Der Siemens-Campus in Erlangen.
Video: Abendschau | 19.06.2019 | Anja Herr | Bild: imago/imagebroker

Einsparungen bei der Energiesparte - Siemens will in Berlin weitere Stellen streichen

Der Umbau der Kraftwerkssparte bei Siemens geht weiter. Deutschlandweit sollen 1.400 Arbeitsplätze wegfallen. Berlin könnte davon ganz besonders betroffen sein. Die Gewerkschaften laufen sich schon mal warm.

Siemens will in Berlin und an anderen Standorten weitere Stellen streichen. Betroffen sei diesmal die Energieübertragungssparte, teilte der Konzern am Dienstag mit. Weltweit sollen hier 2.700 Stellen wegfallen, 1.400 davon in Deutschland. Sie ist nach Informationen der IG Metall Teil der Kraftwerkssparte.

An welchen Standorten in Deutschland wieviel genau gestrichen werden soll, wurde nicht mitgeteilt. Die Standorte Erlangen und Berlin seien aber am stärksten betroffen, hieß es von Siemens.

Überkapazitäten machen dem Konzern zu schaffen

Überkapazitäten von Gasturbinen und die Energiewende machen der Kraftwerkssparte seit Langem zu schaffen. Langfristige Wartungsverträge werfen zwar weiterhin gute Gewinne ab, aber der Umsatz sank im vergangenen Quartal auf 2,8 Milliarden Euro. Siemens hatte schon im Herbst einen deutlichen Stellenabbau angekündigt und die Standorte neu aufgestellt.

Zu der Sparte gehört inzwischen auch das Geschäft mit Transformatoren und Schaltanlagen. Im Mai hatte Siemens angekündigt, dass die Energiesparte über das laufende Sparprogramm hinaus weitere 500 Millionen Euro einsparen müsse. Konzernchef Joe Kaeser will die Kraftwerkssparte bis September nächsten Jahres an die Börse bringen.

Gewerkschaft bezeichnet Kürzungspläne als Ideenlos

Die IG Metall lehnt die Abbaupläne grundsätzlich als ideenlos ab. "Der kurzfristige Abbau von Beschäftigten ist in einem langfristig wachsenden Markt mit langen Zyklen gerade angesichts zunehmenden Fachkräftemangels nicht zielführend." sagte Hagen Reimer, Leiter des Siemens-Teams bei der IG Metall.

Die Gewerkschaft werde mit den Betriebsräten alles daransetzen, dass die von Siemens angekündigten Programme zur Weiterqualifizierung der Mitarbeiter keine Lippenbekenntnissen oder halbherzige Ansätze blieben, hieß es. Der Konzern kündigte an, zeitnah mit den Arbeitnehmervertretern zu beraten und die Pläne möglichst sozialverträglich umzusetzen.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte Siemens Stellenstreichungen in Berlin angekündigt. Betroffen waren damals das Dynamowerk und das Gasturbinenwerk. Hier sollten 700 Stellen wegfallen. Die Dynamofertigung in Berlin konnte aber erhalten werden.

Sendung: Abendschau, 18.06.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

2 Kommentare

  1. 2.

    Klingt gut. Viele der Betroffenen werden einen Arbeitsplatz außerhalb von Berlin suchen und finden und Wohnungen freimachen. Dies entlastet den Wohnungsmarkt. Sarkasmus? Ja, aber wahr.

  2. 1.

    Das ist erst der Anfang der Deindustralisierung des Landes.

Das könnte Sie auch interessieren