Protestplakat gegen den Immobilienkonzern Deutsche Wohnen in Berlin-Friedrichshain, Archivbild (Quelle: Picture Alliance/Winfried Rothermel)
Bild: picture alliance

Medienbericht zur Karl-Marx-Allee - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Deutsche-Wohnen-Tochter

Der Verkauf von 675 Wohnungen in der Berliner Karl-Marx-Allee an den Konzern Deutsche Wohnen beschäftigt die Staatsanwaltschaft. Wohnungen, bei denen die Mieter ein Vorkaufsrecht hatten, sollen verteuert worden sein.

Der Verkauf Hunderter Wohnungen in der Berliner Karl-Marx-Allee an den Konzern Deutsche Wohnen beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft. Gegen Verantwortliche der Firma Predac als Verkäufer sowie einer Deutsche-Wohnen-Tochter als Käufer wird wegen Verdachts des Betrugs ermittelt. Das teilte ein Sprecher der Behörde am Freitag nach einer Vorabmeldung des Nachrichtenmagazins "Spiegel" auf Anfrage mit.

Der Vorwurf: Die Beteiligten sollen Wohnungen, deren Bewohner ein Vorkaufsrecht hatten, verteuert haben, während leere Wohnungen und Gewerbeeinheiten billiger verkauft worden seien. Mieter, die schließlich ihr Vorkaufsrecht ausübten, hätten der Deutschen Wohnen so den Erwerb der anderen Wohn- und Gewerbeeinheiten mitfinanziert. Die Anwältin einer Bewohnerin erstattete Anzeige und untersetzte diese mit einem Rechtsgutachten.

Deutsche Wohnen äußert sich nicht zu Vorwürfen

Die Predac hatte im Vorjahr 675 Wohnungen in drei Gebäuden, die in den 1990er Jahren privatisiert worden waren, an die Deutsche Wohnen verkauft. Bestimmte Mieter hatten auf Grundlage der Altverträge aber ein Vorkaufsrecht, von dem weit mehr als 300 schließlich auch Gebrauch machten.

Die meisten kauften ihre Wohnungen mit Hilfe eines vom Senat unterstützten Modells und reichten sie unmittelbar an die kommunale Gesellschaft Gewobag weiter. Andere erwarben ihre Wohnung mit Hilfe zinsgünstiger Darlehen der landeseigenen Investitionsbank für sich. Sollten die Kaufpreise überhöht gewesen sein, wären also private Käufer ebenso geschädigt wie die öffentliche Hand.

Die Deutsche Wohnen hatte entsprechende Vorwürfe schon früher zurückgewiesen. Eine Sprecherin sagte dem rbb am Freitag, das Unternehmen habe von den Ermittlungen aus der Presse erfahren. Man gehe aber davon aus, dass die Vorwürfe haltlos seien.

Sendung: Abendschau, 12.04.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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37 Kommentare

  1. 37.

    Freut euch nicht zu früh. Die Häuser in der Karl-Marx-Allee sind alle so heruntergekommen und keinen Cent wert.
    Nicht dass der Senat sie nach Erwerb abreißen lässt.

  2. 36.

    Das zeigt einmal mehr wie legitim die Forderung nach Enteignung solcher Unternehmen ist.

  3. 35.

    Wenn schon so die Dt.-Wohnen-Tochter, wie dann erst die Eltern?

  4. 34.

    Unser System ist ein gutes. Das heißt nicht, dass es nicht verbesserungfähig ist. Aber im Kern ist es gut.

    Neben einer funktionierenden Infrastruktur, mit Strom, Wasser, Gesundheitsversorgung und Bildung, sind wir so gut vernetzt, dass kein Mensch verhungern muss.

    Es gibt nicht nur ein Recht auf Bildung, es gibt sogar eine Schulpflicht. Kinderschutz ist Pflicht.
    Wir müssen uns und unsere Kinder nicht in den Tagebau zum Schuften schicken, damit wir den Tag überleben können, noch müssen wir uns oder unsere Kinder vergewaltigen lassen, um nicht zu verhungern.

    Das sind sehr weit verbreitete katastrophale Lebensbedingungen, und die sind weltweit die Regel.
    Ändern können die Menschen das nicht. Das lassen autokratische Strukturen nicht zu.

    Eine Minderheit bereichert sich absolut an der Mehrheit. Es gibt keine Chance dagegen vorzugehen.

    Also bitte:

    Betrug, Korruption, Wucher, Ausbeutung IMMER anklagen und angehen.


    Aber lasst bitte unser System an sich aus dem Spiel.

  5. 33.

    Ich bezog mich damit nicht auf unser Wirtschaftssystem sondern auf unser Staatssystem.

    Wie schon gesagt:

    Kapitalismus hat seine Schattenseiten. In einer Demokratie kann diesen aber immerhin die Grenzen gesetzt werden.

    DAS liegt aber im Verantwortungsbereich JEDES einzelnen Bürgers.

    Deshalb ist Demokratie anstrengend. Aber das EINZIG EINIGERMAßEN faire System.

    Richtig:

    Wir leben in einer relativen Wirtschaftsdiktatur.

    GOTT sei DANK leben wir in keiner absoluten Wirtschaftsdiktur.
    Beispiele für solche gibt es weltweit leider eine ganze Menge, in der Menschen nicht nur nicht gut leben können, sondern unter unmenschlichen Lebensbedingungen auf ALLEN Ebenen.

    Wir haben eine funktionierende Infrastruktur, ein funktionierendes Gesundheitssystem, das auch arme totkranke Kinder behandelt, von mir aus bis zum St.Nimmerleinstag ...

    Also BITTE :

    relative Sch... immer in einem Verhältnis sehen zu absoluter Sch...

  6. 32.

    Nope, Freiheit besteht im Kapitalismus nicht für Menschen, sondern für Waren. Deshalb ist es für Waren auch einfacher über Grenzen zu gehen als für Menschen, die aktuell beim Versuch sterben.

    Im Kapitalismus wird alles zum Mittel, um das eigene Geld zu vermehren - was man aufgrund der Inflation auch muss, sodass die Ausbeutung von Menschen wie Ressourcen nur "rational" ist. Schlechte Politik ist das natürlich trotzdem.

    Die Grundstruktur der kapitalistischen Wirtschaft ist immer noch so simpel wie der alte Kalle einst schrieb; man sieht dabei sofort welche Rolle die Menschen und deren Bedarfe spielen:
    K -> W -> K'
    Kapital --(Produktion/Kauf)--> Ware --(Verkauf)--> größeres Kapital

  7. 31.

    Die Ermittlungen wurden geführt und einer der Hauptveranrwortlichen für die Milliardenpleite, die dazu geführt hatte dass Berlin u.a. seinen Wohnungsbestand verkaufen mußte, wurde freigesprochen.

    Sie glauben doch nicht im Ernst dass unsere Justiz solche Leute verurteilt?

  8. 29.

    Diese wahren " kriminellen Clans" schauen auf die sog. " kriminellen Clans" wahrscheinlich herab wie die Postzugräuber auf Hühnerdiebe. Aber bei beiden hilft das selbe Mittel: Man muß diesen krminellen Sumpf austrocknen indem man diesen Kriminellen die finanziellen Mittel für ihre krummen Geschäfte entzieht. Also ersatzlos enteignen!

  9. 28.

    Den beschriebenen Umständen nach stinkt es gewaltig nach Betrug.

  10. 27.

    Um seine Rechte muss man sich kümmern, wenn in Gefahr sind, beschnitten zu werden.

    Um Freiheit (in Grenzen) muss man sich kümmern, wenn andere anfangen zu verdrängen.

    Das ist in diesem System MÖGLICH !

    In anderen Systemen geth das gar nicht.

    Ich kann Neokapitalismus auch nicht leiden.

    Aber dieses System, das eines der besten weltweit ist, deshalb zu diffamieren ist unlauter.

  11. 26.

    Egal, wo man hinschaut in Deutschland, sind überall Verbrecher in Anzügen und Krawatten zusammen mit vielen
    Politikern tätig, ohne jegliche Skrupel oder Moral, Hauptsache der Geldbeutel wird noch voller und die Jacht noch größer.
    Dieser grassierende Egoismus ist die größte Gefahr für unsere Demokratie und den Frieden hier.
    All diese Geldgeier und leider viele Politiker empfinden anscheinend keine Scham. Die gehören alle ins Gefängnis.

  12. 25.

    Wir sind GLÜCKLICHERWEISE für unsere Lebensbedingungen selbst verantwortlich in der Art, dass wir uns selbst dafür einsetzen können!

    Nur müssen wir es auch tun!

    Das ist die positive Seite dieses Systems.

    Die Berliner zeigen, wie es geht! Und das ist super!

    Kritik am demokratischen System ist in dem Fall inakzeptabel. Da es das einzige System ist, in dem Kritik am System zulässig und als nützlich interpretiert wird.

  13. 24.

    @ IndexKölnSamstag, 13.04.2019 | 11:55 Uhr

    Was ein glück herrscht bei uns Gewaltenteilung.
    Geschädigte dürfen sich zusammenschließen und können klagen.

    Es ist halt nur die demokratische Pflicht eines Geschädigten, das dann auch zu tun und durchzuziehen!

    Wenn das unterlassen wird, ist das nicht "Muttis" Schuld, sondern Ihre eigene.

  14. 23.

    Wo ist der Regierende Berliner Bürgermeister, der sich für die Bewohner*innen engagiert und sämtliche äußerst dubiosen Machenschaften der Deutsche Wohnen in gesetzliche Schranken weist, auch damit die Lebensqualität der betroffenen Berlin*innen das menschenwürdige Maß erreicht?

  15. 22.

    Wir haben ja bereits unsere Antwort: Enteignen!
    https://www.dwenteignen.de/

  16. 21.

    Ich verstehe die Aufregung um explodierende Mietpreise und den damit verbundenen Schw*inereien nicht.

    Solange unserer hochverehrten "Mutti" Merkel das vollkommen Latte ist, muss doch alles in bester Butter sein!

  17. 20.

    Die Arbeitsweise der Deutsche Wohnen ist doch bekannt.

    Die 508 Mieter im Gropiushaus leiden seit 2008 unter einer völlig überhöhten Miete. Mit Datum vom 01.08.2007 wurde von der Gehag (Herr Zahn) eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt, mit einer dramatisch überhöhten Miete. Es wurden einfach die Gesamtkosten durch eine Teilwohnfläche geteilt, mit dem Ergebnis, dass eine Kaltmiete von 8,78 € m² errechnet wurde, richtig waren jedoch 3,58 €/m².

    Diese WB war Grundlage beim Verkauf, es wurde eine entsprechende Rendite vorgegaukelt. Es kann nicht sein, dass der Fehler nicht erkannt wurde, im Zeitraum 2005 bis 2006 lief bei mindestens 3 weiteren vergleichbaren Objekten die Förderung aus, damit kann es nicht sein, dass eine mehr als doppelt Miete nicht erkannt wird.

    Die WB wurde vom neuen Eigentümer bei der IBB eingereicht, mit dem Ergebnis. dass sogar 9,63 €/m² kalt genehmigt wurden, mit einer Gewerbehypothek in der Mietermiete. Das alles nach 32 Jahren Förderung.

  18. 19.

    Der ehemalige SPD Finanzminister Nils Schmied in Ba-Wü verscherbelte 2012 etwa 20 000 Landeseigene Wohnungen an die Heuschrecke Patrizia Immoblien. Die reichte die Wohnungen 3 Jahre späte mit sattem Millionengewinn an die deutsche Annington weiter. Die Folge: Die SPD krachte bei den Landtagswahlen auf 12, 7 Prozent ab. Die Folge für die Mieter: Drastische Mieterhöhungen. Die Folge für Nils Schmied: Ein Plätzchen im Bundestag und der Vorsitz des auswärtigen Ausschusses. Noch Fragen?

  19. 18.

    Enteignen und ins Gefängnis! Verdrängung ist real und vor allem brutal.
    Die ganze Stadt wurde verscherbelt und ganze Kulturkieze einfach zerstört und die Mieter an den Stadtrand vertrieben. Das Problem ist nicht Zuwanderung sondern die Profitgier der großen Kaptalseigner!
    Leerstand und Spekulation wohin man schaut. Traurig und empörend ist das.

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