Entwurf für ein Hochhaus von Sauerbruch Hutton am Alexanderplatz (Quelle: Lexigon)
Bild: Lexigon

Bauantrag in Arbeit - Bau von neuem Hochhaus am Alex soll 2019 beginnen

Ein Vierteljahrhundert sind die Pläne schon alt, nach denen auf dem Alexanderplatz eine neue Skyline entstehen soll - nun rückt die Realisierung näher. Im Herbst sollen die Bauarbeiten für das erste neue Hochhaus beginnen.

Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten zu einem 130 Meter hohem Hochhaus neben dem Park Inn am Alexanderplatz beginnen. Laut "Berliner Zeitung" [externer Link] hat der französische Baukonzern Covivio einen entsprechenden Bauantrag gestellt, der derzeit bearbeitet werde. Spätestens 2024 soll das 450 Millionen teure Projekt abgeschlossen sein, hieß es. Der zeitplan entspricht in etwa den Erwartungen, die das Unternehmen vergangenes Jahr äußerte, als das Projekt vorgestellt wurde.

Anfang der Woche, so heißt es weiter, habe das Baukollegium getagt - ein Berliner Expertengremium, das Investoren bei großen Bauvorhaben in Berlin berät. Dabei habe sich Senatsbaudirektorin Regula Lüscher "angetan von dem Vorhaben" gezeigt.

Bauantrag ist laut Bezirksstadtrat in Arbeit

Von allen Hochhausprojekten, die am Alex realisiert werden sollen, seien die sogenannten Zwillingstürme am weitesten gediehen, bestätigte Ephraim Gothe, Baustadtrat von Berlin-Mitte. Der Bauantrag sei in Arbeit, sagte der SPD-Politiker. Mit den Bauvorbereitungen solle noch im Herbst begonnen werden.

Das Gebäude umfasst einen 130 Meter hohen Büroturm, der durch eine vertikale Fuge wie zweigeteilt wirkt. Die beiden Seiten werden farblich verschieden gestaltet, was die optische Teilung weiter verstärkt. Der Sockel soll 36 Meter hoch werden und dem Alexanderplatz nach Norden hin abschließen. Darin sollen hochpreisige Mietwohnungen für bis zu 500 Personen entstehen.

Auch neben dem Alexa soll bald gebaut werden

Fortschritte gibt es offenbar auch bei einem weiteren Hochhausprojekt. Dabei geht es um das Gebäude neben dem Einkaufszentrum Alexa. Dort will die russische Monarch Group ein etwa 150 Meter hohes Wohnhaus mit rund 380 Wohnungen errichten. Eine Baugenehmigung für den Turm liegt bereits seit einem Jahr vor. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen, schreibt die "Berliner Zeitung". 2023 solle das Gebäude fertig sein, habe Detlev Stoecker von der Anwaltskanzlei Luther gesagt, die die Monarch Group vertritt.

Noch nicht am Start sind die drei weiteren Hochhäuser, die für den Alexanderplatz geplant sind. Das betrifft sowohl die beiden Hochhäuser, die die TLG Group am nordöstlichen Rand der Alexanderstraße geplant hat, wie auch der sogenannte Hines-Turm, ein Hochhaus mit in sich verdrehter Fassade, an der nordöstlichen gelegenen Ecke des Platzes.  

Investorenträume für eine Ost-Berliner Betonwüste

Kommentar

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Antwort auf [JohannesHerrmann] vom 06.05.2019 um 17:00
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32 Kommentare

  1. 32.

    Im Grunde genommen schiebt sich das neue Hochhausviertel, wovon dieses Gebäude ja nur der Anfang ist, wie ein Sperr-Riegel zwischen dem aus dem Dornröschenschlaf erwachenden wirklichen Zentrum Berlins und den Wohnvierteln "hinter" dem Alex.

    Die DDR hat ihren verheißenden Staatssozialismus architektonisch dem von ihr verhassten Kapitalismus nahegebracht - in Anlehnung an US-amerikanische Vorbilder, mangels eigener Phantasie.

    Es ginge anders: Jetzt - endlich - wird die historische Mitte Berlins reaktiviert, die Tram ist in hochmoderner Form auch wieder da, was nur fehlt, ist, dass urbanes Bauen nichts mit Genickstarre zu tun hat, sondern mit dem Eingeständnis, dass der Mensch zuallererst ein zu ebener Erde zu Fuß Gehender ist und seine Anschauung dort beginnt. Keineswegs ist er ein Vogel, der sich das alles aus hoher Warte anschaut.

    Ich halte das Letztgenannte für ein grundsätzliches Missverständnis von Stadt.

  2. 31.

    hubi, Dienstag, 07.05.2019 | 11:07 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 07.05.2019 um 03:48
    Die Mietenbelastung ist oftmals nicht geringer als eine Kreditbelastung. Erst recht nicht bei Paaren mit zwei Einkommen."

    3. (Fortsetzung) Für viele ausländische Käufer ist der Kauf von Eigentumswohnungen in Berlin oft eine Geldanlage mit der Hoffnung auf Mietenentwicklungen wie in London und Paris sowie Hoffnung auf Wertsteigerung bei Verkauf in ein paar Jahren.

    4. Nicht alle Berliner sind gut und doppelt verdienende, kinderlose Paare!

  3. 30.

    hubi, Dienstag, 07.05.2019 | 11:07 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 07.05.2019 um 03:48
    was sind denn normale Einkommen? Was beim Kaufen oftmals fehlt ist das Eigenkapital."

    1. Mit normalen Einkommen meine ich durchschnittliche Einkommen bzw. die untere Hälfte der Pro-Kopf-Einkommen erwachsener Berliner (Median).

    2. Das Eigenkapital fehlt für die meisten Berliner, weil deren Einkommen für die Bildung von ausreichendem Eigenkapital nicht ausreicht.

  4. 29.

    Falsch. Der Baubeginn (§ 71) setzt ein mit den baulichen Maßnahmen, die erkennbar dem Ziel der Verwirklichung des Bauvorhabens dienen. Das heißt, der Bauherr teilt der Behörde mittels eines Formulares mindestens 1 Woche vorher den Baubeginn mit. Diese Mitteilung ist die Voraussetzung für den Baubeginn. Baubehördliche Auflagen für Baubeginn und -fertigstellung sind nicht die Regel.

  5. 28.

    was sind denn normale Einkommen? Was beim Kaufen oftmals fehlt ist das Eigenkapital. Am Einkommen liegt es nicht. Insofern streiten Sie hier am Thema vorbei. Die Mietenbelastung ist oftmals nicht geringer als eine Kreditbelastung. Erst recht nicht bei Paaren mit zwei Einkommen.

  6. 27.

    mal abgesehen von allem.... WER will denn am Alex wohnen? Ein Hochhaus wäre für mich schon tabu. Aber direkt am Alex? Laut, voll, stickig... Also für Touris oder Kurzzeitzwohner ok, aber dauerhaft ist das doch wohl keine Wohngegend.

  7. 25.

    Ulrich Petzinna, Hohen Neuendorf, Montag, 06.05.2019 | 09:44 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 06.05.2019 um 00:46
    Alles leere Behauptungen. Ohne jegliche Beweise. Ich habs auch geschafft."

    Nein das ist Realität! Mag sein, dass es in Hohen Neuendorf anders ausschaut, aber in Berlin kann sich der durchschnittliche Normalvediener keine Eigentumswohnung leisten.

    Ich bin im Vorstand von 2 Wohnungsbaugenossenschaften, die gern bauen oder Häuser kaufen würden. Es ist aber in Berlin nicht mehr möglich, auf dem freien Markt Grundstücke zu kaufen und zu bebauen oder Häuser zu kaufen und dann kostendeckend ohne Gewinn zu vermieten, so dass Normalverdienende sich die Miete leisten können. Und Eigentumswohnungen sind noch teurer als Bauen auf Grundstücken oder Mietshäuser.

    Kommentar von Ulrich Petzinna = Alles leere Behauptungen. Ohne jegliche Beweise.

  8. 24.

    Annemarie Verwundert, Montag, 06.05.2019 | 09:00 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 06.05.2019 um 00:46
    Dort werden Menschen wohnen, die sich das leisten können. Warum also dieser kleingeistige Neid? Das entspannt den ansonsten heißen Wohnungsmarkt, indem solche Leute nicht in die urbanen Wohnquatiere ziehen und es dort nicht zu Verdrängungen führt, wie es in angesagten Wohngebieten derzeit passiert."

    Liebe Annemarie,
    mein Kommentar war die Antwort auf den Kommentar Nr. 11, der sich auf den Kommentar Nr. 10 bezog.

    In dem Kommentar 10 schildert jemand, das der investor sein Haus gekauft hat, um es in Eigentumswohnungen umzuwandeln. In Kommentar 11 schreibt jemand, der kommentator 10 solle sich nicht beklagen, denn er könne sich ja die Wohnung kaufen, weil sich jeder Berliner eine Eigentumswohnung leisten könne, wenn er sparen würde. Ich habe dann daraufhin geantwortet, dass sich ein Normalverdiener sicher keine Eigentumswohnung in Berlin mehr leisten könne.

  9. 23.

    Der lange Zeitraum von 25 Jahren bis zum eventuellen Baubeginn wird durch das deutsche Baurecht ermöglicht. Man kauft Land, stellt eine Bauanfrage, und ist die positiv, hat man Bauland und macht - NIX. Man wartet auf Wertsteigerung und verkauft weiter. Oder man baut hochpreisig und damit dem gestiegenen Wert angemessen. Ein einfaches Gesetz würde reichen, nach dem in einem angemessenen Zeitraum nach dem Bescheid der Bau zu beginnen hat, und wenn nicht, dann - jetzt kommt das böse E-Wort. Also tief Luft holen, dicke Backen machen und los brüllen.

  10. 22.

    Diese Hochhäuser dürften sich positiv auf die Kategorie "Hässlichster Ort in Berlin" auswirken. Sie sind auch dringend notwendig, weil der Alex im Vergleich zur Gegend um die East-Side-Gallery ins Hintertreffen geraten ist.

  11. 21.

    Immerhin Sonnencreme können sich auf dem Alex und in der Umgebung dann alle sparen. Ein Laden mit Windjacken wird dort bald guten Umsatz machen, denn wer will beim Shoppen schon frieren?

  12. 19.

    Dort werden Menschen wohnen, die sich das leisten können. Warum also dieser kleingeistige Neid? Das entspannt den ansonsten heißen Wohnungsmarkt, indem solche Leute nicht in die urbanen Wohnquatiere ziehen und es dort nicht zu Verdrängungen führt, wie es in angesagten Wohngebieten derzeit passiert. Alle jammern über die Gentrifizierung und hier am Alexanderplatz schaffen sich die "Reichen" ihre eigenen Gettos.
    Und wir "Armen" haben dann die Gelegenheit diese zu begaffen.

  13. 18.

    Ulrich Petzinna, Hohen Neuendorf, Sonntag, 05.05.2019 | 13:44 Uhr:
    "Die jetzigen Mieter können doch selber Eigentümer werden und sind auf der sicheren Seite. Aber wenn jemand sein Geld nur mit vollen Händen raus wirft und nicht spart, muss er sich anschließend nicht beklagen, über steigende Mieten in fein sanierten Wohnungen. Das ist nicht ehrlich."

    UNSINN!
    Kein normalverdienender Berliner ohne große Erbschaft wird sich diese Wohnungen leisten können! Dazu braucht man sein Einkommen gar nicht "mit vollen Händen rauswerfen". Die gegenteilige Behauptung von Ulrich Petzinna ist alles andere, aber "nicht ehrlich" (Zitat Ulrich Petzinna).

  14. 17.

    "Ein Vierteljahrhundert sind die Pläne schon alt..." In Berlin dauert eben alles etwas länger.
    Nun kann mit dem Bauen begonnen werden.
    Erwartbar Störungen wird es wohl nicht geben, weil sich auf dem Areal z.B. keine Bäume befinden, keine einzigartiges Geier zu finden ist, keine Landschaft zerstört wird, keine Umweldschäden zu erwarten sind.
    Einzig der Plan, auch hochwertige Wohnungen zu bauen, könnte ...... . Aber das wäre des Guten zuviel.

  15. 16.

    Wie zynisch muß man sein, um so etwas zu schreiben und zu denken.
    Ich werfe mein Geld nicht mit vollen Händen raus. Das Geld was ich verdiene reicht gerade so zum Leben. Wie lange denken Sie braucht man um soviel Geld zu sparen um sich diese völlig überteuerten Wohnungen kaufen zu können? 200 Jahre. ich rauche nicht, ich trinke nicht ich spiele nicht ich lasse mein Geld nicht im Puff ich habe noch nicht einmal ein Auto (brauch ich auch nicht). Also? Wo bitteschön soll das Geld herkommen?
    und, nebenbei bemerkt, nicht allles was legal scheint ist auch legal und nicht alles was legal ist auch anständig.
    Außerdem wurden unsere Wohnungen NICHT saniert! Der Eigentümer hat sogar das Reinigen des Treppenhauses eingestellt,
    Solche Einstellungen von Leuten wie Sie es sind machen eine Gesellschaft kaputt. Vollkommen ohne Gewissen!

  16. 15.

    Sicher, besonders in Berlin hat der normale Bürger mal so auf die Schnelle 300.000 € auf der Bank. in welchem Wolkenkuckucksheim leben sie eigentlich.

  17. 14.

    Wenn da wohlhabendes Klientel einzieht, wird der Alex evtl. weniger kriminell. Dagegen hätte ich nichts. Frage ist, was bei Gentrifizierung langfristig mit den ganzen Mietwohnungen in Plattenbauten passiert.

  18. 13.

    "Die jetzigen Mieter können doch selber Eigentümer werden"

    Genau! Oder werdet doch gleich selber Immobilienhai. Problem gelöst, alles ganz easy. *An den Kopf fass*

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