Symbolbild: Eine Brötchentüte sowie ein Kaffeebecher der Bäckereikette "Lila Bäcker". (Quelle: dpa/Büttner)
Audio: Antenne Brandenburg | 01.04.2019 | Sebastian Riesner, Gewerkschaft | Bild: dpa/Büttner

Rund 2.700 Beschäftigte - Gericht eröffnet Insolvenzverfahren für Lila Bäcker

Das Amtsgericht Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) hat das Insolvenzverfahren für die Bäckereikette Lila Bäcker eröffnet. "Die Firma ist zahlungsunfähig, aber es ist genug Masse da, um alle Kosten des Insolvenzverfahrens zu begleichen", sagte Richterin Astrid Hacker am Montag.

Laut Geschäftsleitung liegen zwei Angebote vor

Der Betrieb des Unternehmens mit rund 400 Filialen und etwa 2700 Mitarbeitern in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern laufe weiter. Der Lila Bäcker, der auch als Unser Heimatbäcker firmiert, hatte wegen Finanzproblemen im Januar Insolvenz angemeldet und dann drei Monate Insolvenzausfallgeld für die Beschäftigten von den Arbeitsagenturen bekommen.

Die Insolvenz laufe nun wieder "in Eigenregie" ab, also mit der bisherigen Geschäftsführung und einem Berliner Anwalt als "Sachwalter". Bis 13. Mai, wenn eine Gläubigerversammlung anberaumt sei, soll ein Modell zum Fortbestand der Backkette mit Produktionsstätten in Pasewalk, Neubrandenburg und Dahlewitz vorliegen. Dies könne mit Hilfe von Investoren geschehen. Derzeit liegen laut Geschäftsführung zwei Angebote unterschiedlicher Bieter vor, die vorsehen, "den Betrieb nach einer Restrukturierung im Wesentlichen vollumfänglich weiterzuführen." Die dritte Möglichkeit wäre der Weiterbetrieb über einen Insolvenzplan der jetzigen Betreiber.

Eine der größten deutschen Bäckereiketten

Experten rechnen damit, dass sich die Kette von einem Teil der Filialen trennt, die nicht wirtschaftlich betrieben werden konnten, weil man durch den Insolvenzfall auch nicht mehr an die bestehenden Mietverträge gebunden ist. Die Betreiber hatten zudem angekündigt, künftig mehr Snacks in Filialen anzubieten und so dem ruinösen Wettbewerb um Brot und Brötchen - in dem auch Discounter immer mehr mitmischen - zu entgehen.

Der Lila Bäcker gilt nach Angaben des letzten Hauptgesellschafters - der Deutschen Beteiligungs AG (Frankfurt/Main) - als eine der größten deutschen Bäckereiketten mit einem umfassenden Filialnetz. Der Umsatz war allerdings von 2016 bis 2018 von 142 Millionen auf 129 Millionen Euro gesunken.

Ein Sprecher der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten in Neubrandenburg kritisierte, dass die Insolvenz "in Eigenregie" laufen soll. Damit hätten weiter Geschäftsführer großen Einfluss, die einen starken Umsatzverlust seit Übernahme Anfang 2018 zu verantworten hätten. Die Beschäftigten forderten endlich Sicherheit.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.04.2019, 10.30 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Dass Sie ein Bäckerberuf mal erlernt haben, würde ich jetzt auch nicht anzweifeln wollen. Doch bestätige ich ebenso, was der User@ Daniel W. kommentiert. All diese großen Ketten produzieren Brot und Backware, das einem der Appetit vergeht auf solches. Besonders für Supermärkte o.Discounter. Brot schmeckt null, nach nichts. Riecht nur gut, wenn’s aus dem Ofen kommt u.das wars auch schon. Samenkörner liegen nur obendrauf. Habe es bei verschiedenen Ketten mal probiert. Grauenhaft. Die können gar nicht differenziert Backen, so wie das „ Märkische Landbrot“ beispielsweise mit mehrfach verdienter Auszeichnung, und auf den guten Geschmack hinarbeiten. Massenware ist das( nicht bloß v.Lila Bäcker)und schmeckt dementsprechend. Anzweifeln tue ich auch die Herkunft der Grundbackmischungen. Woher die wohl stammen, bei den Preisen, frage ich mich. All die guten Kleinbäcker mußten schließen in den Bezirken und Sie wollen einem hier Weißmachen, diese Aufblasbäckerkette sei doch völlig in Ordnung?

  2. 4.

    Also ich kann nur sagen dass ich ganz genau weiß welche Backware ich verkaufe dass ich auch selber Teig anrühren und knete für z.b. laugenzopf Hefezopf Wagenrad und so weiter dass unsere Brote ohne Zusatzstoffe und ohne Chemikalien gebacken werden und dass ich über jedes einzelne Produkt geschult bin wie sie zusammengesetzt sind welche Inhaltsstoffe vorhanden sind es möge sein dass du schlechte Erfahrung gemacht hast aber so schmeiße bitte nicht alle Filialen über einen Haufen mit freundlichen Grüßen ein Bäckerei lila Mitarbeiter aus Luckenwalde

  3. 3.

    Da kann man nur zustimmen ! Frag doch mal einer in einer der Filialen (auch in anderen großen Ketten)nach den Zutaten einzelner Produkte die vor Ort aufgebacken werden - wenn, dann bekommt man im besten Fall nur die Hälfte der Zutaten, weil ein Teil wie diverse Enzyme gar nicht deklariert werden müssen - und wer weiß schon wo diese Enzyme herkommen …….naja , ich denke das will keiner wissen weil es sich nicht wirklich nach Nahrungsmittel anhört. Aber googelt doch mal !

  4. 2.

    Schlechte Verkäufer gibt es überall, trotzallem sind die Produkte qualitativ hochwertig und schmecken einwandfrei! Nur weil man in einer, von 400 Filialen schlechte Erfahrungen gemacht hat, sollte man nicht alle über einen Kamm scheren...

  5. 1.

    Das ist keine "Bäckereikette" das sind Bräunungsstudios! Die wissen doch nicht was Backen ist, geschweige denn das die Mitarbeiter dort überhaupt irgend etwas wissen. Diese Kette ist so dermaßen schlecht das mich die Insolvenz nicht wundert. Das Personal weiß nicht mal was es da eigentlich verkauft. Das ist wirklich erschreckend was in diesen Filialen abgeht. Es ist schade das echt Bäcker durch solche Ketten nur vertrieben werden. Da kann ich leider nichts Gutes wünschen.

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