Bueste,Portraet des Unternehmensgruenders Werner von Siemens in der Siiemens Konzernzentrale (Quelle: dpa/ Simon)
Audio: inforadio | 27.06.2019 | Karsten Zummack | Bild: dpa/ Simon

"Werner-von-Siemens-Centre" - Forschungszentrum in Siemensstadt hat jetzt einen Namen

Auf dem Gelände des Siemens-Konzerns in Spandau wird ein neuer Wissenschaftsstandort mit dem Namen "Werner-von-Siemens Centre for Industry and Science" entstehen. Das wurde am Donnerstag im Rahmen einer Eröffnungsveranstaltung bekanntgegeben. Das Zentrum ist Teil der geplanten "Siemensstadt 2.0", für die der Konzern rund 600 Millionen Euro investieren will und für die im Sommer der städtebauliche Wettbewerb beginnen soll.

Das Werner-von-Siemens-Centre bildet den ersten Baustein eines auf gut zehn Jahre angelegten Großprojektes. Die Technische Universität Berlin (TU) soll dafür nun drei Professuren einrichten. Die Schwerpunkte werden auf Fertigungsverfahren, neuartigen Werkstoffen und digitalen Produktionsprozessen liegen - Themen, mit denen sich Siemens am Standort Spandau in den kommenden Jahrzehnten verstärkt beschäftigen will.

Ort für Forschung, Sprungbrett für Studierende

In Berlin beschäftigten sich bereits "mehr als 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit verschiedenen Aspekten des digitalen Wandels", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Mit dem neuen Forschungszentrum bei Siemens kämen nun weitere Kapazitäten dazu, die das Land mit jährlich 1,5 Millionen Euro fördert. "Auf diese Weise stärken wir Berlin als innovativen Industriestandort und leisten einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt", so Müller.

TU-Präsident Christian Thomsen kündigte an, seine Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen würden neben Expertise auch "unsere lebendige Start-up-Kultur" einbringen. Das Werner-von-Siemens-Centre soll für Studierende der TU als Sprungbrett in die Wirtschaft dienen und die Ausgründung von innovativen Unternehmen befördern. "Ich erhoffe mir von der Kooperation mit Siemens neue Fragestellungen für die Wissenschaft, neue Chancen für unsere hoch qualifizierten Absolventen und Synergie für einen Stadtteil, der systematisch ausgebaut werden soll", so Thomsen.

Das Werner-von-Siemens-Centre ist Teil der Vereinbarung, die der Senat und Siemens Ende 2018 geschlossen haben. Bisher firmierte das Projekt unter dem Arbeitstitel "Industrie- und Wissenschaftscampus" und lief parallel zur Siemensstadt 2.0. Es wurde gemeinschaftlich von Siemens, der TU Berlin, der Fraunhofer Gesellschaft und der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) gegründet. Es sei inzwischen aber stark gewachsen, sagte Siemens-Vorstand Cedrik Neike. "Wir sind mittlerweile 26 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft, die Zukunftstechnologien erforschen, testen und anwenden wollen." Das Zentrum soll Wissenschaft und Unternehmen zusammenbringen, darunter auch Start-ups. Die TU-Professoren sollen sowohl an der Universität als auch vor Ort in der Siemensstadt arbeiten.

Sendung: Inforadio, 27.06.2019, 17:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

1 Kommentar

  1. 1.

    Irre, wieviel Geld die öffentliche Hand - sprich der Steuerzahler - gibt. Da lebt es sich gut, wenn man als Firma nach Berlin geht. Viel wichtiger fände ich einen neuen Siemens-Standort im Ruhrgebiet, wo ein Strukturwandel ansteht, den Siemens begleiten und steuern könnte. Dort geht es tatsächlich um die Industriewelt 2.0.

Das könnte Sie auch interessieren