Der alte Lufthansa-Hangar in Schönefeld (Quelle: Imago / Reiner Zensen)
Audio: Antenne Brandenburg | 06.05.2019 | Amelie Ernst | Bild: imago stock&people

Ausschreibung angekündigt - Flughafenchef setzt Lufthansa unter Druck

Der Berliner Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hofft, dass die Lufthansa-Technik ihren Standort in Schönefeld erhält, setzt aber auch auf andere Fluggesellschaften. "Wir haben dort große Möglichkeiten", sagte Lütke Daldrup am Montag in Potsdam. Im Jahr 2021 soll der Lufthansa-Wartungshangar verschwinden, weil dort dann der BER weiter ausgebaut werden soll. Auf andere Flächen auszuweichen, lehnte die Lufthansa im vergangenen Jahr ab.

"Wir wollen jetzt nicht länger warten", sagte der Flughafenchef im Sonderausschuss des Brandenburger Landtags zum BER. "Wir werden im Sommer ein Bieterverfahren durchführen, weil wir viele andere Interessenten haben, die Hangarflächen in Berlin errichten möchten und auch hierin ein erträgliches Geschäftsmodell sehen." Auch auf dem Vorfeld sollten Hangarflächen entstehen. Der Flughafen sei sehr optimistisch, Nutzer zu finden.

Lufthansa eventuell nur einer von mehreren Bietern

In Berlin seien viele große und kleinere Airline-Gruppen vertreten, die Interesse an Wartung hätten, sagte der der Flughafenchef und nannte etwa Easyjet und Ryanair. "Ich würde mich freuen, wenn auch die Lufthansa-Gruppe trotz ihrer Zurückhaltung in den letzten zwei Jahren sich an dem Bieterverfahren beteiligen würde", so Lütke Daldrup weiter.

Die Opposition im Brandenburger Landtag warf der Landesregierung am Montag vor, zu wenig um das Werk zu kämpfen. Ein Teil des Betriebes, die sogenannte Rohrwerkstatt, sei schon verloren. Die Lufthansa-Technik hat nach Auskunft von Brandenburgs Landesregierung bereits entschieden, ihre neue Rohrwerkstatt in Ungarn entstehen zu lassen. Derzeit arbeiteten in Schönfeld bei der Lufthansa-Technik rund 360 Mitarbeiter, davon 60 in der Rohrwerkstatt.

Betroffen vom Auslaufen des Mietvertrags für den bisherigen Schönefelder Hangar sind nach Angaben von Brandenburgs Wirtschafts-Staatssekretär Hendrik Fischer auch eine Reihe kleinerer Unternehmen mit etwa 100 Mitarbeitern.

Sendung: Radioeins, 06.05.2019, 19 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    "Wir haben dort große Möglichkeiten"
    Nö, richtig:
    Wir werden dort große Möglichkeiten haben.

  2. 3.

    Es scheint so als würde der BER der erste in Deutschland gebaute Flughafen werden. Wer hat denn die anderen geplant, gebaut und genehmigt?
    Wenn man allerdings den "Flughafenchef" immer nach den momentanen "Lieblingen" aussucht, und das waren alle bisherigen Chefs, dann darf man sich über solche Abstürze nicht wundern!
    Kostet ja ohnehin nur Steuergelder und davon scheint es ja reichlich zu geben!

  3. 2.

    Der ist genau der Sesselpupser, der von Wirtschaft keine Ahnung hat.
    Die Lufthansa wollte seinerzeit als alle noch dem irrigen Glauben unterlagen, Berlin hätte bald einen großen Flughafen mit internationalem Drehkreuz seinen Standort komplett auf Berlin verlagern. Das war anno 2012. Wegen der Berliner Unfähigkeit, einen simplen Flughafen zu bauen (weil auch hier keine Praktiker, sondern die Sesselfurzer für die Planung verantwortlich waren), hat die Lufthansa sich an einem anderen Standort orientiert. Wahrscheinlich für immer, denn solche Dinge müssen Jahre im voraus geplant werden.
    Und nun glaubt dieser Typ, er könne Druck erzeugen? Arggggh.

  4. 1.

    Wieso ausgebaut, Herr Engelbert Lütke Daldrup? Ausgebaut werden doch lediglich Ihr Gehalt und das Ihrer vielen unfähigen Vorgänger per Abfindung etc.

    BAUT doch erst einmal einen Flughafen tatsächlich, bevor Ihr ihn AUSbaut.

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