Gropius-Krankenhaus Eberswalde (Quelle: dpa/Hans Wiedl)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.06.2019 | O-Ton Susanna Karawanskij | Bild: dpa/Hans Wiedl

Medizinische Versorgung in Brandenburg - Krankenhäuser werden zu multifunktionalen Zentren ausgebaut

Angesichts des Ärztemangels in Brandenburg sollen Krankenhäuser künftig zu Gesundheitszentren ausgebaut werden. Nach den Plänen von Gesundheitsministerin Karawanskij sollen dort stationäre und ambulante Behandlung einhergehen.

Krankenhäuser in den ländlichen Regionen Brandenburgs will Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) zu Gesundheitszentren ausbauen. Dort sollen Ärzte sowohl in der stationären Versorgung als auch in der ambulanten Behandlung tätig sein, sagte Karawanskij am Montag in Potsdam. So sollen alle Krankenhaus-Standorte erhalten bleiben "aber nicht in der heutigen Form", so die Ministerin.

Pflege und häusliche Unterstützung sollen vermittelt werden

Künftig sollten dort auch weitere Leistungen wie Pflege und häusliche Unterstützung vermittelt werden. Dazu soll die Zusammenarbeit zwischen den Trägern der Einrichtungen verbessert und neue Finanzierungsmodelle entwickelt werden. Durch das Vorhaben könne die medizinische Versorgung von Patienten wohnortnah gewährleistet bleiben und es erhöhe auch die Attraktivität für Fachkräfte, so die Ministerin in einer Mitteilung.

"Zukunftsweisend ist der Umbau von Krankenhäusern der Regelversorgung zu ambulant-stationären Zentren", sagte die Ministerin. In Templin (Uckermark) wurde dafür bereits in der vergangenen Woche der Grundstein für den Umbau gelegt. Als nächste sind die Krankenhäuser in Prenzlau (Uckermark) und Strausberg (Märkisch-Oderland) in der Planung.

Susanna Karawanskij (Die Linke) (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Brandenburgs Gesundheitsministerin Karawanskij (Linke) | Bild: dpa/Christoph Soeder

Ministerin will auch mit Nachbarländern kooperieren

Insgesamt gebe es, so die Ministerin in ihrer Pressemeldung in Bezug auf die Krankenhausplanung "noch Luft nach oben". Sie strebe eine Übergreifende Krankenhausplanung auch mit Nachbarländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und auch mit Polen an. Hierzu fänden dazu bereits Gespräche auf der Arbeitsebene statt.

Hintergrund der Neuausrichtungen ist die demografische Entwicklung in Brandenburg. Nach einer Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes soll die Bevölkerungszahl etwa im Raum Templin bis zum Jahr 2040 um fast ein Viertel abnehmen, während die Zahl der Bürger im Alter über 65 Jahre um 43 Prozent steigen soll. Das mache es zunehmend schwierig, die gesamte Palette medizinischer Versorgung für die Patienten in erreichbarer Nähe zu erhalten, sagte die Ministerin.

Stipendien-Programm für Medizinstudenten

Zumal auch die schon derzeit zu wenigen Fachärzte in die Jahre kommen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung ist knapp ein Drittel der Brandenburger Hausärzte älter als 60 Jahre und geht somit bald in den Ruhestand. Daher hat Brandenburg auch ein Stipendien-Programm für Medizinstudenten aufgelegt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.06.2019, 13 Uhr

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