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Audio: Inforadio | 01.07.2019 | Thomas Weber | Bild: imago/Heike Lyding

Juni 2019 - Niedrigste Arbeitslosenquote seit 1991 in Brandenburg

Während in Berlin die Arbeitslosenzahlen im Juni bei 7,8 Prozent stagniert sind, kann Brandenburg die niedrigste Quote seit 1991 verbuchen. Hier liegt die Arbeitslosenquote bei 5,6 Prozent.

Während sich in Berlin im Juni 2019 die Lage am Arbeitsmarkt nur ganz leicht verbessert hat, ist die Arbeitslosigkeit in Brandenburg auf dem niedrigsten Stand seit 1991. Das geht aus den aktuellen Arbeitsmarktzahlen hervor, die die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit am Montag bekanntgegeben hat.

In der Mark waren demnach 74.356 Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,6 Prozent. Im Mai waren es 5,7 Prozent gewesen.

In Berlin blieb die Quote im Juni unverändert bei 7,8 Prozent. Matthias Loke von der Regionaldirektion bei der Bundesagentur für Arbeit sagte dem rbb dazu:  "Es hat das Sommerloch vielleicht ein bißchen stärker zugeschlagen." Die schwächere Dynamik in Berlin könne nach dem starken Beschäftigungswachstum mit Sättigungseffekten zu tun haben - oder wegen der globalen Krisen ein Vorzeichen neuer Zurückhaltung sein.

Ausbildungsplätze für Jugendliche noch offen

Angestiegen ist in Berlin die Zahl der Arbeitslosen zwischen 15 und 25 Jahren. 12.274 junge Menschen waren hier auf Jobsuche – das ist ein Plus von 3,1 Prozent zum Vorjahresmonat. In Brandenburg stieg diese Quote um nur 0,5 Prozent.

Jugendliche, die eine Ausbildung beginnen wollten, hätten dennoch derzeit sowohl in Brandenburg als auch in Berlin gute Chancen auf eine Stelle, bilanzierte Bernd Becking, der Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit in Berlin-Brandenburg. "Noch immer sind in Berlin fast 7.800 Ausbildungsplätze offen und in Brandenburg circa 7.000, die die Unternehmen weiter anbieten", so Becking.

Berliner Arbeitsmarkt sucht Fachkräfte

In Berlin suchten die Unternehmen weiterhin nach Fachkräften, sagte die Berliner Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke) laut einer Pressemitteilung als Reaktion auf die Arbeitsmarktzahlen.  "Viele Möglichkeiten für die Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften aus Drittstaaten bestanden bereits. Die wichtigsten Veränderungen durch das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz sind, dass die Beschränkung auf Mangelberufe wegfällt", so die Senatorin.

Außerdem werde die Prüfung abgeschafft, ob ein Arbeitsplatz vorrangig von deutschen oder anderen EU-Staatsangehörigen besetzt werden kann, so Breitenbach weiter. Sie kritisierte, dass die Regelungen der neuen Gesetze selbst für Experten "zu kompliziert und unübersichtlich" seien. So sei die Chance, Menschen, die bereits im Land seien, erleichterte Bleibeperspektiven, vertan worden.

Brandenburgs Arbeitsministerin weist auf Wandel der Arbeitswelt hin

Brandenburgs Arbeitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) wies in einer Pressemitteilung daraufhin, dass der derzeit in Brandenburg "florierende" Arbeitsmarkt die beste Gelegenheit sei, "jetzt mit Weiterbildung an Morgen" zu denken. Denn der Wandel der Arbeitswelt werde in kürzester Zeit jeden unmittelbar treffen. "Nutzen Sie die Zeit für Ihre Zukunft", appellierte die Ministerin auch an diejenigen, die derzeit arbeitssuchend sind.

Weniger Langzeitarbeitslose

Sowohl in Berlin als auch in Brandenburg verringerte sich im Juni die Zahl derer, die ein Jahr und länger ohne Arbeit sind. "Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank in Berlin und in Brandenburg im Vergleich zum Vorjahr jeweils um mehr als 4 500", hieß es. "Das ist in Berlin ein Rückgang um 10,7 Prozent." In Brandenburg waren es 13,7 Prozent weniger Langzeitarbeitlose.

Sendung:  Antenne Brandenburg, 01.07.2019, 11:30 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Da liegen Sie leider im Irrtum da beide Arbeitgeber beim Arbeitsgericht das Bestätigt haben mich deshalb entlassen zu haben...im übrigen gilt dieses Gesetz bezüglich der Gleichstellung das erst nach der Probezeit greift nur in Deutschland...im übrigen Europa gilt diese Gleichstellung ab dem 1. Arbeitstag...in diesem Punkt ist das Gesetz nicht EU konform und muss von der jetzigen Regierung geändert werden.

  2. 2.

    Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass der Grund für Ihre Entlassung in Ihrer Behinderung lag. Zumal kein Arbeitgeber so etwas offen benennen würde. Vielleicht waren es andere Gründe.

    Dem Arbeitgeber bleibt es während der Probezeit unbenommen, jemandem wieder zu kündigen, wenn es nicht passt. Das steht selbstverständlich nicht unter Strafe.

    Läge es an Ihrer Behinderung, hätte man Sie sicher gar nicht erst eingestellt. Viel Glück, dass Sie bald etwas für beide Seiten Passendes finden.

  3. 1.

    Das gilt aber nicht für Menschen mit Behinderung den diese will kein Arbeitgeber in seinem Betrieb in Brandenburg haben, was schade ist. Weiß wovon ich schreibe da ich selbst einer bin, nur leichte Behinderung und mit Gleichstellung, bin seit meinem Umzug von NRW bei 2 Unternehmen, kommunalen, als Busfahrer tätig gewesen und nur deswegen nach 2 bzw 3 Monaten wieder entlassen worden. So ein Verhalten gehört sich definitiv nicht und solche Unternehmen sollten deswegen hohe Strafen erhalten. Sollte allerdings dann Deutschlandweit greifen. Trotzdem sollte das auch von der BA mitgeteilt werden wie viele Menschen mit Behinderung keinen Job haben das würde die Sache objektiver machen.

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