Hausboote auf der Havel (Quelle: Imago, Rex Kober)
Rex Kober | Bild: imago stock&people

Reparaturverzögerung - Schleuse in Zaaren womöglich bis zum Frühjahr 2020 gesperrt

Sie ist von Brandenburg betrachtet das Tor von und zur Mecklenburger Seenplatte: die Schleuse Zaaren. Doch das Tor ist seit 2018 kaputt. Und nun ist klar: Es bleibt kaputt und geschlossen - mit großen Folgen. Erst im Spätherbst wäre ein "Probebetrieb" möglich.

Die Schleuse Zaaren an der Oberen-Havel-Wasserstraße wird voraussichtlich in dieser Saison nicht für den Schiffsverkehr nutzbar sein. Das bestätigte am Dienstag der Chef der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, Michael Scholz, dem rbb. Bei der seit Monaten andauernden Sanierung gebe es "Probleme im Boden", die jetzt sorgfältig behoben werden müssen, sagte Scholz dem rbb.

Die Schleuse könne darum voraussichtlich erst im Frühjahr wieder in Betrieb genommen werden, für den Herbst allerdings gebe es kaum Hoffnungen: "Wenn es super laufen würde, was ich zur Zeit noch nicht abschätzen kann, dann wäre vielleicht im Oktober ein Termin möglich, dass man vielleicht der Schifffahrt noch durch Probebetrieb etwas helfen kann."  

Hoher Schaden für den Wassertourismus

Der direkte Wasserweg zwischen Berlin und der Mecklenburgischen Seenplatte bleibt damit für die Hauptsaison blockiert. Die Wassertourismus-Unternehmen rechnen damit, dass ihnen Einnahmen in Millionenhöhe entgehen.

Die Gewerbeeinnahmen rund um Tourismus sind für die Region die wichtigste Einnahme, wesentlicher Bestandteil ist dabei der Wassertourismus. Die IHK Potsdam hatte bereits im Frühjahr gewarnt, dass aufgrund der Sperrung Millionenschäden für die Tourismusbranche auf beiden Seiten der Schleuse entstehen.

Keine Durchfahrt für tausende Sportboote

Rund 10.000 Sportboote passieren laut Schifffahrtsverwaltung die Schleuse alljährlich, und es gibt keine nahe Ausweichstrecke auf Wasserstraßen. Start der Bauarbeiten an der Schleuse in Zaaren war im Herbst vergangenen Jahres. Doch hatten dort Munitionsräumarbeiten und der schwieriger Baugrund für Verzögerungen gesorgt. Der dann zunächst im Frühjahr um mehrere Wochen verschobene Öffnungstermin war dann vor wenigen Wochen auf Anfang August verlegt worden und hatte bereits dafür gesorgt, dass vor allem Gewerbetreibende eine Beschleunigung der Arbeiten gefordert hatten.

Allerdings hatte bereits im Frühjahr das Bundesverkehrsministerium, verantwortlich für den Betrieb und die Instandhaltung der Wasserstraßen, bei einem Ortstermin betont, dass die Unternehmen nicht auf direkte Hilfen des Bundes in Zusammenhang mit der Sperrung der Schleuse Zaaren rechnen könnten. Geprüft werden könnte lediglich eine Unterstützung durch die Mittelstands-Förderung der Länder, hieß es da.

Sendung:  Antenne Brandenburg, 16.07.2019, 11 Uhr

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7 Kommentare

  1. 7.

    Die Havel zwischen Burgwall und Bredereiche ist ein Naturparadies und fließt hier durch ständig wechselnde Landschaften. Nutzt diesen Sommer und paddelt die Havel entlang. Einfach ein Genuss! Im nächsten Jahr werden pro Tag wieder 250 Motorboote sogenannter "Wassersportler" die Luft verpesten und die Natur mit Ihrem Lärm terrorisieren.
    Hoffentlich kommt noch ein Bauproblem und die Schleuse bleibt auch im nächsten Jahr geschlossen. ;-)

  2. 5.

    Das ´spiegelt die Politik wieder...sie bekommen nicht mal eine Schleuse repariert...aber enteignen.

    Anschließen sieht alles wie unsere Schultoilette und Schule

  3. 4.

    Was spricht dagegen, von Rechlin aus über die Müritz-Elde-Wasserstraße zur Elbe zu fahren, dort ein Stück zu Tal und dann über den Elbe-Seitenkanal zum Mittellandkanal, und von dort weiter nach Hause?

  4. 3.

    Unser Boot ist verschlossen und was nun ....?

    Wir fuhren mit unserem Boot über die Elbe nach Berlin. Wir wussten, dass die Zaaren-Schleuse am 1. August wieder öffnen würde und planten dies. Aber zuerst gab es eine Verzögerung wegen des Blitzes, also ließen wir das Boot in Rechlin, um für einen Monat nach Hause zu gehen.
    Jetzt scheint sich das Schloss erst 2020 zu öffnen und wir haben ein großes Problem. Die einzige Lösung im Moment ist, das Boot über Land jenseits der Schleuse zu bringen.
    Die Gesamtkosten hierfür betragen rund 3000 Euro. Wo kann ich diese Kosten geltend machen?

  5. 2.

    Wem gehört eigentlich die Schleuse und wer hat da vorher gepennt?? Müsste derjenige nicht zahlen? WSA?

  6. 1.

    Irgendwie war das auch schon abzusehen. Und das ist nicht der einzige Dämpfer für den Wassertourismus. Schleuse Kannenburg Richtung Templin ist auf Jahre wohl noch dicht. Und im nächsten Jahr 2020 ist die Schleuse Steinhavel bei Fürstenberg ja auch dicht. Dass die Bauarbeiten an dieser wichtigen Schleuse außerhalb der Touristenzeit erfolgt, sehe ich noch nicht. Das wäre ein Wunder, wenn deutsche Ingenieurskunst mal was planmäßig fertig bekommen würde...

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