SYMBOLBILD - Leuchtend gelb blühen Rapsfelder in Brandenburg (Foto: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Trotz Beschlusses im Jahr 2014 - Genveränderter Raps in Brandenburg angebaut

Genveränderter Raps ist in zwei Landkreisen Brandenburgs angebaut worden - obwohl das nach dem Landtagsbeschluss gegen Gentechnik in der Landwirtschaft von 2014 nicht hätte passieren dürfen. Das teilte das Verbraucherschutzministerium in einer Antwort auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Benjamin Raschke mit. Grund für die Ausbringung des Saatguts waren demnach verzögerte Informationen aus anderen EU-Mitgliedsstaaten. 

So sei bei Untersuchungen in anderen EU-Mitgliedstaaten seit 2014 in zwei Fällen eine Beimengung von genverändertem Raps nachgewiesen worden. Die Ergebnisse seien aber spät mitgeteilt worden, so dass das Saatgut in Brandenburg auf landwirtschaftlichen Flächen ausgesät worden sei, erklärte das Ministerium in seiner Antwort.

Es handelte sich demnach um Saatgut des Rapses GT73 auf knapp 19 Hektar im Kreis Potsdam-Mittelmark im vergangenen Jahr sowie um die Sorte OXY-235 auf 30 Quadratmetern im Kreis Ostprignitz-Ruppin im Jahr 2015.

Meldeverfahren in Frage gestellt

Grünen-Umweltpolitiker Raschke wies auf Risiken hin. "Die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen auf die Umwelt und die Gesundheit sind häufig nicht untersucht und deshalb ist der Anbau in Deutschland auch verboten", erklärte der umweltpolitische Sprecher der Brandenburger Grünen-Fraktion in einer Mitteilung vom Mittwoch. "Warum die Meldungen so verzögert waren, wirft daher Fragen nach der Praxistauglichkeit des Meldeverfahrens auf." Für die späte Kommunikation der Untersuchungsergebnisse, die zur Aussat im vergangenen Jahr geführt habe, waren demnach französische Behörden verantwortlich. 

Der Sprecher des Verbraucherschutzministeriums, Uwe Krink, sagte am Mittwoch, die betreffende Aussaat sei vernichtet worden. Woher das Saatgut stammte, war zunächst unklar.

Sendung: rbb|24, 10.07.2019, 17:00 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Ich verstehe die Kritik an Gen Food nicht. Die Vorteile überwiegen mMn. Wir sind fast 8Mrd Menschen auf den Planet. Um alle zu ernähren brauchen wir Gen-Food. Es wächst schneller, es ist umweltschonender, da keine Unkrautvernichter und Glyphosate verwendet werden müssen. Der einzige Nachteil ist, dass man aufpassen muss, dass das Gen Raps nicht weiter verbreitet und andere Arten vernichtet. Das Vertikal-Farming immer mehr verwendet. Hier können Gen Pflanzen nicht ausbrechen. In Holland wird massenweise vertikal angebaut. Die Preise von Nahrungsmittel sind ca 30% günstiger als in Deutschland. Trotz höherer Kaufkraft.
    Gerade mit der Gen-Schere CRISPR ist so einiges möglich. So kann man gezielt Nachteile, Fehler oder Unverträglichkeiten verändern. z.B Erdnüsse für Menschen mit Erdnussallergie. Das ist der Hit den 21 Jahrhunderts.
    Ohne der Gen-Technik wäre die Papaya ausgestorben.

  2. 5.

    Gibt es doch in allen Bundesländern. Und übrigens: alle zahlen den Soli. Ich möchte hier aber auch auf die vielen Biohöfe in Brandenburg hinweisen.

  3. 4.

    Massentierhaltung und Tierschändung okay - da kenn ich mindestens 5 meiner Nachbarn, denen ich das durchaus zutraue. Aber welches genmanipulierte Gemüse haben Sie im Sinn?

    Sie verstehen da etwas falsch: Sie zahlen ihr Essen nicht über den Soli - nein, sie greifen in Ihren Berliner Geldbeutel und kaufen von Ihrem eigenen Netto-Lohn ganz freiwillig in Massen gehaltenes, geschändetes, totes Tier. Das machen Sie weil Sie es wollen, nicht weil Sie es müssen! Ach ja - und weil Sie regional kaufen wollen, damit Sie beim Verzehr ihres überzüchteten, mit Antibiotika verseuchten Mittagessens noch ein gutes Gewissen haben können.

  4. 3.

    GT73 ist Herbizid-resistent (roundup Ready). Roundup-Produkte enthalten zumeist Glyphosat und das ist hier schließlich nicht als krebserregend eingestuft.
    OXY-235 ist gegen Oxynil-Herbizide z. B. Bromoxynil oder Ioxynil resistent.


    Der Raps überlebt es also, wenn der Bauer Pflanzengifte ausbringt, um Unkraut zu vernichten. Nicht mehr und nicht weniger.

    @Eve: GT73 ist tatsächlich von Monsanto entwickelt worden, OXY-235 von Bayer Crop science, die ja letztendlich auch Monsanto geschluckt / sich an Monsanto verschluckt haben. Beschwerden also bitte an den Bayer-Konzern richten


  5. 2.

    Der Monsanto-Dreck sollte sofort ohne Wenn und Aber verbrannt werden. Gibt's ja nicht. Wenn etwas noch nicht beschlossen ist, kann man doch nicht auf gut Glück einfach was pflanzen, was evtl. keine Zulassung erhält. Irgendwer hat hier entweder geschlafen oder es drauf ankommen lassen.

  6. 1.

    Brandenburg: dazu fällt mir ein: Massentierhaltung, Tierschändung, Genmanipuliertes Gemüse. Dafür zahlen wir den 'Soli'.

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