Neubauwohnungen in Berlin-Mitte. Quelle: dpa/R. Schlesinger
Bild: dpa/Robert Schlesinger

Immobilienmarktbericht - Boom am Berliner Wohnungsmarkt lässt etwas nach

Immer mehr Wohnungen der Luxusklasse werden in Berlin verkauft, im vorigen Jahr wechselte die teuerste Wohnung für sieben Millionen Euro den Besitzer. Doch in manchen Bereichen hat der Preisboom leicht nachgelassen.

Noch nie wurden in Berlin durch den Verkauf von Wohnungen so hohe Umsätze erzielt wie im vergangenen Jahr. Das geht aus dem Immobilienmarktbericht hervor, den der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin veröffentlicht und die Senatsverwaltung für Wohnen am Montag präsentiert hat. Demnach wurden in Berlin im vergangenen Jahr rund 27.500 Immobilien für insgesamt rund 19,2 Milliarden Euro verkauft. 

Auffällig: Bei den Umsätzen wurde in der Hauptstadt ein neuer Rekord erzielt - während die Zahl der Käufe um 11 Prozent gesunken ist. Ein zunehmender Anteil der Immobiliengeschäfte in Berlin spielt sich also im oberen Preissegment ab.

Sieben Millionen Euro für eine Wohnung an der Museumsinsel

Weiterhin groß ist die Nachfrage nach unbebauten Grundstücken für den Wohnungsbau und nach Büroflächen in der Innenstadt. Wegen der begehrten Gewerbeimmobilien verzeichneten die Gutachter auch einen deutlichen Anstieg der Bodenrichtwerte.

Der Preisanstieg bei Ein- und Zweifamilienhäuser sowie bei Wohn- und Geschäftshäusern schnellte im vorigen Jahr erneut um 13 Prozent in die Höhe. Die Preise für Mietwohnhäuser stiegen auch - allerdings fiel die Preissteigerung mit 7 Prozent zumindest etwas schwächer als im Vorjahr aus. Die Hauptstadt wird für Mieter, Hausbauer und Grundstückskäufer weiterhin teurer. In einigen Segmenten steigen die Preise aber etwas weniger rasant als in den Vorjahren.

Die teuerste Wohnung des Jahres 2018 ist 300 Quadratmeter groß und liegt am Werderschen Markt nahe der Museumsinsel. Sie wechselte für sieben Millionen Euro ihren Besitzer. Ein Villengrundstück in Dahlem brachte sogar einen Kaufpreis von zehn Millionen Euro.

Gutachter erwarten sprunghaften Anstieg bei Verkaufsumsätzen

In einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Wohnen, sprach sich Staatssekretär Sebastian Scheel deshalb für "weitere mietpreisregulierende Gesetze" aus, "damit alle Berlinerinnen und Berliner sich Wohnen auch zukünftig leisten können". Da die Nachfrage nach Bauland nach wie vor hoch ist, brauche Berlin aber auch geänderte Gesetzesvorgaben durch den Bund. Zu begrüßen sei aber, dass im vorigen Jahr weniger Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt wurden.

Lange halten wird der Umsatzrekord von 2018 aber vermutlich nicht. Für das Jahr 2019 erwarten die Gutachter einen sprunghaften Anstieg um 47 Prozent, weil voraussichtlich viele hochpreisige Neubauten und große Büro- und Geschäftshäuser in der Innenstadt fertiggestellt und verkauft werden.

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3 Kommentare

  1. 3.

    Das ist ein guter Schritt die Stadt von Anarchos zu befreien. Weiter so! Danke RRG!

  2. 2.

    Gegen das Wirtschaftsgebahren der sogenannten Investoren will Frau Lomscher nichts tun!? Luxuswohnungen mit m2Preisen um die 20 mille ist nur als Festung innerhalb derStadt denkbar. Wie hoch die laufenden Betriebskosten sind, ist mit normalem Mietrecht garnicht zu erfassen. Diese Einheit Wird also eher nicht genutzt. Wenn Sie da abschöpfen würde, wäre es zumindest für die Infrastruktur dienlich. Allein die Bewirtschaftung einer solchen Einheit bedarf mindestens eine Ak 8 Stunden 7Tage die Woche. Hausmeister/sicherheitsdienst/Dienstpersonal. All diese Leute wohnten zu Kaiserszeiten und danach im Hinterhaus und in der DienstbotenKammer. Nun müssen sie von vor der Stadt rangkarrt werden. Mit subventionierten(!) Fahrscheinen.

  3. 1.

    Schön zu lesen, dass das Land Berlin Sagenhafte 1.14 Mrd. Steuern (6% Grunderwerbssteuer) eingenommen hat! Viel Geld um Wohnbauprojekte anzuschieben oder? Ach ich vergaß: Die Heuschrecken zahlen ja keine Grunderwerbssteuer - deshalb ist BERLIN so arm...<Ironie off>

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