Rene Benko, Gründer der Signa Holding (Quelle: Picturedesk/Hans Klaus Hecht)
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Österreichischer Multimilliardär - Benkos Signa-Holding übernimmt Karstadt-Kaufhof komplett

Die Signa-Holding des österreichischen Geschäftsmanns René Benko wird zum alleinigen Eigentümer von Galeria Karstadt Kaufhof. Signa teilte am Montag mit, die restlichen Anteile der Warenhausgruppe vom kanadischen Einzelhandelskonzern Hudson's Bay Company (HBC) zu übernehmen. Bislang war HBC mit 49,99 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Signa sicherte sich zudem sämtliche Anteile am bislang gemeinsamen Immobilienbestand.

Der Kaufpreis liegt einer Mitteilung von HBC zufolge bei insgesamt rund einer Milliarde Euro. Die Kanadier ziehen sich damit - wie von einigen Investoren schon länger gefordert - aus dem schwierigen Geschäft in Deutschland zurück. HBC-Chefin Helena Foulkes sprach von einem "Meilenstein", der es ermögliche, Kapital aus dem deutschen Immobilienbestand zu schlagen und so die Bilanz zu stärken.

Das Galeria-Kaufhof-Gebäude am Alexanderplatz (l.) und das Karstadt-Kaufhaus in der Schlossstraße in Berlin-Steglitz (Quelle: Picture Alliance/Ralph Goldmann & Bildagentur-online/Joko)
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Etwa zwei Dutzend Standorte in der Region

Signa-Geschäftsführer und Galeria-Karstadt-Kaufhof-Chef Stephan Fanderl sprach von einer "guten Nachricht" für das Unternehmen. Knapp sieben Monate nach dem Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof könne der "für alle Mitarbeiter anspruchsvolle und herausfordernde Sanierungs- und Integrationsprozess mit hoher Verlässlichkeit auf der Eigentümerseite" fortgeführt werden. "Die Entscheidungswege werden kürzer und einfacher - das ist wichtig und richtig."

Signa und HBC hatten den Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof erst im Dezember offiziell vollzogen und so einen neuen Warenhausriesen mit europaweit rund 243 Standorten und rund 32.000 Mitarbeitern geschaffen. Allein in Berlin und Brandenburg betreibt der neu entstandene Konzern rund zwei Dutzend Fillialen der Marken Galeria Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sport. Mit dem Kadewe steht das größte Kaufhaus des Konzerns in Berlin.

Die Allianz war jedoch aus der Not geboren. Kaufhof und Karstadt machte seit Jahren der Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando zu schaffen, aber auch die Konkurrenz der großen Einkaufszentren. Im Gegensatz zum Erfolg vom Karstadt-Konzern, der im vergangenen Jahr in Berlin-Tegel den ersten Kaufhausneubau der Marke in 30 Jahren anschob, hatte HBC bei Galeria Kaufhof mit deutlichen Rückgängen zu kämpfen.

Benkos Salami-Taktik

Unter dem Dach der neuen Holding waren nicht nur die deutschen Kaufhof- und Karstadt-Filialen vereint worden, sondern auch die Karstadt-Sporthäuser, die europäischen Filialen der Outlet-Kette Saks Off 5th, die Galeria-Inno-Kaufhäuser in Belgien, die erst kürzlich gegründeten Hudson's-Bay-Warenhäuser in den Niederlanden sowie eine Reihe von Internet-Anbietern. Kaufhof-Eigentümer HBC hatte eigentlich als Minderheitseigentümer mit an Bord bleiben sollen.

Während das Deutschland-Geschäft nun an Signa geht und auch Galeria Inno aus Belgien bei Benkos Holding verbleibt, wird die verlustreiche niederländische Gesellschaft im Gegenzug wieder zu einer hundertprozentigen Tochter von HBC. Der 1670 gegründete kanadische Handelskonzern steckt schon länger in Schwierigkeiten. Parallel zum Deal mit Signa teilte HBC am Montag mit, ein milliardenschweres Privatisierungsangebot von einer Investorengruppe um Verwaltungsratschef Richard Baker unabhängig prüfen zu lassen.

Die von Benko 1999 gegründete Signa-Gruppe hatte zunächst in mehreren Schritten Karstadt übernommen und im vergangenen Jahr dann nach mehreren Anläufen auch die Mehrheit bei Kaufhof. Die Holding gehört mit einem Immobilienvermögen von laut eigenen Angaben mehr als 14 Milliarden Euro zu einem der größten Immobilieninvestoren in Europa. Benko hatte zuletzt auch die Möbelketten Kika und Leiner übernommen und sich bei zwei der größten Tageszeitungen Österreichs eingekauft.

Sendung: Radioeins, 11.06.2019, 10 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Es war ein großer Erfolg des Karstadt-Konzerns ? Fraglich. Zumindest wenn man hinter die Kulissen schauen würde. Was jedoch niemand vorhat. Wer glaubt das nur die sichtbaren Angestellten in den Häusern die Zeche zahlen der irrt.
    Ob Logistik, Lieferanten, Hersteller, Facility Management oder die Mitarbeiter des Lieferservice usw. der Druck auf Löhne und Konditionen erhöht sich.

    Als einzig verbliebene überregionale Warenhauskette hat Galeria eine Monopolstellung inne, die alle Trümpfe in der Hand hat um den maximalen Gewinn aus dem Konzern zu pressen.
    In Berlin zum Beispiel stehen zwei große Projekte an. Deren erste Ablehnung wird Signa nicht gefallen.
    Benko wäre nicht der geworden der er heute ist, wenn er abgelehnte Pläne auf sich beruhen läßt.
    Keiner weiß was passieren wird. Nichts dringt an die Öffentlichkeit.
    Allein dies sollte schon misstrauisch machen.





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