Gelbe Säcke werden in einen Müllwagen geworfen (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)
Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Landtag fordert Konzepte - Brandenburg will Flut von Plastikmüll eindämmen

Der Brandenburger Landtag will gegen Plastikmüll vorgehen. Die Landesregierung müsse Initiativen zur Vermeidung von Kunststoffmüll und vor allem Verpackungsabfall aus Kunststoff "auf allen Ebenen" unterstützen, heißt es in einem Beschluss des Landtags vom Donnerstag.

Der Antrag war von den Koalitionsfraktionen von SPD und Linken in das Parlament eingebracht und von der CDU mitbeschlossen worden. Die oppositionellen Grünen hatten einen eigenen Entschließungsantrag mit weitergehenden Forderungen gegen Plastikmüll vorgelegt, der allerdings keine Mehrheit fand.

Besseres Recycling und Pfand auf Kaffeebecher

Der Landtag fordert in seinem Beschluss die Landesregierung auf, sich auf EU- und Bundesebene für Verbesserungen beim Recycling von Kunststoffen einzusetzen und die Einführung einer Abgabe auf ökologisch besonders nachteilige Kunststoffverpackungen zu prüfen. Die Einführung von Pfandsystemen für "coffee- und food-to-go-Verpackungen" müsse unterstützt und gegebenenfalls mit anderen Bundesländern die Einführung einer Pfandpflicht geprüft werden, heißt es in dem Beschuss.

Weitere Forderungen sind, die negativen Umweltfolgen des Folienanbaus von Gemüse durch Wiederverwendung von Folien zu minimieren. Beim Bund müsse darauf hingewirkt werden, das Verpackungsgesetz nachzubessern und geeignete Vorschläge zur Förderung von Mehrwegverpackungen zu unterbreiten. Zudem müsse bei der Wirtschafts- und Investitionsförderung der Schwerpunkt auf Maßnahmen zur Vermeidung und Verwertung von Abfällen gesetzt werden.

Plastikmüllaufkommen in Deutschland vergleichsweise hoch

Weiter heißt es in dem Beschluss, die Landesregierung solle sich für ein Verbot von Kosmetika und Reinigungsmitteln einsetzen, die Mikroplastik und andere Kunststoffe enthalten. Bei öffentlichen Veranstaltungen sollten Mehrwegsysteme eingesetzt werden. Zudem müssten Kommunen beim Aufbau von Mehrwegsystemen Unterstützung erhalten, fordert der Brandenburger Landtag.

Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) sprach sich in der Parlamentsdebatte insbesondere gegen den massenhaften Gebrauch von Einwegbechern aus. Es gebe hier noch "viel Luft nach oben", betonte der Minister. Zudem warb Vogelsänger für eine stärkere Verbreitung von "Unverpackt"-Läden in der Mark. 

Laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie gehören die Deutschen zu den größten Plastikmüll-Verursachern in Europa. So erzeugte jeder Bundesbürger im Jahr 2016 durchschnittlich rund 38 Kilogramm Plastikmüll, wie aus dem "Plastikatlas 2019" der Heinrich-Böll-Stiftung und des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) [externer Link] hervorgeht. Das war deutlich mehr als der EU-Durchschnitt mit 24 Kilogramm.

Sendung: rbb24, 13.06.2019, 17:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

2 Kommentare

  1. 2.

    Was für ein Unsinn! Nicht ich als Verbraucher erzeuge den Plastikmüll, sondern der Hersteller. Hier wird mal wieder der Schwarze Peter an den Endverbraucher weitergereicht.

  2. 1.

    Es ist schon verwunderlich wie unsere Landesregierung retten will was zu retten ist.
    Ich glaube nicht, dass ein Gesetz für weniger Plastikmüll die Landesregierung rettet, geschweige noch das Klima.

Das könnte Sie auch interessieren