An einem Geschäft hängt das Firmen-Schild mit dem Logo der Bäckereikette Lila Bäcker (Quelle: ZB/Stefan Sauer)
Video: Brandenburg Aktuell | 06.06.2019 | Anja Meyer | Bild: ZB

Wohl rund 200 Angestellte betroffen - Lila Bäcker stellt Mitarbeiter frei

Offenbar ist die betriebswirtschaftliche Lage bei der insolventen Kette Lila Bäcker ernster als bislang bekannt. Noch am Mittwoch hatte es geheißen, Produktion und Vertrieb würden weitergeführt. Nun aber sollen Mitarbeiter freigestellt worden sein.  

Die Lage der insolventen Kette "Lila Bäcker" ist offenbar schlechter als bislang offiziell verkündet. In der Produktionsstätte Dahlewitz (Teltow-Fläming) sind offenbar 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung freigestellt worden, das hat das rbb Fernsehen am Donnerstag unter Berufung auf die Gewerkschaft NGG berichtet.

Insgesamt sollen ab Freitag 200 Mitarbeiter von 60 Filialen freigestellt werden. In diesen Filialen und damit in fast der Hälfte aller Niederlassungen in der Region (insgesamt 130) werde dann der Verkauf ruhen, dass heißt, sie schließen - zumindest vorläufig.

Bei den betroffenen Filialen handelt es sich zum Teil um Verkaufsbereiche in Supermärkten von Netto und Rewe. Die Marktleiter dieser Filialen wurden am Mittwochabend darüber informiert, dass die Bäckereitheken im Kassenvorraum ab Freitag nicht mehr bedient und geschlossen werden, wie mehrere Marktleiter und Mitarbeiter der "MAZ" bestätigten.

Keine Stellungnahme des Insolvenzverwalters

Noch am Mittwoch hatte es geheißen, dass die Produktion und der Vertrieb weitergeführt werden können. Dem hätten auch die Gläubigerausschüsse zugestimmt. Eine Stellungnahme des Insolvenzverwalters zu den Freistellungen war bis zum Donnerstagnachmittag nicht zu erhalten.

Die Backkette mit mehreren Produktionsstätten und 400 Läden vor allem in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hatte im Januar eine "Gruppeninsolvenz in Eigenverwaltung" angemeldet.   

Der Umsatz der Gruppe, die auch als "Unser Heimatbäcker" firmiert, lag nach eigenen Angaben 2016 bei 142 Millionen Euro, 2017 bei 138 Millionen und 2018 bei 129 Millionen Euro.

Sendung: Inforadio, 06.06.2019, 15 Uhr

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 11.

    bin ein Angehöriger die bei Lila arbeite man ist nur eine Nummer man wir verheitzt mus ständig Uberstunden machen dann wir man Freigestellt. Die Bezirksleiter entlassen die dann folgen haben ein Nerverzusammenbruch. Wenn man Urlaub haben will bekommt man ihn nicht

  2. 9.

    Wenn die Mitarbeiter in der Produktion und im Vertrieb entlassen werden- was soll dann in den Filialen verkauft werden?

  3. 8.

    Ich bin bestimmt kein Miesmacher deutscher Unternehmenskultur. Besonders dann nicht, wenn es um Arbeitsplätze in den östlichen Bundesländern geht. Aber dieses Unternehmen ist ein reines Abzockerunternehmen und mehr nicht. Menschen werden ausgebeutet mit Minijobs und sicherlich auch unterbezahlt. Das muß sich niemand gefallen lassen. Besonders die Ostdeutschen nicht. Nochmal, was diese Backfabrik produziert, ist grottenschlecht und gehört nicht hinter die Ladentheke. Und ja, ich habe mal solch Backwaren probiert und war entsetzt. Nur süß und sonst nichts. Ich denke mal, da sind gerade Kleinbäckereien qualitätsmäßig wesentlich besser gestellt. Denn diese können auch auf die Wünsche ihrer Kundschaft eingehen und für Verbesserung sorgen, falls gewünscht. In meiner Nähe gibt es auch so ein sehr fragwürdigen Bäckerbetrieb. Eine Verkäuferin sagte mir unverhohlen wie sie ausgebeutet wird. Ein ständiger Austausch d.Belegschaft findet statt. Qualität der Ware ist auch hier nicht gut.

  4. 7.

    Ich bin noch eine Angestellte Verkäuferin und sehr betroffen von dem ganzen was grad in der Firma vor sich geht. Seit 11 Jahren arbeite ich hier und wenn man frei hatte ist man eingesprungen selbst wenn am Abend zuvor noch der Anruf kam das man gebraucht wird. Man hat uns über nichts informiert wie erfahren alles nur aus dem Internet oder dem Buschfunk. Bezirksleiter lassen sich seit Wochen nicht blicken um mit uns über den neusten Stand zu reden. Man ist nur eine Personal Nr. mehr nicht. Das wir auch Familie haben hat keinen interessiert und nun weiß keiner wann es die Filiale betrifft in der man arbeitet. Es ist traurig und eine große Schweinerei wie man mit uns umgeht.

  5. 6.

    Mag vielleicht sein aber sie denken da nicht an die Mitarbeiter die jetzt arbeitslos sind. Ich finde diesen Kommentar sehr mies aber wenn man selber davon nicht betroffen ist kann man vielleicht so schreiben

  6. 5.

    Gott sei Dank ist Lila Bäcker zu. Das ist der absolute Horror gewesen.
    Habe da mal gearbeitet und wurde sehr schlecht behandelt. Kein Wunder das der zu gemacht hat.
    Jetzt kann ein freundlicher Bäcker alles übernehmen.

  7. 4.

    Lieber RBB,
    bitte benutzen Sie doch das Wort "freigestellt" nicht auch! Die Leute werden ENTLASSEN.

  8. 3.

    Dieses Aufgeblasene Unternehmen gehört geschlossen. Eine Ausbeuterfirma ist das. Mehr nicht. Nun ist es aber eben nicht passiert und was macht die Firma daraufhin, entläßt eine Anzahl an Mtarbeiterkräften. Darauf habe ich geantwortet. Und die tun mir auch leid. Ich möchte gar nicht wissen, zu welch Konditionen die übriggebliebene Mitarbeiter*innen Schuften müssen. Im übrigen habe ich schon an anderer Stelle deutlich ausgeführt wie die Firma Produziert und die Qualität der Backprodukte auch scharf kritisiert und wiederhole nochmal, diese Firma ist es nicht wert, sich dafür krum zu machen. Geschweige dort auch noch einzukaufen. Aber allem Anschein nach, scheint es den Leuten ja in der Gegend offensichtlich unvoreingenommen gut zu schmecken. Wer’s mag.

  9. 2.

    Damit die anderen Angestellten dann auch gleich noch mit in die Arbeitslosigkeit geschickt werden können? Ich denke die Angestellten tun ihnen leid? Was für ein dämlicher Vorschlag, da müsste man ja fast alles in diesem Land boykottieren.

  10. 1.

    An Scheinheiligkeit ist diese Firma nicht zu überbieten. Leute, kauft nicht mehr bei denen ein. So einfach ist das. Da tun mir die freigestellten Mitarbeiter*innen echt leid. War aber leider auch zu befürchten.

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