Schilder für eine Parkzone in Berlin
Audio: rbb 88.8 | 25.06.2019 | Kirsten Buchmann | Bild: Arco Images/Schoening Berlin

Gleiche Rechte wie Anwohner - Saleh will Schichtarbeiter von teuren Parkgebühren befreien

Berliner Arbeitnehmer, die wegen Nachtschichten auf ihr Auto angewiesen sind, sollen in Parkgebührenzonen nicht voll zahlen müssen. Das schlägt der Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur vor.

Berlin will Parkzonen ausweiten

Er wolle darüber nachdenken, ob die Parkraumbewirtschaftung Arbeitnehmern, die dringend auf ihr Auto angewiesen seien, "dieselben Rechte einräumt wie den Anwohnerinnen und Anwohnern, die einen Anwohnerparkausweis haben". Als Beispiel nannte er Berliner, die zu Zeiten von ihrem Arbeitsplatz nach Hause fahren müssen, in denen es kein ÖPNV-Angebot gibt. "Ich werde diesen Gedanken mit meiner Fraktion diskutieren", sagte Saleh über die Härtefall-Idee.

In Berlin soll die Parkraumbewirtschaftung - also gebührenpflichtiges Parken im öffentlichen Straßenraum - ausgedehnt werden. Ziel ist es, in diesen Zonen das Verkehrsaufkommen zu verringern. Wer in einer Parkzone wohnt, kann einen kostenpflichtigen Bewohnerparkausweis beantragen und damit das ganze Jahr über parken.

Für Handwerksbetriebe gibt es bereits spezielle Parkausweise, die Unternehmer berechtigt, bis zu vier Fahrzeuge gebührenfrei in allen Berliner Parkzonen abzustellen. Der sogenannte "Handwerkerparkausweis" selbst ist allerdings nicht kostenlos und muss in Verbindung mit einem Arbeitsstättennachweis beantragt werden.

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9 Kommentare

  1. 9.

    Parkraumbewirtschaftung ist Willkür.
    In skandinavischen Ländern ist z.B. eine Dauer von 0,5 bis 2h kostenlos. Das verhindert Dauerparken für Besucher der Gegend, aber verprellt sie nicht, zum Shoppen ausreichend.
    In Wohngebieten ist Parkraumbewirtschaftung bei uns kompletter Quatsch, da hierzulande sich Anwohner stapeln und jeder 27 Ausnahme-Vignetten hat und für die Zahlungwilligen eh kein Platz zum Parken macht.
    Außerdem braucht man sich ebenso wenig wundern, dass man online bestellt und die Läden dicht machen.
    Wie wäre es mit Parkplätzen 100x100m?
    In den Außenbezirken wird so langsam das US-Modell übernommen, wer Gäste will, baut riesige Parkplätze auf dem Areal. In Spandau funktioniert das, z. B. Nonnendammallee, Brunsbütteler D., Freiheit...
    Die Innenbezirke in Berlin tun mir leid. Hier hilft nur die Abrißbirne und Neubau.
    Die Schichtarbeiter, mich inkl., freizustellen verstößt gegen das Gleichzeitsprinzip und ist eine Ausgrenzung aller anderen, und ist Nötigung zum ÖPNV.

  2. 8.

    In den Außenbezirken müssen auch immer mehr Menschen für einen Parkplatz bezahlen, ab 35€ aufwärts. In den Bezirken Friedrichshain Kreuzberg sollten wesentlich höhere Gebühren für eine Stellmöglichkeit genommen werden. Vielleicht bleibt etwas Geld übrig und es kann in den öffentlichen Nahverkehr investiert werden! Gerne kann sich Herr Saleh morgens zwischen 6 Uhr und 8 Uhr in die S2 Bernau-Gesundbrunnen setzen, ach nee, stellen ohne umzufallen. Die Anwohner in der City werden bestimmt nicht mehr bezahlen müssen, könnte sich bei zukünftigen Wahlen bemerkbar machen.

  3. 7.

    Bei der Gelegenheit sollte man die "Handwerker-Parkausweise" wirklich ALLEN Autofahrern zugänglich machen, damit die Pendler nicht völlig benachteiligt werden - egal zu welcher Uhrzeit.

  4. 6.

    Das finde ich ungeheuerlich. Zumindest für diejenigen, die im Schichtdienst arbeiten und Normalverdiener sind.

  5. 5.

    Sie verwechseln Dänische Kronen mit Euro. In Kopenhagen bekommt man für 900 DKK/a einen Platz in der Tiefgarage. Umgerechnet sind das 120€.
    https://www.deutschlandfunk.de/kopenhagen-ehrgeiziges-fahrradparadies.795.de.html?dram:article_id=438055

    Ansonsten ist das der nächste Nackenschlag gegen die nicht vorhandene grünen Verkehrspolitik. Das bisschen, was die bisher zustande gebracht haben, geht an der Lebenswirklichkeit der allermeisten Berliner vorbei.

  6. 4.

    ist im gesamten Öffentlichen Dienst so, dass man auf dem Gelände der Dienstbehörde bezahlen muss als Beschäftigter

  7. 3.

    Wie wäre es denn, anstelle über Fahrzeuge und deren Abstellen nachzudenken... Die dafür investierte Kraft mal in Gedanken zur Verbesserung des ÖPNV in Richtung 24/7-Betrieb umzuwandeln.

  8. 2.

    Im Zuge dessen kann man ja gleich die Parkausweise teurer machen. In Berlin werden sie ja im wesentlichen für eine Verwaltungsgebühr rausgegeben, wohingegen in Städten wie Kopenhagen mehrere hundert Euro verlangt werden.

  9. 1.

    Wär doch mal ein guter Anfang. Empörend ist auch, dass z.b. Berufsfeuerwehrleute Parkgebühren entrichten mussten, um auf dem Hof der Wache stehen zu dürfen. Mein Mann ist inzwischen pensioniert, daher weiß ich nicht, ob das immer noch so läuft. Manche Wachen sind in Industriegebieten, wo es keine Parkplätze gibt. Der Senat nimmt es hemmungslos von den eigenen Leuten.

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