Filiale von Kräuter Kühne, fotografiert am 09.07.2019 (Bild: rbb)
Video: Abendschau | 09.07.2019 | Andrea Everwien | Bild: rbb

Zehn Filialen mit 50 Mitarbeitern - Kräuter Kühne stellt Betrieb in Berlin ein

Das Berliner Traditionsunternehmen "Kräuter Kühne" steht vor dem Aus. Wie der Eigentümer dem rbb bestätigte, wird die Produktion am Standort Berlin beendet. Den 50 Mitarbeitern wurde bereits gekündigt.

Die Firma Bio-Diät-Berlin und die dazugehörigen zehn Filialen von Kräuter Kühne stellen ihren Betrieb zum 30. September dieses Jahres ein. Wie der Eigentümer, der bayerische Konzern Dermapharm, dem rbb bestätigte, wird die Produktion am Standort Berlin beendet. Die Geschäfte werden geschlossen. Filialen gibt es unter anderem in Steglitz, Charlottenburg und Pankow. Kräuter Kühne verkauft lose Heilkräuter und Gewürze, neben Tees und anderen Arzneiprodukten.

Den etwa 50 Mitarbeitern wurde gekündigt. Laut Aussage einer Mitarbeiterin sind sie Mitte Juni plötzlich mit der Schließung konfrontiert worden. Einen Betriebsrat gibt es nicht. 

Einzelne Produkte werden weiter produziert

Dermapharm begründete die Schließung damit, dass sich das Kräuter-Kühne-Sortiment nicht "langfristig profitabel fortführen" ließe. Einzelne Produkte allerdings, wie zum Beispiel das Chianaöl, sollen über bestehende Konzernressourcen weiter vertrieben und vermarktet werden.

Dermapharm hatte das Heilkräuter-Unternehmen vor gut zwei Jahren gekauft. Bis dahon war das Unternehmen 70 Jahre lang von Hans-Joachim Kühne familiengeführt gewesen. Seit 1957 hatte Kräuter Kühne seinen Sitz in Berlin.

Sendung: Abendschau, 09.07.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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33 Kommentare

  1. 33.

    Eine Berichtigung des Artikels:

    Tatsache ist, das Kräuter Kühne nicht nur in Berlin, sondern auch an den anderen beiden Standorten Hanover und München geschlossen werden und auch der Onlinehandel wird eingestellt.

  2. 32.

    Wer lesen und denken kann ist klar im Vorteil.
    Kräuter Kühne war ein traditionelles Kräuterhaus mit gut untersuchten Kräutern, so dass man sich seine Tees selbst mischen konnte. Verkauft wurde es ja erst vor zwei Jahren an die genannte Pharmafirma und natürlich sind die nicht daran interessiert, dass sich Menschen mit Heilkräutern selbst behandeln, sondern an dem Verkauf ihrer Pharmaprodukte.
    Gut wer noch einen Garten hat und sein Kräuter selbst anbauen kann, wenn es auch deutlich mühsamer ist und so die Sachen nicht im Labor getestet werden können.

  3. 30.

    Falls Sie mich meinen sollten, in Sachen“ persönliche Kontakte“, da haben Sie aber gerade selbst ein Eigentor geschossen. Tut mir leid für Sie. Wenn Sie sich schlecht beraten und behandelt fühlen in einer Apotheke, so wie Sie es dargestellt haben. Dann sollten Sie es vielleicht so machen wie ich das mehrfach bei schlechten Verkaufsgesprächen auch schon gemacht hatte, nämlich deutlich sagen, dass Ihnen der Service nicht zusagt und verlassen den Ort. Seit Jahren schon kenne ich meinen Hausapotheker und ich kann Ihnen nur Raten, sich auch eine Apotheke auszusuchen, wo man nicht auf Masse setzt, sondern auf Kundenfreundlichkeit. Übrigens hätte schon Ihr Arzt auf die Wechselwirkung dieser Medikamente hinweisen müssen. Aber ich gehe mal davon aus, das Sie sich Rezeptfreie Medikamente besorgt hatten. Übrigens, nicht alles was im Internet nachzulesen ist, muß der absoluten Wahrheit entsprechen. Denn Pharmaunternehmen stecken oft dahinter. Beipackzettel immer lesen reicht oft schon aus.

  4. 28.

    Da hat ein Pharma-Konzern die Konkurrenz aufgekauft, um sie dichtzumachen. Warum auch immer der Sohn vor 2 Jahren verkauft hat, aber die Motivation von diesem Pharma-Unternehmen, Kräuter-Kühne zu kaufen, liegt doch auf der Hand.
    Dass das Internet Schuld ist, denke ich nicht, der Laden war eigentlich immer gut besucht. Man konnte sich ja immer auch gleich ein bißchen umschauen und beraten lassen.

  5. 27.

    Sie könnten aber im Internet nach Läden in Berlin schauen und dann dorthin fahren ;-) Ich habe übrigens mal gesurft. Auch Kühne betreibt einen Onlinehandel. Ich habe familiär bedingt in Süddeutschland mein Kräuterhaus und bestelle aus Verbundenheit natürlich dort. Niemand muss im Internet bestellen. Übrigens muss man auch nicht rbb24 lesen, man kann auch eine Tageszeitung aus Papier kaufen. Alle, die das Internetshopping ablehnen, sollten mal überlegen, wie sie das Internet nutzen. Wie gesagt, Zeitungen gibt es zb beim Kiosk :-D

  6. 26.

    Ja, das Internet ist unser Unglück!

    Allerdings lege ich keinerlei Wert auf die von Ihnen angesprochene Art von "persönlichen" Kontakten. Und meine Erfahrung mit der kuscheligen Apotheke von nebenan, von der Sie schwärmen: Reiche Rezept über die Theke, mufflige junge Dame bleibt sitzen, betätigt gelangweilt Gerät, Schachtel wird ausgespuckt, sie reicht sie mir, kassiert, kann sich gerade noch zum "Wiedersehn" aufraffen. Ich hatte ein entzündetes Auge. Die vielbeschworene "Beratung" in Apotheken habe ich - besser als je in diversen Läden - im Internet erlebt, wo man mich erstmals (!) darauf hinwies, dass sich die Wirkung zweier von mir oft geholter Medikamente gegenseitig aufheben würde. Aber ich möchte nicht Ihr Weltbild ins Wanken bringen und Sie Ihrer Illusionen berauben.

  7. 25.

    Danke für Ihre Info. Doch ich muß Sie enttäuschen. Denn ich gehöre nicht zu den permanenten Online Kunden. Ganz im Gegenteil. Ich kaufe im Internet sehr preiswert nur gebrauchte Bücher, da ich von meiner Rente leider keine Neuen jedesmal kaufen kann. Dafür nutze ich die Amazon-Plattform für gebrauchte Bücher um mir die Angebote anzuschauen. Liefern tun jedesmal die jeweiligen Händler. Wie ich hier schon beschrieb, ziehe ich immernoch, solange die Möglichkeit besteht, eine persönliche Fachberatung und Kauf jederzeit vor. Werde somit zu Kräuter Kühne gehen, um mich mit bestimmten Kräutern noch einzudecken. Im übrigen endet mein Vertrag um Online zu gehen nächste Jahr und ich werde diesen auch nicht verlängern. Dann geht es ab in die Bibliothek. Habe ein gut funktionierendes Rentnerhandy zu sehr günstigen Optionen. Da ich kein großartiger Telefonierer bin, komme ich selten über eine monatl. Rechnung von mehr als 10 Euro hinaus. So kann’s auch gehen.

  8. 24.

    Was machen Sie mich denn an? Es ging nur um einen Tipp, wie man die überhöhten Apothekerpreise vermeiden kann... Sie müssen daraus nicht gleich einen ideologischen Streit machen. Viel Spaß bei dieser Art der Kommunikation.

  9. 23.

    Genau, das Internet hat solche Läden wie Kühne kaputt gemacht. Außerdem ist der persönliche Konakt oft angenehmer als alles anonym im Netz zu bestellen, aber genau dahin wird unsere Gesellschaft "abdriften". Wahrscheinlich wird 90% der Bevölkerung eh nicht mehr aus dem Haus gehen, sondern nur noch bestellen und nach Hause liefern lassen - wie die Dicken im Film wall-e. Traurig.

  10. 21.

    Hab da noch nie eingekauft... werde ich also nicht vermissen. Kräuter etc. gibt es auch woanders in Bioqualität. Und wer genau diese Produkte der Firma haben will bestellt sie eben beim Mutterkonzern. Einzelne Produkte bleiben ja erhalten. Rest gibt es auch anderswo.

  11. 20.
    Antwort auf [Hans] vom 10.07.2019 um 12:13

    Kräuter bekommen Sie schon noch. In Apotheker werden viele angeboten. Nur eben zum Apothekerpreis. Auch das zeichnete Kräuter Kühne besonders aus.

  12. 19.

    Danke Ihnen für diese Ausführungen. Mein Kommentar war ähnlich gelagert. Ihrer ist sachbezogen sehr richtig. Meiner hingegen wurde wohl zurecht nicht veröffentlicht. Zu persönlich.

  13. 18.

    Was soll das? Weil alles von früher schlechter war? Weil es Menschen wie mich gibt, die finden, dass nicht alles online ablaufen muss? Weil unser Stadtbild immer hässlicher wird und es kaum noch Fachgeschäfte gibt? Kaiser zurück? Nein. Mauer wieder hoch? Muss nicht. Schöne Läden, geschultes Personal, besserer Service? Auf jeden Fall!!! Sie reagieren undifferenziert und kindisch. Mich in die "doofe, alte Ewiggestrige" Ecke stellen zu wollen ist zudem respektlos. Ja, wir haben schon vor mehr als zwei Jahrzehnten befürchtet, dass alles so besch***en wird, wie es jetzt ist. Und haben versucht unseren kleinen Teil dazu zu tun, das zu verhindern. Die meisten machten aber auf Lemming. Und unsere Stadt wird immer monotoner und hässlicher, die Servicewüste inklusive. Das ist jetzt besser? Nicht wirklich. Kräuter Kühne ist jetzt auch weg. Buchläden gibt es kaum noch. Eisenwarengeschäfte uvm.- Fehlanzeige. Wir haben ja Malls, Hirnbach und das Internet. Die Ladenflächen gehen über in Internetcafés, Spätis und Spielhallen. Wow. Schöne neue Welt...

  14. 17.

    Ja, das sehe ich auch so. Der Onlinehandel ist sehr schädigend. Wiederum kann "Kräuter Kühne" ja nur wegfallen weil der Sohn verkauft hat, obwohl die Geschäfte gut gelaufen sein sollen. Die Gründe wissen wir nicht warum es zu dem Verkauf kam, aber das Resultat ist fatal. Sehr, sehr traurig.

  15. 16.

    Danke für die Anmerkung. Besonders solch kleine Fachbetriebe wie dieses Geschäft hätten gar nicht erst an solch ein Unternehmen verkauft werden dürfen. Leider so auch geschehen mit vielen anderen kl. Familienfachbetrieben. Der Onlinhandel ist zwar nicht mehr wegzudenken und gehört nun zum Alltag dazu. Doch so wie ich ziehen weiterhin immernoch viele Kunden eine persönliche Beratung und ein Gespräch vor. Das war, wie hier bei Kräuter Kühne immer der Fall gewesen. Selbst mein Hausapotheker nimmt sich einfach die Zeit, wenn er den Laden nicht gerade voller Kundschaft hat und hält ein privates Schwätzchen mit mir. So hält man sich seine Treue Kundschaft.

  16. 15.

    Oh, wie schön, Sie unterschreiben hoffentlich auch eine Petition, dass unsere gute alte Tageszeitung (die, von der die Finger immer so schön schwarz wurden, und die man hinterher noch zum Ausstopfen nasser Schuhe verwenden konnte) gerettet wird? Dieses neumodische Internetz muss einfach weg. Braucht kein Mensch. Macht die Leute auch nur verrückt. Aber mal ehrlich: Wollen wir nicht auch gleich noch eine Petition lostreten gegen dieses Radio mit Bildern? Oder überhaupt gegen Radio? Und dann diese pferdelosen Droschken. Oder die Eisenbahn! Und Telefon! Wird nur Schindluder mit getrieben. Wenn einmal in der Woche die Postkutsche vorbeikommt, reicht das völlig aus. Hoffentlich ist man dann nicht gerade zum Einkaufen auf dem Marktplatz, wo es immer ein vielfältiges Angebot gibt (total regional und saisonal). Wir Bürger müssten viel mehr dafür tun, dass sich nichts verändert. Nie. Früher war alles besser. Ick will meene Mauer wiederham. Und den Kaiser.

  17. 14.

    Da merkt der Pharmakonzern, dass viele Leute wieder vermehrt auf alternative Heilmethoden zurückgreifen anstatt chemische Tabletten zu schlucken und schließt das Unternehmen. Sehr schade! :(

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