Eine Demonstrantin trägt auf der Kundgebung eine Fahne von Verdi (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Bild: dpa/Fabian Sommer

Berliner Kitas betroffen - AWO-Mitarbeiter wollen ab Donnerstag streiken

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft alle Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Berlin ab Donnerstag zu einem dreitätigen Warnstreik auf. Am 13., 14. und 17. Juni sollen demnach etwa 1.800 Beschäftigte die Arbeit niederlegen.

Dadurch kann es ab Donnerstag zur Schließung von Kitas und anderen Einrichtungen der AWO Berlin kommen. "Wir werden selbstverständlich versuchen, Einrichtungen auch an den drei Streiktagen zu öffnen. Jedoch werden sich Schließungen nicht vermeiden lassen", so Galle. Ziel sei es jedoch, eine Notfallbetreuung in anderen Kitas anzubieten. Die AWO bittet die betroffenen Eltern, sich an den jeweiligen Kita-Träger zu wenden.

Die Arbeiterwohlfahrt betreibt in Berlin nach eigenen Angaben aktuell 45 Kindertagesstätten.

Für Freitagmorgen, 14. Juni, plant Verdi eine Kundgebung vor der AWO-Geschäftsstelle in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain. Von dort aus soll ein Demonstrationszug zu einer Kundgebung vor der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie führen.

Deutlich schlechtere Bezahlung

Verdi fordert die Anpassung der derzeitigen Entgelttabellen der AWO auf das aktuelle Niveau des Tarifvertrages der Länder (TV-L). Erzieherinnen und Erzieher, die bei der AWO beschäftigt sind, werden zurzeit deutlich schlechter bezahlt, als solche, die nach TV-L entlohnt werden. "Die Beschäftigten der AWO in Berlin sind nicht mehr bereit, diese Ungleichbehandlung hinzunehmen", so Verdi-Verhandlungsführerin Meike Jäger.

Die AWO bietet ihren Mitarbeitern nach drei Verhandlungstagen eine Tarifsteigerung von durchschnittlich acht Prozent bis zum Ende des Jahres 2021 an. Das Angebot stelle "eine absolute wirftschaftliche Schmerzgrenze dar", teilte Markus Galle, Pressesprecher der AWO Berlin, rbb|24 mit.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 17. Juni statt.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

12 Kommentare

  1. 12.

    Tja, die AWO... Sozial geht anders. Gemeinnütziger Verein... Aber auch Gewerkschaften und Kirchen sind als Arbeitgeber nicht immer sozial

  2. 11.

    Alle wollen immer nur billig, dass hört bei den Eltern nicht auf. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ihr eure Kinder in Kitas bringen könnt. Engagiert euch mal mehr dafür, dass die Menschen, die sich tagsüber um eure Kinder kümmern, gut und fair bezahlt werden, damit diese Erzieher euren Kleinen auch weiterhin mit Freude gegenüber treten können.
    Für dieses rumgejaule solltet ihr euch schämen. Nehmt doch einfach frei und unternehmt etwas mit euren Kindern. Letztendlich habt ihr euch, warum auch immer, für das Kinder bekommen entschieden. Wenn externe Abgabestätten dann mal nicht funktionieren, ist es halt so.

  3. 10.

    Man könnte vermuten, durch die späte Weitergabe von Informationen sollte verhindert werden, dass Eltern sich rechtzeitig auf die Betreuungssituation einstellen und womöglich sich mit den streikenenden Erzieherinnen solidarisieren?
    Sie können über das Elterbündnis"Kitahelden " gut nachvollziehen , das die Gewerkschaft umfassend am 07.06 über den kommenden Streik informiert hat.

  4. 9.

    Wenn das so ist, wurde diese Information nicht an die Eltern der betreffenden Kitas weitergegeben. Wir haben erst gestern nachmittag (!) vom bevorstehenden Streik erfahren.

  5. 8.

    Es wurde bereits am früh am Freitag, den 07.06, alle Einrichtungen der AWO über den kommenden Streik informiert. Das ist im Vergleich zu Streikmassnahmen in anderen Branchen eine sehr moderate Vorlaufzeit.

  6. 7.

    Bei allem Verständnis für die Situation der Erzieher - eine Vorankündigung des Streiks wäre fair gewesen. Aber gleich drei Tage in Folge ohne Vorwarnung zu streiken ist vollkommen unangemessen und trifft wieder nur die falschen!

  7. 6.

    Wir denken auch an die Kinder.
    Wenn wir die Tarflücke zum öffentlichen Dienst nämlich nicht schliessen, haben die AWO- Kitas bald noch weniger Personal. Ich weiss nicht ob einem "Fassungslosen Vater" damit geholfen wäre???
    Der AFD Vergleich ist absolut lächerlich.....

  8. 5.

    Der AFD-Vergleich ist sehr lustig. Wenn es bei Ihnen nicht um "Geld Geld Geld" geht, nehmen Sie doch unbezahlten Urlaub! Denken Sie mal an Ihr Kind und unternehmen Sie was mit ihm, während die Mitarbeiter sich dafür engagieren, dass die Qualität der Betreuung gesichert wird.

  9. 4.

    Geld Geld Geld.......
    Bei allem Respekt. An die Kinder denkt keiner. Ja die Erzieher (aller Geschlechts) leisten einen hervorragenden Job, und sollen auch angemessen entlohnt werden. Aber die Art und Weise wie „ver.di“ hier Kindern und Eltern als Geiseln missbraucht ist einfach unverschämt. Diese „Gewerkschaft“ ist die AfD der Tarifpolitik ....

  10. 3.

    Hoffentlich machen auch viele AWO Kollegen*innen mit. Stellt euch nur mal vor wir würden mit 1800 Menschen und 45 geschlossenen Kitas gemeinsam für eine faire Bezahlung auf die Strasse gehen. Warum sollten wir auch weiterhin 10% weniger Lohn bekommen, als die Beschäftigten beim Land Berlin? Falls sich nichts ändert, dann suche ich mir einen neuen Arbeitgeber!

  11. 2.

    Die AWO versucht krampfhaft mit Plakataktionen neue Erzieherinnen zu finden: "Wir wollen dich". Stattdessen einfach ordentlich zu bezahlen, wäre wohl angebrachter.

  12. 1.

    Ja, die Löhne müssen steigen.

Das könnte Sie auch interessieren