Karte: E-Scooter Konzentrierung in Berlins Mitte. (Quelle: rbb24)
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Video: rbb|24 | Camilo Toledo | 11.07.2019 | Bild: rbb|24

Exklusive rbb|24-Datenanalyse - Allein in Berlin-Mitte stehen schon 2.200 E-Scooter

Tausende Leih-E-Scooter sind bereits in Berlin unterwegs - das zeigt eine rbb-Datenanalyse. Die Anbieter beteuern, einen Beitrag zur Verkehrswende zu leisten. Doch sie stellen ihre Roller bisher fast nur in der Innenstadt auf. Von Robin Avram und Götz Gringmuth-Dallmer

Wer in diesen Sommertagen die Gegend rund um den Checkpoint Charlie abläuft, muss sich nicht nur an salutierenden Soldatendarstellern und fotografierenden Touristengruppen vorbeizwängen, sondern alle paar Meter auch grüne, orange und rote Leih-Tretroller umrunden. Da bleibt kaum noch Platz auf dem Gehweg. Auch am Brandenburger Tor oder am Alexanderplatz sind Hipster auf Leih-E-Scootern nur drei Wochen nach dem Start der ersten vier Anbieter ein fester Bestandteil des Stadt-Panoramas.

Eine exklusive Datenanalyse bestätigt diesen Eindruck. Von den 4.800 E-Scootern, die in der Woche vom 1. bis 7. Juli in den Straßen der Hauptstadt standen, befanden sich rund 76 Prozent in den drei Bezirken, die beim "Easy-Jet-Set" am beliebtesten sind: Rund 2.200 Scooter zählte rbb|24 allein im Bezirk Mitte, weitere rund 1.500 in Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow.

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Mehr Scooter am Checkpoint Charlie als in vier Außenbezirken

In den meisten Außenbezirken, in denen viele Pendler wohnen: gähnende Leihroller-Leere. Allein rund um den Checkpoint Charlie standen mehr E-Scooter als in Reinickendorf, Steglitz-Zehlendorf, Marzahn-Hellersdorf und Spandau zusammen - da waren es insgesamt nur 22 E-Scooter.

Diese Zahlen hat rbb|24 in Kooperation mit radforschung.org durch eine Auswertung der Anbieter-Apps ermittelt. Die vier Scooter-Verleiher Circ, Lime, Voi und Tier haben ihre Flottengrößen bislang geheim gehalten. Auf rbb-Anfrage widersprechen sie den Zahlen nicht, und nennen auch keine anderen.

Linken-Politiker fordert gleichmäßigere Verteilung

Die Innenstadt-Fixiertheit der Anbieter ärgert den Linken-Verkehrspolitiker Kristian Ronneburg. Sie widerspreche dem Mobilitätsgesetz, auf das sich Rot-Rot-Grün geeinigt hat. "Darin haben wir grundsätzlich festgelegt, dass wir in allen Berliner Bezirken gleichwertige Mobilitäts-Angebote vorhalten möchten", sagt Ronneburg dem rbb. Dieser Grundsatz solle für alle privaten Sharing-Angebote gelten - aber auch die Leihrad- und Carsharing-Anbieter bewegen sich bislang nicht über den S-Bahn-Ring hinaus.

Sind die E-Scooter also nur ein Funmobil für Touristen? Oder inspirieren sie auch Berliner in nennenswerter Anzahl dazu, loszurollern, anstatt das Auto zu nutzen? Anbieter Voi wirbt schließlich vollmundig: "Wir möchten erreichen, dass die Städte autofrei werden.", Verleiher Tier hat sich "Mobilität zum Guten verändern" als Claim auserkoren, Circ will eine "sauberere, sicherere, vernetzere Welt" bauen und Lime will gar mit seinen Nutzern "gemeinsam unseren Planeten retten".

Mobilitätsforscher: E-Scooter leisten kaum einen Beitrag zur Verkehrswende

Der Mobilitätsforscher Tilman Bracher vom Deutschen Institut für Urbanistik (difu) äußert jedoch starke Zweifel, dass die Verleihfirmen diese Heilsversprechen einlösen können. "Damit haben sie den Verkehrsminister Herrn Scheuer überzeugt - mich überzeugen sie nicht", sagt Bracher. In den anderen europäischen Metropolen wie Wien, Paris und Madrid hätten E-Scooter bislang nicht dazu beigetragen, abseits der Touristenströme den Verkehr zu verändern.

"Dass dort viel Alltagsverkehr stattfindet, das haben wir noch nirgendwo gesehen", sagt Bracher. Für Pendler seien die E-Scooter mit 2,50 Euro für zehn Minuten Fahrt derzeit auch zu teuer.

Zahlen Pendler 100 Euro im Monat für Leih-Scooter?

Das verdeutlicht folgendes Rechenbeispiel: Ein Berufspendler wohnt in Lichtenberg. Derzeit fährt er mit dem Auto zur Arbeit, weil der nächste S-Bahnhof 1,5 Kilometer weit weg ist. Angenommen, er würde künftig jeden Morgen und jeden Abend einen Leih-Scooter nutzen, um zur S-Bahn zu kommen - dann würde er bei einer Fahrtdauer von zehn Minuten und 20 Arbeitstagen im Monat 100 Euro monatlich zahlen. Zum Vergleich: Eine VBB-Umweltkarte im Tarifgebiet AB kostet im Jahresabo derzeit rund 60 Euro pro Monat.

Darauf angesprochen, kündigt der Deutschland-Chef des Anbieters Bird im rbb-Interview zwar an, sein Unternehmen wolle künftig Scooter auch dauerhaft verleihen. Doch Bird ist in Berlin noch nicht gestartet. Zudem stand das Thema "attraktivere Angebote für Pendler" bei Bird bislang offensichtlich gar nicht im Fokus: Laut Homepage ist geplant, den Service "Bird rental" lediglich in zwei von 140 Städten einzuführen, in denen Bird operiert. In Barcelona soll das Monatsabo knapp 35 Euro kosten.

E-Scooter am Checkpoint Charlie (Quelle: rbb|24/Robin Avram

Anbieter argumentieren mit Nachfrage - Voi sucht eine Ausrede

Drei der vier E-Scooter-Verleiher, die in Berlin aktiv sind, sehen folglich auch gar kein Problem darin, dass sie sich auf die Innenstadt fokussieren. "Grundsätzlich stellen wir die Scooter dort auf, wo wir die entsprechende Nachfrage erwarten", teilt Tier auf Anfrage mit. "Bei der Verteilung der Roller orientieren wir uns an der lokalen Nachfrage", schreibt auch Lime. "Circs sind in der Innenstadt und in dicht besiedelten Gebieten besonders praktisch, da man mit den Rollern Stau effektiv aus dem Weg gehen kann", lässt Circ wissen.

Nur Voi beschwichtigt: "Da dies ein Bild vom Abend war, zeigt es, dass die E-Scooter aktuell im Sommer besonders stark in diesen Gebieten nachgefragt sind. Wir verteilen diese recht gleichmäßig innerhalb des Geschäftsgebietes am Morgen."

Voi zielt darauf ab, dass rbb|24 die Daten zwischen 18 und 19 Uhr ausgewertet hat, weil dies im Beobachtungszeitraum die Stunde mit der höchsten Verfügbarkeit an Rollern war. Doch wir haben zusätzlich auch die Scooter-Verteilung eines gesamten Tages ausgewertet. Folgende Infografik zeigt: Auch um 6 Uhr morgens, wenn die Tretroller durch sogenannte "Juicer" frisch aufgeladen und neu verteilt wurden, drängt sich alles in der Innenstadt. Und Voi hat das kleinste Verbreitungsgebiet von allen vier Anbietern.

Animation: Verteilung der E-Scooter im Tagesverlauf

Linke will Verkehrssenatorin Druck machen

Da die Anbieter offenkundig nur dort hingehen, wo es für sie am lukrativsten ist, solle Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) nun handeln, fordert der Linken-Politiker Ronneburg – und den Markt der E-Scooter, Leihräder und Carsharing-Autos per Ausschreibung regulieren. "Wenn Anbieter die Rosinen haben wollen in der Innenstadt, auf die sich alle jetzt stürzen, dann müssen sie im Gegenzug eine Zahl X in anderen Teilen der Stadt vorhalten", schlägt Ronneburg vor. Über einen konkreten Vorschlag wolle die Linke nach der Sommerpause mit SPD und Grünen beraten. Ronneburg will damit der Verkehrsverwaltung "ein bisschen Druck machen."

Auf Anfrage von rbb|24 teilt die Verkehrsverwaltung das mit, was sie schon seit Wochen mitteilt: "Wir behalten die Situation sehr genau im Blick - gegebenenfalls werden weitere Maßnahmen geprüft." Zum Vorschlag des Verkehrsexperten der Linken - immerhin gehört er der Koalition an - heißt es brüsk: "Es ist von staatlicher Seite nicht möglich, ein Geschäftsgebiet für das Verleihen von E-Scootern vorzugeben. Dies fällt in die freie unternehmerische Entscheidung des Anbieters."

Ein Anbieter rechnet mit Ausschreibungs-Lösung

Richtig ist: Vorher müsste das Berliner Straßengesetz geändert werden. Dann wäre laut difu-Experte Tilman Bracher eine Ausschreibung mit Vorgaben sehr wohl möglich. Madrid hat das bereits im April getan - und die Anzahl der E-Scooter per Ausschreibung begrenzt, berichtet das Portal cleanthinking.de. Wien prüft derzeit eine Ausschreibungs-Lösung.

Auch der weltgrößte Anbieter Bird bereitet sich auf so ein Szenario in Wien vor, bestätigt der Deutschland-Chef Christian Geßner im rbb-Interview: "Wenn es wie heute sechs oder acht Anbieter gibt, drängen alle in die Innenstadt, denn wirtschaftlich gesehen kann keiner überleben, der nicht in der Innenstadt ist. Wenn man aber zwei, drei Anbieter hat, die sich die 10.000 Scooter aufteilen, kann man auch in die Breite gehen und die gesamte Stadt abdecken", sagt Geßner.

Wien hatte schon vor dem Start der E-Scooter eine Obergrenze von 1.500 Scootern pro Anbieter vorgegeben - eine Anzahl, die der Anbieter Circ mit rund 1.540 Scootern in Berlin schon jetzt überschreitet.

Forscher: Wien war viel aufmerksamer

Wien habe das Thema im Vergleich zu Berliner Senat viel aufmerksamer begleitet, konstatiert der Mobilitätsforscher Tilman Bracher vom Deutschen Institut für Urbanistik (difu). "Wien hat sich anders aufgestellt. Die waren halt aufmerksamer, haben in die USA geguckt oder in andere Länder", sagt Bracher. Und fügt hinzu: "Berlin hat so viele verkehrspolitische Probleme im Moment, dass der E-Tretroller relativ spät in den Scheinwerfer kam."

Das ist jedoch nur ein Teil der Wahrheit. Aus zuverlässigen Quellen hat rbb|24 erfahren, dass die Verkehrsverwaltung derzeit offenbar nur eingeschränkt handlungsfähig ist. Die Stelle des Verkehrsstaatsekretärs war durch die schwere Erkrankung des Politikers Jens-Holger Kirchner ein halbes Jahr lang unbesetzt. Der neue Verkehrsstaatsekretär Ingmar Streese ist nun zwar bereits sieben Monate im Amt - sei jedoch immer noch dabei, in die Verkehrsthemen hineinzufinden, sagt ein Insider. Er sei "ohne verkehrspolitische Agenda" angetreten. Streese war vor seiner Berufung Verbraucherschützer. Zudem seien auf Arbeitsebene etliche Stelllen unbesetzt. "Mitarbeiter werden verschlissen", so der Insider.

"Tiger Mobility" statt Tier Mobility

Eigentlich wäre es Aufgabe des Verkehrs-Abteilungsleiters Hartmut Reupke, Streese zu unterstützen und Themen wie die E-Scooter-Regulierung voranzutreiben. Doch Reupke sei eher ein moderierender Typ, kein Macher, heißt es. Bleibt noch die Senatorin Regine Günther - doch die interessiert sich offenbar nicht sonderlich für das Thema. Mehrfache Interviewanfragen des rbb zu E-Scootern hat sie bislang abgelehnt.

Gerne hätte rbb|24 seine E-Scooter-Datenanalysen vorab einem Fachmann in der Senatsverwaltung vorgelegt, der sich mit dem Thema E-Scooter befasst. Das sei termin- und urlaubsbedingt nicht möglich, hieß es. Ein eigenes Monitoring der Entwicklung betreibe die Senatsverwaltung nicht - man verlässt sich offenkundig auf die Zahlen, die die Anbieter zuliefern. Wörtlich heißt es: "Uns liegen aktuell die Zahlen von folgenden Anbietern vor: Lime (1.000 E-Scooter); Voi (1.000 E-Scooter); Tiger Mobility (600 – 800 E-Scooter)."

Tiger Mobility gibt es nicht. Der Anbieter heißt Tier Mobility.

Das Team

Robin Avram - Recherche und Text

Götz Gringmuth-Dallmer - Infografiken und Projektkoordination

Arne Schlüter - Daten

Manuel Reich - Programmierung

Constantin Müller, Maximilian Richt - Scraper

 

Kollage: E-Scooter-Fahrer in Berlin. (Quelle: dpa)
dpa

Quellen und Methodik - Woher die Daten zur E-Scooter-Recherche stammen

In einer Datenanalyse hat rbb|24 Standorte und Anzahl verschiedener Leihroller-Anbieter in Berlin ausgewertet und dargestellt. Woher kommen die Daten und nach welcher Methodik wurde ausgewertet? Diese Infos zur Datenrecherche hat Arne Schlüter zusammengestellt.

Beitrag von Robin Avram und Götz Gringmuth-Dallmer

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17 Kommentare

  1. 17.

    Ich wäre in der Tat gern bereit, z.B. meine Arbeitsstrecke von Alt-Hohenschönhausen nach Wilhelmsruh mit dem E-Roller statt mit dem Auto zu fahren. Aber wie schon mit den E-Bikes und den E-cars kann ich die dort weder mieten noch abstellen. Und erstmal eine halbe Stunde unterwegs zu sein, um eine entsprechendes Vehicle zu finden und dann noch Zeit zu verlieren, vom Aufstellort zum Ziel zu kommen, macht keinen Sinn.
    Ich stimme deshalb Hr. Ronnneburg voll zu - E-Scooter für Touristen sind keine Mobilitätswende und wenn die Anbieter nicht auch die anderen Stadtbezirke mit einbeziehen, wird es auch nichts werden.

  2. 16.

    Ein echt spannendes Müllproblem, das die Berliner sich so sehr herbeigesehnt haben.
    Wat kommt als nächstes? Kleine Mini-Kern-Reaktoren ausm Baumarkt damit jeder überall seine private Klimaanlage voll uffdrehen kann?

  3. 13.

    Der Vekehrsenator hat das so gewollt nun soll er sich auch darum kümmern. Man muss das aber nicht zum Dauerthema machen Lieber rbb24 . Dauerthema Wetter, Dauerthema E-Roller gibt es sonst noch was zu berichten?

  4. 12.

    Die Anzahl könnte man schön durch Steuern und wöchentlichem Sonder-TÜV wegen Vielbenutzung samt Verletzungsgefahr klein halten.
    Ebenso könnte man Ordnungsgelder für kreuz und quer abgestellte Roller und Bikes erlassen. Das steigert die Verunsicherung beim Mieten, senkt das Mieten und die Firma hat ein Problem.
    Dann kommen die wahrlich interessierten Konzepte weiter, die 0815-Roller sind wech...

  5. 11.

    Schönes Sommerlochthema, diese Roller.

  6. 8.

    Natürlich ist das nur Profitgier. Etliche Branchen leben von den Scooters sehr gut. Die Krankenhäuser, die Ärzte, die Polizei und natürlich die Anbieter. Viele Nutzer dieser Dinger sind zu dämlich, sie richtig zu nutzen (Fußweg) und stellen sie nicht nur mitten auf dem Gehweg, sondern auch direkt an Bushaltestellen ab.

  7. 7.

    Und jede Nacht fahren duzende Autos in der Stadt umher, um die Roller aufzusammeln und aufzuladen. Sehr "umweltfreundlich"! Man sieht, dieses Sharing-Modell hat Profit im Sinn, nicht die Verkehrswende.

  8. 6.

    Der Markt wird sich regulieren, die Roller werden weniger, wenn ein Investor oder Unternehmer merkt: Hier gibt es nichts mehr zu holen. Warten wir den Winter ab, da werden die Akkus down sein.

    Übrigens ebenso die E-Autos vom Car-Sharing.
    Man MUSS diese zwingend im City-Bereich abstellen, also dort wo man überhaupt lt. vieler Meinungen gar kein Auto braucht.
    Daran erkennt man dass es nur um Geld geht und nicht um "saubere" Mobilität.

  9. 5.

    Die Frage ist doch nicht nur wo die Roller platziert werden. Das Geschäftsgebiet ist stark begrenzt- Beispiel Voi - hier kann ein Roller noch nicht mal an den Schönhausser Allee Arcaden abgestellt werden.
    Beitrag zum Verkehr - mit einem 400 Euro Roller, der zum halben Preis eines Autos vermietet wird - wohl kaum. Es geht um das Abschöpfen eines Hypes. In 2-3 Jahren wird davon nicht mehr viel übrig sein.

  10. 4.

    Die ganze Politik konzentriert sich doch auch nur auf die Innenstadt. Kein Wunder, wenn Unternehmen es auch so machen. Innerhalb des S Bahnrings kann ich mich flexibel ohne Auto gut bewegen und habe mehrere Angebote. Aber außerhalb des S Bahnrings wird es dann alles weniger. Da ist keine echte Alternative zum Auto gegeben. Und Leihfahrzeuge haben wirklich ein zu begrenztes Geschäftsgebiet. Ich brauche mit dem Bus schon 25 min bis zu einem Bahnhof....und dieser Bus hat einen Zeittakt, der nervig ist.

  11. 3.

    Auch die Linke verhält sich scheinheilig. Oder war nicht im Senat abgestimmt, wo der Berlkönig fährt? Der ist auch nur dort unterwegs, wo viele schon lange behaupten. dass man für seine Wege gar kein Kraftfahrzeug brauche. Die tatsächlichen Bedürfnisse sind offensichtlich anders.

    Nicht nur bei diesem Thema glänzt der Verkehrssenat durch geballte Inkompetenz. Selbst wenn man sich vorher nie für solche Themen interessiert hat, bedarf es nur einer schnellen Internetrecher. Nach ein paar wenigen Minuten findet man Informationen zu den Erfahrungen in anderen Städten wie Wien, egal ob E-Tretroller oder zur Entwicklung des Modal Splits nach dem Ausbau des ÖPNV. Diese kurze Zeit sollte man sich nehmen, bevor man auf Presseanfragen reagiert.

    Im Übrigen gäbe es sicherlich Möglichkeiten, über die Sondernutzung der Gehwege durch die abgestellten Roller steuernd einzugreifen. Es fehlt nur der Wille, das Beamtenmikado zu unterbrechen.

  12. 2.

    Wenn die Anbieter sich auch auf ie äußeren Bezirke verteilen "müssen", dann sollen sie aber bitter nicht noch mehr Scooter aufstellen, sondern dafür welche aus der Innenstadt abziehen. Die Dinger verstopfen hier zunehmend die Gehwege, genauso wie die unsäglichen Leihräder, die einfach überall abgestellt werden, mitten auf Wegen, vor U-Bahn-Eingängen, vor Treppen...

  13. 1.

    Wer mit dem Dienstwagen durch die Stadt fährt und ansonsten mit den Rad nur in seinem Kiez unterwegs ist, interessiert sich nicht für solche Probleme. Dabei kann sich niemand damit herausreden, dass das nicht absehbar war. Da die Roller oft auf den Gehwegen unterwegs sind, fehlt eine laut schreiende Lobby.

    Anstelle separate Stellen für Wast Manager und Parkläufer auszuschreiben, hätten gewisse Bezirke die ebenso beim OA ansiedeln können und so auch gegen das Befahren der Gehwege vorgehen können. Nur will man die eigene Klientel offensichtlich nicht zu sehr verärgern.

    Lässt man den Marketing-Sprech weg, bleibt ein neues Verkehrsmittel übrig, welches vor allem auf fußläufiger Entfernungen einsetzt wird. Die StVZO-zugelassenen Roller sind viel zu teuer als dass sie eine Alternative für Autofahrer darstellen. Die aus dem(Elektro-)Supermarkt sind oft nicht zulassungsfähig, so dass deren Benutzung auf der Straße wegen des fehlenden Versicherungsschutzes eine Straftat darstellt.

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