Symbolbild: Ein Mann geht vor der Kulisse eines leicht bewölkten Himmels über eine Brücke zwischen Paul-Löbe-Haus ins Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Bild: dpa/Monika Skolimowska

Testlauf im Wedding - Berliner Forscher wollen Brückenbau revolutionieren

Forscher der Technischen Universität Berlin testen in Berlin-Wedding neues Material für Brückenbau. In einer Halle des TU-Instituts für Bauingenieurwesen stehe der weltweit erste Brückenträger aus Carbonbeton, teilte die Hochschule mit.

Der 20 Meter lange Brückenträger solle unter anderem ein Jahr lang mit tonnenschweren Gewichten belastet werden, sagte Bauingenieur Alex Hückler. Das Material sei sehr fest, dauerhaft, robust, schone Ressourcen und sei wirtschaftlich. In Japan und Nordamerika werde es bereits eingesetzt. Eine Brücke aus einem Guss, wie sie die Berliner planen, sei aber einmalig.

Anders als gängige Stahlbetonbrücken hätten Brücken aus Carbonbeton keine Probleme mit Korrosion, so Hückler. Das Forschungsprojekt ist Teil eines Konsortiums mit weiteren beteiligten Einrichtungen.

Mehrere Brücken in Berlin sanierungsbedürftig

Viele Brücken in Deutschland sind marode. Bundesweit gibt es allein 40.000 Fluss- und Autobahnbrücken aus Stahlbeton. Etwa die Hälfte von ihnen muss in naher Zukunft ersetzt werden - unter anderem wegen Einsturzgefahr. Sperrungen und Investitionen in Milliardenhöhe sind die Folge.

Auch in Berlin sind mehrere Brücken sanierungsbedürftig. Die Mühlendammbrücke soll bis 2022 ersetzt werden, weil der Spannbeton bröckelt. Auch die Elsenbrücke muss ab 2020 abgerissen und neu errichtet werden. Eine Analyse ergab, dass die Stahlstäbe im Beton verrostet sein könnten. Auch die Oberbaumbrücke ist bis November teilweise gesperrt, weil die Fahrbahn erneuert werden muss. Seit Anfang Januar ist außerdem die Salvador-Allende-Brücke gesperrt, weil sie der Verkehrslast nicht mehr Stand hält.

Sendung: Abendschau, 27.05.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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8 Kommentare

  1. 8.

    Wollen, wollen, wollen,
    aber die Umsetzung ist hierzulande das Problem Nr. 1,
    da das bekannt ist, würde ich der TU das Geld streichen, da sie umsonst forschen.

  2. 7.

    Reduziert den Verkehr auf den Straßen, dann müßt ihr nicht ständig neue Brücken bauen.

  3. 6.

    Wenn man so wie ich beruflich viel in Deutschland her rumkommt kann man nur mit staunen feststellen wie viele Brücken nach dem Brückeneinsturtz in Italien plötzlich Teilgespert, oder gleich erneuert werden.
    Wäre das nicht passiert würden wir wahrscheinlich noch Jahre über diese Ruinen fahren und gehen!
    Bei uns in der Gegend gibt es zum Beispiel eine Eisenbahnbrücke welche in einem so erbärmlichen Zustand war das ich für mich entschieden habe, solange die Bundesbahn über solche Bauwerke fährt das Bahnfahren zu vermeiden!

  4. 5.

    In Berlin wird grundsetzlich alles NEU erfunden und mindestens2 Jahre getestet,was es weltweit schon lange gibt....

  5. 4.

    Na Mensch, @Brian... wer lesen kann, ist klar im Vorteil:
    In Japan und Nordamerika werde [das Material] bereits eingesetzt. Eine Brücke aus einem Guss, wie sie die Berliner planen, sei aber einmalig.

    Letzter Satz des Zitats ist wohl entscheidend: Nicht das Material an sich, aber seine Verarbeitung ist wohl die Neuerung.

  6. 2.

    @rbb Ein Interview dazu, was sie genau anders machen und erproben, interessiert mich auch. Bestimmt können Forschungsbeteiligte genauere Auskunft geben. Fahrbahnsanierungen, wie bei der Oberbaumbrücke, haben damit wahrscheinlich überhaupt nix zu tun ;) Oder wird der Beton auch für halbarere Fahrbahnen verbaut?

  7. 1.

    Inwiefern wird der Brückenbau denn revolutioniert, wenn man anwendet, was "in Japan und Nordmerika [...] bereits eingesetzt" wird?

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