Ein Charterboot hat auf der Havel in Brandenburg festgemacht. (Quelle: imago/Rex Schober)
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Millionenschaden für Unternehmen - Brandenburg will Entschädigung wegen gesperrter Schleuse

Wegen der Sperrung einer Schleuse in der Uckermark hat das Land Brandenburg den Bund um Hilfe für Schifffahrtsunternehmen gebeten. In einem Brief an das Bundesverkehrsministerium forderten Wirtschaftsminister Jörg Steinbach und Verkehrsministerin Kathrin Schneider (beide SPD), die betroffenen Unternehmen zu entschädigen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag berichtet, sei der Brief am Freitag verschickt worden.

Durch die Schließung der Schleuse Zaaren seien den Unternehmen Mehrkosten von insgesamt zwei Millionen Euro entstanden, heißt es darin. Es bestehe der Eindruck, dass die Baumaßnahmen unzureichend geplant seien.

Bauarbeiten dauern länger als geplant

Anfang März hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde mitgeteilt, dass die Schleuse Zaaren an der Oberen Havel wegen Bauarbeiten drei Monate länger als bisher geplant gesperrt ist und nicht wie geplant zum Start der Wassersaison wieder öffnen kann. Die Schleuse soll nun am 1. August wieder für den Schiffsverkehr freigegeben werden. Laut der Industrie- und Handelskammer Potsdam passieren jährlich rund 10.000 Sportboote die Schleuse an der Hauptverbindung zwischen Berlin, der Brandenburgischen und der Mecklenburgischen Seenplatte. Gesperrt ist die Schleuse in Zaaren seit Beginn der Instandsetzung im November 2018.

Eine andere Schleuse ist inzwischen zwar wieder geöffnet und die Mecklenburgische Seenplatte damit wieder auf dem Wasserweg erreichbar. Die Ausweichroute über die Schleuse Garwitz in Mecklenburg-Vorpommern ist aber fast doppelt so lang wie der Weg durch die gesperrte Schleuse Zaaren.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.04.2019, 16 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Wie wäre es mit Vertragsstrafen bei Nichteinhaltung der Baudauer?

  2. 2.

    Mich wundert bei den Planungen der Landes und Bundesregierung nicht wirklich mehr etwas. Wir hier erleben gerade live den Ausbau der A45 als wichtige Nord Südverbindung noch bis 2040 mit allen täglichen Problemen. Dennoch das Thema Zaaren ärgert mich als Tourist besonders, da wir an die Seenplatte wollten und in Zehdenick starten müssen (hier sitzt unser Vercharterer). Die Aussage die Seenplatte sei wieder erreichbar ist für alle (gleich ob Tourist oder Gewerblicher ) eine Frechheit und ein Hohn zugleich. Die 200 km mehr über Elbe (wenn überhaupt befahrbar) kosten nicht nur die doppelte Zeit (Sorry wir fahren Boot...nicht Auto, Motorrad oder Flugzeug) und den doppelten Sprit. Nein für uns ist das auch bei 2 Wochen Urlaub gar nicht realisierbar. Die Gebiete die uns nunmehr Rund um Berlin über bleiben sind durch die Sperre grenzenlos überlaufen und machen keinen Spaß. Es bleibt zu überlegen ob dieses der letzte Urlaub in Deutschlands Seenreichstem Gebiet sein soll.

  3. 1.

    Wir in Deutschland bekommen bautechnisch nichts mehr auf die Reihe. Kein Vorhaben wird planmäßig fertig. Andere Staaten machen uns da einiges vor. Wir sind nur noch überheblich . Armes Deutschland!!!

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