Visualisierung der Siemensstadt 2.0 (keine reale Planung)
Sebastian Schöbel | 30.07.2019 | Bild: Siemens AG

Architekten sollen Entwürfe erstellen - Städtebaulicher Wettbewerb für Siemens-Campus startet

CO2-frei, nachhaltig, hochvernetzt: Das neue Stadtviertel für den Siemens-Campus soll modernsten Anforderungen genügen. 17 namhafte Architekturbüros stellen sich der Herausforderung und reichen Entwürfe für den "Kiez der Macher" ein. Von Sebastian Schöbel

Mit einiger Verzögerung startet am Dienstag der städtebauliche Wettbewerb für den Siemens-Campus in Spandau. Insgesamt 17 namhafte Architekturbüros aus Deutschland, Österreich, Norwegen, den Niederlanden und der Schweiz wurden eingeladen, einen Entwurf für das neue Stadtviertel zu erstellen. Der Gewinnerentwurf bildet dann die Grundlage für den Masterplan, nach dem das 70 Hektar große Gelände im Berliner Nordwesten entwickelt wird.

Das Projekt sei so "komplex wie außergewöhnlich", heißt es in Wettbewerbsunterlagen, die dem rbb vorliegen: Die Siemensstadt 2.0 - Arbeitstitel "Kiez der Macher" - soll das Beste aus den Welten Wohnen, Arbeiten und Forschen vereinen. Geplant ist ein CO2-freier, nachhaltig gebauter Ort, der hochvernetzt und mit modernster Kommunikationstechnologie ausgestattet ist. Gleichzeitig soll das Areal offen für die Allgemeinheit sein.

Baustart 2022

30 Prozent der geplanten rund 3.000 Wohnungen sollen mietgebunden sein, denkmalgeschützte Gebäude müssen erhalten bleiben und es muss soziale Infrastruktur wie Kitas oder eine Schule geschaffen werden. Auch kulturelle Einrichtungen sind angedacht. Die Pläne sollen unter anderem in einem 3D-Stadtmodell von Berlin präsentiert werden. Am 8. Januar 2020 will die Jury dann ihre Entscheidung bekanntgeben. Für Preisgelder und Aufwandsentschädigungen sind insgesamt rund 625.000 Euro eingeplant.

Die Bauarbeiten sollen 2022 beginnen und bis 2030 beendet sein.

Auf dem Campus will Siemens vor allem seine Sparten Gas und Energie, Mobilität und intelligente Infrastruktur unterbringen. Geforscht werden soll also unter anderem an Lösungen für das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und Industrie 4.0. In diesen Bereichen sind auch moderne Produktionsstätten geplant. Bestimmte Technologien, etwa selbstfahrende Autos, sollen auch direkt auf dem Campus getestet werden. Der Senat hat Siemens dafür zugesagt, das Gelände mit Glasfaseranschluss zu versorgen, so dass jeder Arbeitsplatz eine Internetverbindung im Gigabit-Bereich hat.

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17 Kommentare

  1. 17.

    Sehr gut, wieder ein Stadtgebiet, das entwickelt wird. Endlich mal was positives für Berlin

  2. 14.

    CO2-frei geht nicht, das Wetter (Wind) trägt das CO2 mal hier und mal dort hin. Im Moment ist es in der Südsee.

  3. 13.

    Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und Industrie 4.0.
    Dinge die die Welt nicht braucht. Dafür Fördergelder auszugeben ist ein Hohn.

  4. 12.

    Guten Morgen,
    das ist nicht äußerster Nordwesten, aber doch schon Nordwesten - wenn wir davon ausgehen, dass die B2 ein Anhaltspunkt für den Westen ist.
    Viele Grüße
    rbb|24

  5. 10.

    Hoffentlich wird dann eine neue Straße endlich nach dem genialen Siemens-Architekten Hans Hertlein benannt, der fast alle der markanten Siemens-Gebäude zwischen ca. 1920 und 1950 entworfen hat.

  6. 9.

    Mir geht es darum das die Monotonie in solchen Straßenzügen verschwindet. Das Symbolbild zeigt es schön
    Von oben als Projekt gut ausssehend
    Aber wenn du dann da lang laufen sollst
    Flanieren vielleicht noch
    ist es ganz schön öd. Schaufenster Ausstellungsfläche entlang der Gehwege kleine Läden für die Lindenblütentee Verkäufer*In und größere für den Jazzklub mit Kubanische
    Küche.
    Baustile der Welt wo Siemens seine Landesvertretung hat. Das wird etwas teurer aber.....

  7. 8.

    „Berliner Nordwesten“. Das wäre dann Hakenfelde. Aus Spandauer Sicht ist die Siemensstadt schon fast Charlottenburg. Berlin ist viel größer. Aber Nordwesten ist definitiv falsch.

  8. 7.

    Als Ergänzung

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/musikstreaming-studie-ueber-co2-ausstoss-schmutziger-als.2177.de.html?dram:article_id=446523

    Gibt noch viel nachzudenken.

  9. 6.

    Sie sind geheim.... CO2 neutral heißt doch nur, dass ich die Schäden an der einen Stelle durch etwas anderes an anderer Stelle kompensiere ;-) Ablasshandel. Darf aber nicht kritisiert werden. Tabuthema. Ja, die digitale Welt verbraucht enorm Ressourcen, schon die Server... Kühlen etc... Aber, psssst, nicht sagen. Das wäre gemein ;-) BTW. Im Text steht CO2 frei, nicht neutral. Frei geht überhaupt nicht, denn Menschen sind ja wohl auch dort

  10. 5.

    Nachdem die Münchener bei Siemens die Siemensstadt degradiert hatten und alles total verlotterte, was hätte kontinuierlich in die Zukunft geführt werden können, fängt man nun wieder bei Null an... Die Siemensstadt war der Zeit weit voraus, es gab das alles, was "junge" Architekten nun trendy wieder einplanen müssen. Aber Siemens war es sich nicht wert, sich um Soziales und Berlin an sich zu kümmern. Immer nur Stellenabbau, Werkswohnungen verkaufen, Kindergärten schließen, das Übliche... Und Josef Käser ist dann auch nicht besser als v. Pierer und Rolex-Kleinfeld, Kärnten-Peter und Co - wer mit Putin spricht, braucht Carola Rackete nicht loben...

  11. 4.

    1. kommt es bei der klimaschädlichkeit des streamings auf den strommix an.
    2. hochvernetzt in einem Campus Standort heißt mit Nichten Filme glotzen... oder brennen sie Word Dokumente auf CD um sie dann an jemanden „klimaneutral“ per Post zu senden?

  12. 1.

    Hochvernetzt und CO2-Neutral sind Widersprüche, die einiger Zusatzarbeit bedürfen.

    Online-Streaming ist für das Klima wesentlich schlechter als eine Kauf-Cd/-DVD. Durch Online-Dienste werden bei anhaltenden Trend in Kürze mehr Treibhausgase erzeugt als durch private PKW. Auf heise.de findet man dazu diverse Artikel.

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