Gebäude der Commerzbank in Berlin (Quelle: dpa/Siegfried Grassegger)
Bild: dpa/Siegfried Grassegger

Berlin und Brandenburg - Verdi ruft zu Warnstreik bei Banken am Freitag auf

Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte zahlreicher privater und öffentlicher Banken für Freitag zu einem Warnstreik aufgerufen. Grund seien die stockenden bundesweiten Tarifverhandlungen, hieß es zur Begründung.

Die Dienstleistugsgewerkschaft Verdi hat Bankmitarbeiter in Berlin für den kommenden Freitag (17. Mai) zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Anlass sind die bundesweiten Tarifverhandlungen für die rund 200.000 Beschäftigten bei den privaten und öffentlichen Geldhäusern.

Bei einem Warnstreik Anfang April waren in Berlin und Brandenburg rund 8.000 Beschäftigte aufgerufen - in Berlin war durch den Warnstreik jede zweite Sparkassen-Filiale betroffen.

Bankenverband erwartet keine großen Probleme durch Streik

Aktuell sind in Berlin unter anderem die Beschäftigten der Landesbank Berlin, der Berliner Sparkasse, der Deutschen Bank, der Commerzbank AG Berlin Hyp und der Targobank aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. In Brandenburg sollen Beschäftigte der Investitionsbank des Landes Brandenburg, der LBS Ost und in einigen Filialen der Commerzbank in Ausstand treten.

Eine zentrale Streikkundgebung ist für 10.00 Uhr in Berlin am Hackeschen Markt vor dem Gebäude des Bundesverbandes deutscher Banken geplant.

Ein Sprecher des Bankenverbandes sagte gegenüber rbb|24, man rechne nicht mit größeren Einschränkungen für die Kunden. Die meisten Dienste, vor allem Geldautomaten und Onlineüberweisungen, würden normal funktioneren.

Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Gehalt

Verdi fordert sechs Prozent mehr Gehalt sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung. In den bisherigen drei Verhandlungsrunden hätten die Arbeitgeber kein akzeptables Angebot gemacht, so Verdi. Stattdessen seien sie lediglich zu Gehaltserhöhungen um insgesamt 3,4 Prozent in den kommenden drei Jahren bereit. "Dieses Angebot entspricht umgerechnet einer Gehaltssteigerung von rund 0,97 Prozent pro Jahr und den Beschäftigten würde hiermit ein Reallohnverlust drohen", sagte Sebastian Orthmann, zuständiger Verdi-Gewerkschaftssekretär.

Die Geldhäuser wiederum halten sechs Prozent mehr Gehalt für zuviel, das könne sich die Branche aktuell nicht leisten, so der Bankenverband. Die Geldhäuser stünden unter Druck wegen niedriger Zinsen, stärkerer Regulierung und der Konkurrenz neuer Online-Banken.

Verdi will neben einer deutlichen Gehaltserhöhung vor allem über Arbeitsbelastung und Weiterbildung verhandeln. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt bei den Banken sehr rasch und tiefgreifend, darum fordert Verdi einen verbindlichen Anspruch der Beschäftigten auf Weiterbildung. Verdi und die Banken-Arbeitgeber wollen sich am 20. Mai zu einer
vierten Verhandlungsrunde treffen.

Auch in anderen Städten sind in dieser Woche Aktionen und Warnstreiks geplant, so in Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und im
Saarland. Es sei mit Verzögerungen im Arbeitsablauf bis hin zu Filialschließungen zu rechnen, hieß es von Verdi. Die Gewerkschaft hatte bereits im April an verschiedenen Tagen zu bundesweiten Warnstreiks in mehreren Städten aufgerufen.

Sendung: Abendschau, 14.03.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Gut dass ich Push-TAN habe

  2. 2.

    Das ist Quatsch. Leider sind nur die vielen schlecht bezahlten Berufe nicht gewerkschaftlich organisiert
    AS sollte die Banker aber nicht davon abhalten, für eine faire Bezahlung zu kämpfen. Nicht jeder Banker ist gut bezahlt, nur weil die Bank Geld verdient.

  3. 1.

    Das ist blanker Hohn für viele, die wirklich in unterbezahlten Branchen arbeiten. Ich hoffe, dass wenigstens die ganzen Manager ausgenommen sind bzw. Schwerverdiener mit über 100k Jahresbrutto. In Banken ist das ja keine Seltenheit für teilweise normale Jobs, wie zB im Bereich Risikobewertung. Von anderen Beteichen, wie zB. Investment- und Corporate Banking ganz zu schweigen, die über 100k eher lachen.

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