Fahrgäste steigen aus einer U-Bahn der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Alexanderplatz aus. Quelle: dpa/Monika Skolimowska
Bild: dpa/Monika Skolimowska

Plus von 13,2 Millionen Euro - BVG erwirtschaftet erneut Millionenüberschuss

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben im Jahr 2018 erneut ein sattes Plus von mehreren Millionen Euro erwirtschaftet. Einen großen Einfluss auf den noch laufenden Tarifstreit hat das aber wohl nicht, sagen BVG wie auch die Gewerkschaft Verdi. 

Mit einem deutlichen Plus von 13,2 Millionen Euro sind die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) aus dem Wirtschaftsjahr 2018 gegangen. Damit habe das Unternehmen schon fünf Mal in Folge eine positive Jahresbilanz vorgelegt, teilte ein BVG-Sprecher am Mittwoch mit. Im Vergleich zum Vorjahr sei der vorhandene Überschuss um 300.000 Euro gestiegen.

Im vorigen Jahr habe die BVG außerdem 447,2 Millionen Euro in neue Fahrzeuge, neue Gleisanlagen sowie barrierefreie und moderne Bahnhöfe investiert, hieß es. Insgesamt seien es 62,5 Millionen Euro mehr gewesen als in 2017.

Rekordzahlen bei Abos und Fahrgastzahlen

Die Zahl der Fahrgastfahrten in der wachsenden Hauptstadt sei 2018 um 3,6 Prozentpunkte gestiegen - auf insgesamt rund 1,1 Milliarden, hieß es. In der Jahresbilanz hob Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende der BVG, vor allem den kräftigen Zuwachs der Abonnements von 484.000 auf 525.000 hervor. Eine solche Steigerung bei den Stammkunden sei besonders "erfreulich" und "überproportional". 

Am laufenden Tarifstreit zwischen der BVG und der Gewerkschaft Verdi ändere der positive Jahresabschluss aber nichts, sagte BVG-Sprecherin Petra Nelken rbb|24. Zwar sei es positiv, dass die BVG ihre Gehälter selbst erwirtschafte. "Das soll uns ein kommunaler Verkehrsbetrieb erst einmal nachmachen", sagte Nelken, "aber das hat nichts mit den Tarifverhandlungen zu tun". Denn das Plus von 13,2 Millionen Euro reiche nicht, um die Lücke zu schließen, die zwischen dem Angebot der BVG und den Forderungen der Gewerkschaft klaffe.

Wenig Einfluss auf Tarifverhandlungen erwartet

Am vorigen Donnerstag haben die BVG und Verdi ihre Verhandlungen erneut ohne Ergebnis beendet. In der Folge traten BVG-Beschäftigte am Montag bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen in Warnstreik. "Mitarbeiter in der Verwaltung und Beschäftigte in Werkstätten hätten beim vorliegenden Arbeitgeberangebot deutlich schlechtere Karten", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt rbb|24 am Mittwoch. "Unser Ziel für die nächsten Verhandlungen am kommenden Donnerstag ist eine Einigung, bei der wir alle mitnehmen."

Das Millionenplus im Jahresabschluss der BVG nutze der Gewerkschaft im Tarifstreit allerdings wenig, sagte Arndt am Mittwoch rbb|24. "Wenn man es nüchtern betrachtet, kann das, was wir fordern, nicht damit bezahlt werden", räumte er ein. Stattdessen erwarte Verdi, dass der Vorstand der BVG beim Berliner Senat kommunale Zuschüsse einfordere, um den Tarifabschluss auf den Weg zu bringen. Inwiefern sich der Senat darauf einlassen könnte, war am Mittwoch noch unklar.

Sollte die Verhandlungsrunde am Donnerstag erneut ohne Ergebnis enden, seien auch weitere Warnstreiks nicht ausgeschlossen, sagte Arndt. 

Sendung: Abendschau, 03.04.2019, 19.30 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    rbb24
    Der Nahverkehr wird immer bezuschusst werden müssen wenn man keine 10€ für ne Kurzstrecke zahlen möchte .
    Sie wissen das der Hohe Schuldenstand durch Unterfinanzierung , Refinanzierung und Kredite durch Altlasten und Fremdfinanzierungen entstanden sind ?!(Stichwort VIVANTES und Co )

    Und warum werden nicht alle meine schreiben veröffentlicht ?
    Nur weil ich im allgemein die Berliner Medien richtigerweise bezichtige nicht richtig zu Recherchieren wenn es um Aussagen vom KAV geht ?
    Möchte sich der RBB der Kritik aussetzen eher pro KAV zu berichten ?

  2. 10.

    Mit grossem Zählen lässt leixht beeindrucken. Doch gehört dann zumindest auch dem Umsatz genannt. Dann bleibt von der Meinung des Autors nur noch eine schwarze Null übrig. Das ist auch gut so, den Ziel der BVG sind ja gerade nicht möglichst hohe Gewinne. Neue Schulden sollten aber auch vermieden werden.
    Insofern hat die BVG also gut gewirtschaftet.

  3. 9.

    Guten Morgen Herr König,
    man kann von einem deutlichen Plus sprechen. Mit der Höhe des Gewinns im Verhältnis zum Umsatz lässt sich nicht argumentieren. Was man sagen kann ist, dass die BVG immer noch hoch verschuldet ist und weiterhin vom Staats bezuschusst wird.
    Viele Grüße
    rbb|24

  4. 8.

    Wer sagt denn, dass öffentliche Unternehmen keinen Gewinn erwirtschaften sollen?

    Außerdem sind 13,2 Mio. EUR kein "sattes Plus", sondern armselig auf Basis eines Umsatzes von über 1 Mrd. EUR. Hier zeigt sich die wirtschaftliche Inkompetenz eines rbb und der Kommentatoren erstaunlich deutlich. Bei Renditen unterhalb der Inflationsrate vernichten wir unser öffentliches Geld.

  5. 7.

    Es scheint allgemein üblich geworden zu sein:
    Drei, vier, verschiedene Arten der Berechnung, für das Finanzamt selbstverständlich immer ein sattes Minus, für die Mitarbeiter ein verhaltenes Minus, dass die den Ernst der Lage erkennen, aber doch nicht entmutigt werden, für den Anteilseigner (hier kommunal) ein verhaltenes Plus, dass der die Früchte seiner Arbeit erkennt, aber zu keinem Gedanken der Einsparung ermutigt wird und für die P R - Bilanz selbstverständlich immer das berühmte satte Plus.

    Solange die Geschäftsführung noch weiß, was sie wem erzählt und geschrieben hat, kann das als "Spiel" betrachtet werden. Wenn sie es nicht mehr weiß, wird es ernst.



  6. 6.

    Das Geld kann man hervorragend zur Bezahlung der unterverdienenden BVGler einsetzen, damit es zu solchen Streikszenarien wiew Montag nicht kommt. Was machen die eigentlich mit dem Geld, wer sackt das ein?

  7. 5.

    Das Ganze ist doch nur eine geile PR. Wie bitte kann ein Unternehmen, was vom Land finanziert wird einen Gewinn erwirtschaften? Die BVG müsste demnach im kommenden Jahr weniger Zuschuss erhalten.

  8. 4.

    Na dann können alle Beteiligten und Frau Nikutta ja stolz auf sich sein.

    Die Fahrer verdienen immer weniger, und der Verein wird immer weiter heruntergewirtschaftet.

    Ein exemplarisches Beispiel für die falschen Prioritäten, wie sie heutzutage zählen. Ekelhaft.

  9. 3.

    Der Überschuss kommt zu Stande auf Grund der derzeitig großzügigen Zuschüsse des Landes Berlin und der geringen Bezahlung der Mitarbeiter.
    Ich empfehle mal jeden den Beteiligungsbericht zu lesen und dort die Personalaufwendungen (in Mill. Euro) durch die Anzahl der Mitarbeiter zu
    dividieren. BVG Mitarbeiter sollten dies allerdings nicht tun oder sich vorher eine Beruhigungstablette in den Hals schmeißen.
    Erstaunlich wie unterschiedlich in Berlin bezahlt wird, vor allem was die BVG und zwei weitere Unternehmen angeht (im negativen Sinne).

    https://www.berlin.de/sen/finanzen/vermoegen/downloads/beteiligungsbericht-2018_stand-19-10-2018.pdf

  10. 2.

    Dann teilt Mal mit den Angestellten und Fahrgästen...

  11. 1.

    Das Geld kann man ja auch gut fuer die Graffiti-Beseitigung gebrauchen!

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