Das Wasserschloss Fürstlich Drehna. Die Ursprünge des Schloss-Standortes gehen auf eine slawische Burganlage zurück. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: ZB

Vereinbarung angekündigt - Brandenburg ebnet den Weg zum Schlösserverkauf

Mit Landesgeldern sanierte eine GmbH in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Schlösser in Brandenburg - jetzt sollen zehn davon verkauft werden. Erste Berichte darüber hatten im April für Unmut gesorgt. Jetzt gibt es erste offizielle Informationen zu dem Deal.

Um den Verkauf von zehn Schlössern, Herrenhäusern und Parks in Brandenburg abzuwickeln, wollen das Land Brandenburg und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Kürze eine spezielle Vereinbarung schließen. Das teilte das brandenburgische Kulturministerium am Mittwoch mit.

Kulturministerin Martina Münch habe die "Vereinbarung zur Überführung der Objekte der Brandenburgischen Schlösser GmbH in eine nachhaltige denkmalgerechte Eigentümerschaft und Nutzung" am Dienstag im Kabinett vorgestellt. "Demnächst" solle sie von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSG) und dem Land Brandenburg unterzeichnet werden.

Im Internet zum Verkauf ausgeschrieben

Im April war bekannt geworden, dass mehrere Schlösser in Brandenburg unter den Hammer kommen sollen. In Immobilienanzeigen tauchten unter anderem das Schloss Steinhöfel und das Schlosshotel Reichenow zum Kauf auf. Kulturpolitiker in Brandenburg zeigten sich damals überrascht und forderten, den Verkauf zu überdenken.

In der Ankündigung vom Mittwoch rechtfertigte Münch nun einen Verkauf: Mit der Vereinbarung werde dafür gesorgt, dass die Schlösser und Parks "in den nächsten Jahren in eine nachhaltige denkmalgerechte Eigentümer- und Trägerschaft überführt und somit langfristig gesichert werden", teilte sie mit.

Land gibt weiter rund eine Million Euro jährlich

Laut Kulturministerium soll es auch Bedingungen für einen Verkauf geben. So müssen die Käufer "die denkmalpflegerischen Anforderungen erfüllen und die öffentliche Zugänglichkeit der Parkanlagen gewährleisten". Der Verkauf der einzelnen Schlösser und Parks müsse vom Aufsichtsrat der BSG beschlossen werden.

Bis 2022 sollen die Schlösser verkauft sein. Verbleibende Immobilien würden "unter den beiden Gesellschaftern aufgeteilt". Bis dahin bekommt die Schlösser GmbH "zur Unterstützung des neuen Arbeitsschwerpunktes" weiter Geld vom Land - 2019 und 2020 jährlich bis zu 910.000 Euro. Über Gelder für 2021 werde je nach den bis dahin erfolgten Verkäufen entschieden.

Sieben der Schlösser vermietet

Die Brandenburgische Schlösser GmbH (BSG) wurde 1992 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Land gegründet. Sie sollte für eine denkmalgerechte Sanierung, die Erhaltung und die Pflege von Schlössern und Herrenhäusern sorgen. Seit den 1990er Jahren sanierte die Schlösser-GmbH laut Kulturministerium mehr als ein Dutzend Schlösser. Seit 2004 hält das Land nur noch 5,12 Prozent der Anteile an der BSG.

Derzeit besitzt die BSG noch zehn Schlösser, sieben sind den Angaben zufolge vermietet:

- Schloss- und Parkensemble Altdöbern
- Schloss Blankensee
- Schloss und Park Dahlwitz-Hoppegarten
- Schloss und Park Diedersdorf bei Seelow
- Schloss- und Parkensemble Fürstlich Drehna
- Schloss und Park Großkmehlen
- Schloss und Park Groß Rietz 
- Schloss und Park Lieberose 
- Schloss und Park Reichenow 
- Schloss und Park Steinhöfel

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    ... es wird aber kaum EIN Käufer den Share mit 94 % an allen Immobilien kaufen ... außerdem würde das ja ab 1.1.2020 auch der Grunderwerbsteuer unterliegen ...

  2. 3.

    5,12 Prozent Landesanteil.
    Das hört sich nach einer Share-Deal-Beteiligung an, damit der Käufer keine Grunderwerbssteuer zahlen muss.

  3. 2.

    Mir wird schlecht, wie kann man eine spezielle Vereinbarung schließen? Da darf der liebe rbb für einen Moment ungehörig sein und speziell nachfragen.

  4. 1.

    Der Ausverkauf in und von Deutschland ist im vollem Gange.

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