Bäckereiunternehmens "Lila Bäcker" (Quelle: rbb)
Video: rbb24 | 18.04.2019 | Archiv/Zummack | Bild: rbb

Insolvente Kette - Lila Bäcker trennt sich von mehr als 70 Filialen

Die insolvente Bäckereikette Lila Bäcker will ihr Filialnetz von 400 auf weniger als 330 Standorte verkleinern. Von etwa 70 Filialen werde man sich trennen. Etwa jeweils die Hälfte der betroffenen Betriebe entfalle auf Mecklenburg-Vorpommern und auf die Region Berlin und Brandenburg.

Entlassungen sollen vermieden werden

Ob die Filialen geschlossen oder verkauft werden sollen, konnte sie zunächst nicht sagen. Zuvor hatte die "Ostsee-Zeitung" über die Pläne berichtet.

Dem Blatt zufolge werden seit vergangener Woche Gespräche mit den Mitarbeitern geführt. Entlassungen von Verkaufsmitarbeitern sollen demnach vermieden werden. Die Rede ist außerdem von der Abschaffung des Prämiensystems. Für das Unternehmen mit rund 2.700 Mitarbeitern ist am 1. April das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die Insolvenz läuft "in Eigenregie" mit der bisherigen Geschäftsführung und einem Berliner Anwalt. Am 13. Mai soll der Gläubigerversammlung ein Modell zum Fortbestand der Backkette vorgelegt werden.

Unternehmenssprecher Mathias Glötzner äußerte sich auch nicht zur Produktionsstätte im brandenburgischen Dahlewitz mit 120 Beschäftigten. Gerüchten zufolge soll sie geschlossen werden. Der Sender NDR 1 Radio MV berichtete, dort werde nur noch Brot gebacken.
Viele andere Backwaren kämen längst als Tiefkühlware etwa aus Polen.

Nicht mehr an Mietverträge gebunden

Experten rechneten schon damit, dass sich die Kette von einem Teil der Filialen trennt, die nicht wirtschaftlich betrieben werden. Denn durch den Insolvenzfall ist das Unternehmen auch nicht mehr an die bestehenden Mietverträge gebunden. Die Betreiber hatten zudem angekündigt, künftig mehr Snacks in Filialen anzubieten und so dem ruinösen Wettbewerb um Brot und Brötchen - in dem auch Discounter immer mehr mitmischen - zu entgehen.

Lila Bäcker gilt nach Angaben des letzten Hauptgesellschafters - der Deutschen Beteiligungs AG (Frankfurt/Main) - als eine der größten deutschen Bäckereiketten mit einem umfassenden Filialnetz. Der Umsatz war allerdings von 2016 bis 2018 von 142 Millionen auf 129 Millionen Euro gesunken.

Sendung: Inforadio, 18.04.2019, 14 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 1.

    Es ist einzig schade um den Wegfall von Arbeitsplätzen und den dahinterstehenden Mitarbeitern.
    Lila Bäcker ist für mich kein Bäcker, die Ware schmeckt auch nicht besser, als das Fertigbrot, weil es am Ende das gleiche Zeugs ist. Es sind lediglich Aufwärmshops für Teigwaren. Gebacken wird doch eh nicht mehr. Ich wünschte mir lieber, wieder mehr echte Backstuben. Aber das Risiko wird wohl kaum einer noch aufnehmen.

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