Taxis an einem Taxistand in Berlin im Stadtteil Lichterfelde West (Bezirk Steglitz-Zehlendorf). Quelle: dpa/Wolfram Steinberg
Audio: Inforadio | 08.07.2019 | Holger Hansen | Bild: dpa/Wolfram Steinberg

Erstmals seit vier Jahren - Verkehrsverwaltung will Taxipreise in Berlin anheben

Die Senatsverwaltung für Verkehr bereitet laut Medienberichten eine Vorlage zu den Taxipreisen vor: Demnach sollen die Tarife erstmals seit mehr als vier Jahren steigen. Berlin wäre damit im Bundesvergleich aber immer noch eher günstig.

Taxikunden in Berlin müssen künftig wahrscheinlich tiefer in die Tasche greifen: Die Berliner Verkehrsverwaltung hat angekündigt, die Taxipreise in der Hauptstadt anzuheben. Eine entsprechende Senatsvorlage dazu sei bereits in Arbeit, wie die Berliner Zeitung am Montag berichtet [berliner-zeitung.de]. Nach mehr als vier Jahren soll bei den sogenannten Beförderungsentgelten damit die erste Erhöhung in Kraft treten. Doch bevor es im Senat zu einer Entscheidung kommt, müssten die beteiligten Senatsressorts den Vorstoß unterstützen.

Dem Bericht zufolge könnte das Taxifahren bereits in diesem Sommer teurer werden. Bei Strecken von bis zu sieben Kilometern soll der Kilometertarif demnach von 2 Euro auf 2,30 Euro steigen. Danach kostet jeder Kilometer statt 1,50 demnächst 1,65 Euro.

Grundpreis bleibt stabil - Wartepreis soll steigen

Am Grundpreis von derzeit 3,90 Euro will der Senat aber offenbar nicht rütteln.
Dasselbe gilt für den Sonderzuschlag von 50 Cent für alle Fahrten, die vom  Flughaften Tegel aus starten. Eine Erhöhung auf zwei Euro, wie sie vorher im Gespräch war, ist demnach vom Tisch.

Steigen sollen hingegen die Tarife für kurze Fahrten, für die die Fahrer bald sechs Euro bekommen sollen - noch liegt der Preis für Kurzstrecken bei fünf Euro. Wartezeiten von mehr als einer Minute kosten die Kunden demnächt ebenfalls mehr: Der Stundentarif soll demnächst von 30 auf 33 Euro pro Stunde steigen.

In einem Auszug des Gutachtens, der rbb|24 vorliegt, heißt es, dass Berlin mit seinen Taxipreisen zu den günstigeren Städten in Deutschland gehört. Die Bundeshauptstadt liege "auf Augenhöhe" mit Städten wie Duisburg oder Dortmund - in anderen Metropolen wie Hamburg sei das Taxifahren um 20 Prozent teurer.

 

Taxifahren in Berlin so teuer wie in Duisburg oder Dortmund

Leszek Nadolski von der Taxi-Innung in Berlin erklärte rbb|24 am Montag, grundsätzlich sei er mit der Vorlage der Senatsverwaltung zufrieden. Allerdings habe die Innung ihre Vorschläge für eine Überarbeitung der Tarife bereits im März 2018 dem Senat übergeben. Daraufhin sei von einer Hamburger Firma zunächst ein Gutachten erstellt worden, das die Innung nur in Teilen einsehen durfte. "Wir wissen nicht, warum der Senat Teile des Papiers streng geheimhalten will", sagte Nadolski. Die Dauer des Verfahrens habe den Konkurrenten Uber, Berlkönig und Clevershuttle in die Hände gespielt. Im Wesentlichen aber seien die Forderungen der Taxifahrer vom Senat übernommen worden. "Das begrüßen wir natürlich."

Die Innung begründete ihren Wunsch nach einer Erhöhung mit gestiegenen Betriebskosten der Taxiunternehmen: Diese lägen inzwischen bei 4,5 Prozent der Gesamtkosten. "Auch wir haben mit Teuerungsraten zu kämpfen und müssen, soweit wir uns nicht selbst ausbeuten, Mindestlöhne zahlen", hieß es in einer Erklärung, die die Taxi-Innung am Montag veröffentlichte.  

 

FDP: Tariferhöhungen angemessen

Für die FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus ist die Tariferhöhung für Taxifahrten "nachvollziehbar", so der Sprecher für Infrastruktur, Henner Schmidt, in einer Mitteilung. "Sie ist auch angemessen, da sie entstandene Kostensteigerungen ausgleicht." Zugleich weist er darauf hin, dass den Taxifahrern "trotzdem nur ein geringes Einkommen" verbleibe. Er fordert vom Gesetzgeber, zwischen Taxis und den neuen Anbietern im Markt einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten.

Kommentar

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10 Kommentare

  1. 9.

    Taxis benutze ich nur, wenn es garnicht anders geht. Finde die Preis zu hoch und die meisten Fahrer, auf die ich treffe, sind unfreundlich. Spaß macht es nicht.

  2. 7.

    Man kann mit Fug und Recht sagen dass es oft so ist. Besonders im Westen der Stadt. Mir recht, brauch ich zum Festpreis weniger bezahlen WIN/WIN.

  3. 6.

    Lieber Frank, ich verstehe Ihren Kommentar nicht. Schwarze Schafe, Uberfahrer, ... wer? ÖPNV ...was? Und, von welchen Standards schreiben Sie?

  4. 5.

    Na da ist ja der gute Rolf Trump(F) auf der komplett falschen Fährte - es mag schwarze Schafe in der Taxi- Branche geben, wer 0.0€ Steuern in Deutschland zahlt, aber gerne die Infrastruktur des Landes nutzt, sind Firmen wie Über (ebenso wie Amazon und Google & Co! Peinliche, unreflektietre Stimmungsmache, die Sie hier verbreiten! Von Uber bezahlt?!

  5. 4.

    Danke für die kostenlose Werbung für ehemalige Taxifahrer. Es wird sie freuen in Ihren Toyotas. Jammern hin oder her das Taxi ist Teil des ÖPNV. Der Standard ist gut so viele schwarze Schafe wie bei den Uberfahrern schafft die Taxibranche nicht.

  6. 3.

    Taxi teurer? Uber fahren! So einfach!
    Sparen, mit sauberen Fahrzeugen und Chauffieren fahren.

  7. 2.

    Vor der Erhöhung sollte vielleicht bessere Qualtätsstandards festgelegt werden. Dabei bitte auch Verweigerung einer Fahrt, egal ob zu weit oder zu kurz, achten und darauf, dass der Fahrgast dem Fahrer nicht erklären muss, wo zum Beispiel der Funkturm liegt und man genügend Beinfreiheit im hinteren Bereich hat. Die Liste ist lang. Dann sollte einer Erhöhung der Fahrtkosten , eigentlich nichts mehr im Weg stehen.

  8. 1.

    Taxi kann man eigentlich abschaffen. Jeder kann sich heute vernetzen und Mitfahrgelegenheiten bilden. Taxi ist einfach nur ein Privileg zur Abzocke oder gar bei ausgeschaltetem "Uhr" Steuerhinterziehung. In Berlin gibt es zu viele Taxis die nicht mal die Straßen kennen und aufs Navi glotzen. Zeit für was Neues!

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