Symbolbild: Zwei Frauen bei einer Beratungsstelle der Arbeitsagentur. (Quelle: dpa/Schutt)
Audio: Inforadio | 31.07.2019 | Sebastian Schöbel | Bild: dpa/Schutt

Arbeitsmarkt in Berlin - Teilhabechancengesetz sorgt für weniger Langzeitarbeitslose

Es gibt immer weniger Langzeitarbeitslose in Berlin. Laut Bundesagentur für Arbeit liegt das vor allem am Teilhabechancengesetz, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Besonders Menschen, die sechs Jahre oder länger keinen Job hatten, hätten davon profitiert.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Berlin hat abgenommen: Aktuell sind es laut Arbeitsagentur 38.100, vor einem Jahr waren es gut 4.000 mehr.

Mehr als 26.500 offene Stellen sind derzeit bei den Jobcentern in Berlin registriert, sagt Bernd Becking, Chef der Berlin-Brandenburger Arbeitsagenturen. Dass die auch mit Langzeitarbeitslosen besetzt werden, soll das Teilhabechancengesetz regeln, das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist: Wer Menschen, die zwei Jahre oder länger arbeitslos waren, einstellt, bekommt vom Staat eine zeitlang bis zu 100 Prozent der Lohnkosten erstattet. Zusätzlich werden Qualifizierungsmaßnahmen finanziert, wie der Spezialführerschein für Gabelstapler oder die Ausbildung zum Pflegehelfer. Besonders im Handel, der Logistikbranche und in der Pflege gebe es Chancen, so Becking.

Sechs Jahre oder länger ohne Job

Rund 2.000 Langzeitarbeitslose hätten 2019 durch das neue Gesetz bereits Jobs gefunden, meldet die Bundesagentur für Arbeit. Die meisten von ihnen seien zuvor sechs Jahre oder länger ohne Arbeit gewesen. Sie hätten nun sozialversicherungspflichtige Stellen, die bis zu zehn Prozent vom Staat gefördert sind und in denen sie zusätzlich noch qualifiziert werden können.

Am Mittwoch unterzeichneten Alexander Fischer, Staatssekretär für Arbeit und Soziales, Sonja Staack, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg und Bernd Becking, Chef der Berlin-Brandenburger Arbeitsagenturen eine gemeinsame Erklärung zur Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit. Ziel sei es, "Langzeitarbeitslosigkeit und Langleistungsbezug in der Grundsicherung zu reduzieren", wie die Arbeitsagentur mitteilte.

Solidarisches Grundeinkommen für Menschen die maximal zwei Jahre ohne Job sind

Ergänzt wird das Teilhabechancengesetz durch das solidarische Grundeinkommen. Es richtet sich an Menschen, die maximal zwei Jahre ohne Job sind. Seit dem 17. Juli können Arbeitgeber Stellen für das Vorhaben bei der Senatsarbeitsverwaltung anmelden. Insgesamt finanziert der Staat rund 1.000 Arbeitslosen sozialversicherungspflichtige Jobs im gemeinnützigen Bereich bei Landesunternehmen, in der Verwaltung oder bei sozialen Trägern. 1.700 mögliche Jobs seien bereits angemeldet worden, so ein Sprecher der Senatsverwaltung für Arbeit. Bis Ende des Jahres sollen insgesamt 250 Personen vermittelt werden.

Sendung: Inforadio, 31.07.2019, 18:30 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Normalerweise machen die einen solange krank, bis man als Erwerbsunfähig raus aus dem Arbeitsmarkt ist.

  2. 2.

    Die Arbeitsstellen werden weiterhin durch die Bundesagentur finanziert. Nur eben nicht aus dem Topf Hartz IV. Steuerfinanziert ist es trotzdem. Die Förderung beträgt gem. §16i SGB II (6 Jahre arbeitslos) in den ersten beiden Jahren 100%, im dritten Jahr 90%, im vierten Jahr 80% und im fünften Jahr 70%. Das alles zahlt der Bundesbürger und die Firmen freuen sich, da ausdrücklich auch Firmen des 1. Arbeitsmarktes profitieren.
    Bei §16e SGBII (2 Jahre arbeitslos) wird etwas weniger gefördert. 75% im ersten Jahr, 50% im zweiten Jahr. Zusätzlich sämtliche Weiterbildungs- und Qualifizierungskosten, die mit der Stelle im Zusammenhang stehen. Was glauben sie, wie vielen Personen bereits der Führerschein Klasse B finanziert wurde.

    Merkwürdig das die Berliner JC noch nichts von den angeblich 1700 angemeldeten Stellen für das SGE wissen.

  3. 1.

    Wer wurde wieder rein zufällig vergessen? - https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Personengruppen/generische-Publikationen/Brosch-Die-Arbeitsmarktsituation-schwerbehinderter-Menschen.pdf

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