Der Stand von Paypal auf der ITB 2019 in Berlin. (Quelle: imago/IPON)
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Verdi warnt - Paypal will in Berlin offenbar massiv Stellen streichen

Paypal floriert, dank des steigenden Internethandels. Trotzdem will der Zahlungsdienstleister laut der Gewerkschaft Verdi an seinem Berliner Standort mehr als 300 Mitarbeiter entlassen. Das Unternehmen selbst spricht davon, den Standort "neu zu strukturieren".

Der Zahlungsdienstleister Paypal will offenbar in Berlin rund 87 Prozent der Stellen abbauen, das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Montag mit. Demnach sollen am Standort der Konzerntochter Papal Europe in Wilmersdorf 309 der aktuell 355 Stellen wegfallen, darüber habe der das Unternehmen am 18. Juni den Betriebsrat informiert.

Paypal bestätigte am Montag das Vorhaben, den Standort im Berliner Stadtteil Wilmersdorf "neu zu strukturieren". Der Vorschlag des Unternehmens sehe vor, "dass Teile der Arbeit von den Teams in Berlin Wilmersdorf an andere PayPal- oder Standorte externer Partner verlegt werden", teilte eine Sprecherin am Montag mit.

Betriebsrat verhandelt

Zu den Auswirkungen auf die einzelnen Mitarbeiter und Teams machte Paypal zunächst keine Angaben. "Dieser Vorschlag unterliegt der Mitbestimmung durch den Betriebsrat am Standort Berlin Wilmersdorf", hieß es. Paypal strebe an, bei den anstehenden Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan eng mit dem Betriebsrat zu kooperieren.

Der Paypal-Betriebsrat steht bereits in Verhandlungen mit dem Arbeitgeber. "Klares Ziel ist, die Arbeitsplätze vor Ort zu erhalten", sagte Betriebsratschef Anselm Mathes. Inwieweit das möglich sei, würden die nächsten Tage und Wochen zeigen.

Die Gewerkschaft zeigte sich "angesichts der hervorragenden Unternehmensergebnisse" der vergangenen Jahre überrascht von den geplanten Entlassungen. Die Paypal-Aktie hat seit dem Börsengang im Juli 2015 deutlich an Wert zugelegt. Wurde diese im ersten Jahr noch für teilweise unter 30 Euro gehandelt, steht sie mittlerweile bei über 100 Euro; besonders seit Jahresbeginn hat sie deutlich dazugewonnen. Denn Dank des steigenden Internethandels hat das Mutterunternehmen in San Jose in den ersten drei Monaten dieses Jahres verglichen mit dem Vorjahreszeitraum seinen Gewinn um 31 Prozent auf 667 Millionen Dollar steigern können.

Sendung: rbb UM6 | 24.06.2019 | 18 Uhr

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