Der neue Chef der Bäderbetriebe in Berlin, Johannes Kleinsorg (r), bei seiner Vorstellung am 30. Juli 2019 (Quelle: rbb/Sebastian Schöbel)
Audio: Inforadio | 30.07.2019 | Sebastian Schöbel | Bild: rbb/Sebastian Schöbel

Johannes Kleinsorg wechselt in die Hauptstadt - Neuer Chef der Berliner Bäderbetriebe kommt aus Leipzig

Die Berliner Bäderlandschaft ist bunt und vielfältig, aber auch ziemlich marode. Nur die wenigsten der 61 Bäder sind auf dem neuesten Stand. Mit Johannes Kleinsorg aus Leipzig bekommen sie nun einen neuen Chef - und der Manager darf ordentlich investieren.

Der 57-jährige Johannes Kleinsorg ist der neue Chef der Berliner Bäderbetriebe. Er werde zum 1. September als Vorstandsvorsitzender antreten, teilte die Senatsverwaltung am Dienstag mit. Damit wird Kleinsorg Nachfolger von Andreas Scholz-Fleischmann, der im vergangenen April in Ruhestand gegangen war. Nach Senatsangaben war Kleinsorg von 2014 bis 2019 als Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Leipzig tätig.

Große Aufgabe: Bauarbeiten mit geregelten Öffnungszeiten zu vereinbaren

"Die Berliner Bäderbetriebe sind für unsere Stadt von enormer Bedeutung", sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) laut Mitteilung. "Wir wollen sie noch leistungsfähiger, noch verlässlicher und noch gästefreundlicher machen. Das sind große Aufgaben, für deren Erfüllung ich dem neuen Vorstandsvorsitzenden viel Erfolg wünsche."

Die Herausforderung für Kleinsorg wird sein, zahlreiche Baumaßnahmen und stabile Öffnungszeiten unter einen Hut zu bringen. Der in Göttingen geborene Manager setzt auf seine Erfahrung bei kommunalen Energieversorgern und verspricht, sowohl die Servicequalität für die Badegäste als auch die Arbeitsbedingungen für das Personal verbessern zu wollen. Bei den Eintrittspreisen, so der 57-Jährige, sehe er hingegen zunächst keinen Änderungsbedarf.

Insgesamt 120 Millionen Euro für Sanierungen und Neubauten

Im Januar hatten die Verantwortlichen der Bäderbetriebe mehrere umfassende Sanierungen angekündigt. Das Land Berlin habe dazu Rückstellungen in Höhe von 60 Millionen Euro gebildet, sagte Matthias Oloew, Sprecher der Bäderbetriebe, rbb|24 am Dienstag. Weitere 60 Millionen Euro stünden für den Neubau der beiden Kombibäder in Mariendorf und Pankow zur Verfügung. Nach Angaben der Senatssportverwaltung sollen die beiden neuen Bäder bis 2024 und 2025 entstehen.

"Der neue Bäderchef hat einen große Herausforderung vor sich", kommentierte Stefan Förster, sportpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. "Er muss die Bäder modernisieren, die Wasserfläche besser zum Nutzen von Vereins- und Schulsport und den Einzelschwimmern verteilen, wirtschaftlicher agieren und den Berliner Bäder-Betrieben ein moderneres Image verpassen."

Früherer Bäder-Chef Hensing forderte neues Bäderkonzept

Dass die Aufgabe als Berliner Bäderchef eine echte Herausforderung ist, hat das Beispiel von Ole Bested Hensing gezeigt. Der Däne galt als Hoffnungsträger und hatte seinen Posten am 1. Mai 2013 angetreten. Er traf auf marode und defizitäre Schwimmbäder sowie auf einen anhaltenden Besucherschwund. Gleichzeitig sollte er das Schul- und Vereinsschwimmen möglichst nicht antasten.

Der Däne steckte nicht zurück, sondern eckte kräftig an: Sei es, dass er gleich zu Beginn seiner Amtszeit Millionen für die Schwimmbad-Sanierung forderte, oder dass er öffentlich sagte, fünf moderne Kombibäder bauen zu wollen - ohne die Politik vorher einzuweihen.

Dennoch schaffte es Hensing, eine Debatte über die Berliner Bäder anzustoßen. Diese gipfelte in einem neuen Bäderkonzept und dem Bewusstsein, dass eine Modernisierung der Bäderlandschaft nicht umsonst zu haben ist. Doch Hensing war nicht lange dabei: Nur zwei Jahre nach Amtsantritt bat er um eine Vertragsauflösung - aus privaten Gründen.

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Wollen Sie allen Ernstes behaupten das das Video- und Fotomontagen waren?
    "Medienrealität und Realität sind nicht unbedingt immer das selbe." Aha:

    www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/--4006686
    www.tagesspiegel.de/berlin/gewalt-am-beckenrand-braucht-berlin-eine-schwimmbad-polizei/24592932.html
    www.tz.de/muenchen/stadt/muenchen-ort29098/muenchen-sheriffs-im-freibad-randalieren-drohen-konsequenzen-12525253.html
    www.welt.de/vermischtes/article197548839/Duesseldorf-Erneut-Randale-von-60-Jugendlichen-im-Rheinbad.html
    www.br.de/nachrichten/bayern/brennpunkt-freibad-gewalt-beim-baden,RX9kuH7

  2. 6.

    Manche aus bestimmter Himmelsrichtung haben wohl zu oft "Oh wie schön ist Panama" gelesen.

  3. 4.

    Was soll dieser Kommentar ? Lesen Sie zu viel Magazinberichterstattung ?

    Medienrealität und Realität sind nicht unbedingt immer das selbe.

    Die Angstmache erschreckt mich !

  4. 3.

    Fragen sie mal Diepgen, „Wowi“ oder Müller, die dem SEZ keine Aufmerksamkeit geschenkt haben.
    Man wollte es einfach nicht verstaatlichen, sanieren und den Bäderbetrieben zuführen. War ja Ost-Scheiß... der obendrein noch intakt war...
    Die Bezirksverwaltung Friedrichshain-Kreuzberg sowie der Bezirksbürgermeister Dr. Schulz beanstandeten, dass der Investor seine vertraglichen Verpflichtungen nicht vollumfänglich eingehalten habe.
    "Nicht vollumfänglich", dass ich nicht lache. Ich sehe nur Schutt und Asche wenn ich täglich dort vorbeifahre.
    Man wollte uns Ossis ganz klar aus Neid das SEZ wegnehmen und verrotten lassen.

    Lösung:
    SEZ im Anwohnerinteresse den Berliner Bäder-Betriebe (BBB) zwangsüberhelfen. Schließlich hat Berlin Millardenüberschuß (Kollatz)

  5. 2.

    Wann bekommt Berlin mal wieder eine Freizeitanlage wie damals das Blub oder SEZ

  6. 1.

    Bitte bei den Sanierungsarbeiten auch Sicherheitsdetektoren für den Check-In und PCs für Listen von Personen die ein Hausverbot wegen Radale haben, einplanen. Danke.

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