstriert, in den Landkreisen Oberhavel und Uckermark nach Erdgas zu bohren.

Die Demonstranten befürchten die Zerstörung der Natur in der Region. Sie kritisieren, dass sich das 300 Quadratkilometer große Erkundungsfeld über eine Vielzahl von Schutzgebieten und Wasserflächen erstreckt. Mittlerweile haben sich alle betroffenen Kommunen gegen die Gasbohrungen in Stellung gebracht.

Unterstützung erhält die Initiative "Gegen Gasbohren Zehdenick/Templin/Gransee", die die Demonstration angemeldet hat, auch vom amtierenden Zehdenicker Bürgermeister Dirk Wendland (parteilos) und seinem Templiner Amtskollegen Detlef Tabbert (Linke). Eine endgültige Entscheidung über den Bau fällt die Landesregierung.

Bereits zwischen 1974 und 1976 gab es im Raum Zehdenick fünf Bohrungen bis zu einer Tiefe von 5.000 Metern. In zwei Fällen wurden gasführende Schichten nachgewiesen, die aber aus wirtschaftlichen Gründen nie ausgebeutet wurden.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 06.04.2019, 19.30 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Eigentlich freut sich jeder Staat über eigene Bodenschätze, was ist nur los?

  2. 3.

    Lieber Südostler, das Argument, man dürfe sich in seinem Heimatbereich nur dann gegen neue Erdgasbohrungen wenden, wenn man kein Erdgas nutzt, ist genauso falsch wie die Forderung, gegen die Luftverschmutzung darf man nur protestieren, wenn man kein Auto fährt und nicht pupst. Natürlich wissen die Aktiven in der BI gegen Gasbohren auch, dass eine Aufsuchungserlaubnis in einem Wasserschutzgebiet nicht unbedingt dazu führt, dass dort auch nach Gas gebohrt wird. Es ist aber eben auch nicht ausgeschlossen. Zudem berücksichtigt "Südostler" eben auch nicht das Problem der Horizontalbohrung, einer Form in der zuerst vertikal angebohrt und dann horizontal in ganz anderen Bereichen gebohrt wird. Bitte, lieber Südostler, versuche nicht den Eindruck zu erwecken, die BI-Leute hätten keine Ahnung. Die BI-Infos sind besser als alles, was ich in Ihren Stellungnahmen je gelesen habe.

  3. 2.

    @rbb Ein Bericht über die Verflechtungen des Grundwassers, der Gewässer und anderer wasserführenden Schichten in dieser und der größeren umhgebenden Region würde mich sehr interessieren. Auch wie mögliche "Unfälle" sich langfristig auf die Qualität des Wassers auswirken ist für Bewohner und Betriebe wichtig zu wissen. Was wurde aus den bisherigen Unfällen und Verunreinigungen in anderen Fördergebieten des Unternehmens gelernt?

  4. 1.

    "Sie kritisieren, dass sich das 300 Quadratkilometer große Erkundungsfeld über eine Vielzahl von Schutzgebieten..."

    Wenn sich die Demonstranten, die sicherlich konsequent in keinster Weise Erdgas nutzen, ein wenig mit der Materie befasst hätten, dann wüssten sie, dass eine Aufsuchungserlaubnis (§11 BBergG)stets ein grob umrissenes Gebiet ist, dass niemals deckungsgleich ist mit einer späteren kleineren (Förder-) Bewilligung (§12 BBergG)identisch ist. Sie wüssten auch, dass eine Aufsuchungserlaubnis kein Freifahrtsschein für das Unternehmen ist, dass die Erlaubnis zugesprochen bekommen hat.

    Die Erlaubnis mag zwar Schutzgebiete und Wasserflächen enthalten, dass bedeutet jedoch nicht, dass dort auch gebohrt werden darf.

    Aber wer sich augenscheinlich ausschließlich bei anderen "Dagegen"-Initiativen sowie fragwürdigen TV-Dokus "informiert", kann solche wichtigen Hintergründe nicht kennen.

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