Montagehalle des Schienenfahrzeugherstellers Stadler am 08.08.2017 in Berlin. Hier werden Züge für die Berliner U-Bahn fertiggestellt. (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Video: rbb24 | 20.05.2019 | Nachrichten | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Alstom legt Einspruch ein - Auftragsvergabe für neue U-Bahnen könnte sich verzögern

Das Vergabeverfahren der Berliner Verkehrsbetriebe für den U-Bahn-Großauftrag droht sich nun doch in die Länge zu ziehen.

Nach rbb-Informationen hat der französische Fahrzeughersteller Alstom Einspruch gegen die Entscheidung des BVG-Aufsichtsrates eingelegt, den Auftrag über 1.500 neue U-Bahn-Wagen an das Unternehmen Stadler in Pankow zu vergeben. Das bestätigte eine Sprecherin der BVG dem rbb. Den Informationen zufolge hatte sich Stadler im Aufsichtsratsgremium gegen Mitbewerber wie Siemens und Alstom durchgesetzt.

Noch am Freitag hieß es, der Siemens-Konzern werde sich nicht juristisch gegen die Vergabe des Berliner U-Bahn-Großauftrags an Stadler wehren. Laut rbb-Recherchen wollte der Münchener Konzern die Entscheidung der Berliner Verkehrsbetriebe akzeptieren.

Entscheidung kann Wochen dauern

Die Einspruchsfrist in dem Vergabeverfahren endete am Sonntagabend um Mitternacht. Nach dem fristgerecht eingegangenen Einspruch hängt der Zuschlag für das Drei-Milliarden-Euro-Geschäft wieder in der Schwebe.

Jetzt muss die Vergabekammer eine Entscheidung treffen, was voraussichtlich erst in einigen Wochen geschehen wird.

Fuhrpark ist überaltert

Die ersten U-Bahnen sollen bereits 2021 ausgeliefert werden, die letzten dann spätestens im Jahr 2033. Beworben hatten sich neben Stadler auch ein Konsortium aus Siemens und Bombardier sowie das französische Unternehmen Alstom. Den Informationen zufolge gaben Siemens und Bombardier allerdings kein gültiges Angebot ab, weil sie die Haftungsrisiken bei dem Geschäft als zu hoch einschätzten.

Stadler baut bereits die derzeit aktuelle Baureihe IK, Spitzname "Icke". Die neuen Züge werden dringend benötigt, weil der U-Bahn-Fuhrpark der BVG überaltert und störanfällig ist.

Sendung:  Inforadio, 20.05.2019, 08:40

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

14 Kommentare

  1. 14.

    Tja, als Privatperson darfst du dass, als Öffentliche Institution musst du alles ab einem bestimmten Wert Europaweit ausschreiben.
    So einfach sind die Regeln.
    Da der Berliner Senat als Eigentümer und Finanzierer der BVG Jahre lang keine Finanzierungsvereinbarung für neue Züge für die BVG gestellt hat, konnte die BVG auch keine entsprechende Ausschreibung starten.

  2. 13.

    Ich habe von Anfang an schon die Planung und Realisierung der neuen U-Bahn auf 25 Jahre geschätzt.
    Nun hat der Senat Zeit genügend Steuergelder zu verkloppen in den 25 Jahren.
    Das wird doch der Senat schaffen-oder- siehe Begegnungsstätte ; BER u.s.w. ?

  3. 12.

    Die ganzen Vorschriften sollen halt nach Möglichkeit eine Vetternwirtschaft verhindern, wo die öffentlichen Aufträge an die Kumpel der Regierung gehen. Klappt mehr oder weniger gut, aber sicherlich besser als wenn die Regierung kein transparentes Vergabeverfahren nutzen müsste.

  4. 10.

    Der Wagenpark der Busse der BVG wird zurzeit erneuert! Seit 2018 sind zwei alte Bustypen alle abgestellt worden. Diese stehen jetzt zum Verkauf oder werden bei irreparabelen Schäden verschrottet! Außerdem hat die BVG seit September 2018 neue Busse vom Typ Mercedes Benz Citaro 2 die mit der neuesten Technik und Euro VI Abgasnorm ausgestattet sind und die alten Mercedes & Solaris Busse voraussichtlich komplett ersetzen soll. Außerdem besitzt seit Anfang 2019 die BVG auch neue Elektrobusse die jetzt schon auf der Linie 142 und auf der manchmal auf der Linie 347 im Fahrgastbetrieb unterwegs sind. Ab August sollen dann die Linien 142, 147 & 347 mit diesen neuen eBussen betrieben werden,

  5. 9.

    Was geschieht mit den alten Bahnen und Bussen?
    Werden die Fahrzeuge Umweltgerecht entsorgt oder sind sie noch recyclingfähig.
    Wer weiß mehr???

  6. 8.

    und alles immer auf den Rücken der Fahrgäste bzw. Kunden.

  7. 7.

    Da bin ich mal gespannt, wie sich diese Ausschreibung weiter entwickelt. Von Seiten der BVG wurden natürlich Dinge erwartet, die ein großes Risiko für Schienenfahrzeughersteller darstellen. Warum soll der Hersteller eine Einsatzgarantie von 32(!) Jahren gewährleisten, wenn dieser die Züge selbst nicht warten darf? Bei der aktuellen Instandhaltung (Personalmangel) der BVG weiß doch niemand, wie lange die neuen Züge problemlos durch Berlin fahren können. Auch ist es nicht förderlich, die Gewichtung auf 70/30 (Preis 70%, Technik 30%) zu verlagern und somit U-Bahnen mit billiger Technik zu kaufen, anstatt auf aktuelle und bereits bewährter Technik zu setzen (Fehlerdiagnose, Bremse mit Energierückspeisung, Baukomponenten von hoher Qualität etc.). Auch ist das Datum 2021 für neue U-Bahnen nicht realistisch. Die Ausschreibung der IK war 2012 beendet und 2015 kam der erste Zug. Auch hier wird es wegen der Zulassung etc. eher 2022/2023 werden.

  8. 6.

    Ganz einfach, die Ausschreibung ist nicht formgerecht und rechtssicher und aus diesem Grunde anfechtbar. Wie bei allen anderen Ausschreibungen die dieser unfähige Senat seit Jahren veranlasst hat. Nur daher rühren diese ständigen Verspätungen bei der Auslieferung. Wenn man es einfach mal richtig machen würde, würde es erst gar nicht zu Einsprüchen kommen.

  9. 5.

    Ich versteh den ganzen Stress wegen der U-Bahn absolut nicht. ich vergebe einen Auftrag an wen ich will. Was soll dieses ganze Ausschreiben? Dieses ganze Vergabeverfahren?
    Mach ich doch im Privaten auch nicht. Das ist es woran Deutschland krankt. Am Vorschriftendschungel der sich täglich mehr und mehr ausbreitet bis keiner mehr durchsieht.
    Und wenn ich "rechtlich einwandfrei" lese, dann kann ich nur lachen ob soviel Naivität!
    Ergo: wenn die BVG mit Stadler bisher gute Erfahrungen gemacht hat, dann isses eben so. Sollen die Franzosen sich um ihren TGV kümmern.

  10. 4.

    RRG hat nichts damit zu tun, aber jede Chance wird zum Senatsbashing genutzt. Die "grünen Punkte" und Tempo 30 sind völlig am Thema vorbei, hört sich alles aber schmackig an^^. Der Kampf um.die Vergabe ist ein völlig legitimer Vorgang, wenn es auch leider den Prozess verzögert, was uns Fahrgästen schadet.

  11. 3.

    Nachtigall, ick hör`dir trapsen...
    Wenn man weiß, wer Geschäftsführer bei Alstom ist...

  12. 2.

    Was hat RRG damit zu tun, wenn ein unterlegener Bieter Einspruch gegen die Vergabe einlegt? Das ist immer möglich und gehört zu einem rechtlich einwandfreiem Vergabeverfahren dazu.

  13. 1.

    Dit iss Berlin.
    Nüscht kriegen die auf die Reihe. Einzig die Ankündigungen aus den jeweiligen Lautsprechern klappen.
    Mal sehen, wie sich dieses Versagen auf die Wählergunst niederschlägt.
    Bei der Unzufriedenheit mit der Arbeit des R2G Senats wird wohl noch eine Schippe drauf gelegt.
    Hauptsache Grüne Punkte, meditarane Sitzmöbel, Panke-Trail, Tempo30-Zonen. u.v.m

Das könnte Sie auch interessieren