Alexander Hausmann, Funknetzplaner für Sonderprojekte bei Telefonica, steht in einem Technikraum im U-Bahntunnel nahe dem Hermannplatz neben der Basisstation von Telefonica für die Versorgung der U-Bahntunnel mit LTE-, UMTS- und GSM-Mobilfunk. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Video: Abendschau | 18.07.2019 | F. Drescher / S. Wendling | Bild: dpa/Christoph Soeder

BVG holt neue Anbieter an Bord - Schnelles Internet für alle in Berlins U-Bahn-Tunneln

Videos gucken, Mails lesen, einkaufen: In Berlins U-Bahnen zu surfen, ist für viele schwierig. Nur die Kunden einzelner Anbieter haben dort schnelles und flächendeckendes LTE-Netz. Laut der BVG soll diese Lücke in den nächsten zwei Jahren geschlossen werden.

In den U-Bahntunneln Berlins soll es künftig schnelles Internet für alle Fahrgäste geben. In den kommenden zwei Jahren wird das technische System nach und nach erweitert, wie es am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Berliner Verkehrsbetriebe und des Vertragspartners Telefónica Deutschland hieß.

Damit sollen auch Kunden der Deutschen Telekom und Vodafone Zugang zum Mobilfunkstandard LTE bekommen. Bislang konnten ihn den Angaben zufolge nur O2-Kunden in den Tunneln und auf Bahnsteigen nutzen.

O2 hatte seinen Kunden bereits seit Mai 2016 den Mobilfunkstandard LTE im gesamten Berliner Untergrund angeboten und sie auch zuvor bereits mit UMTS- und GSM-Anbindung versorgt. Künftig hätten auch die Kunden von Telekom und Vodafone die Möglichkeit, während der Fahrt in den Tunneln online zu spielen, Filme zu streamen oder neue digitale Angebote zu nutzen, heißt es in einer gemeinsamen Ankündigung der Unternehmen.

Zunächst auf der U2, U8 und U5

Ein Sprecher des Telekommunikationsunternehmens sagte, dass es sich um einen Millionenauftrag handele. Der Ausbau werde voraussichtlich am Alexanderplatz beginnen. Einen genauen Zeitpunkt für den Beginn der Versorgung wurde nicht genannt. Allerdings habe der Ausbau der Netzversorgung in den Tunneln unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung begonnen, hieß es in der Mitteilung am Donnerstag.

Für November ist der Abschluss der Arbeiten an einem ersten Knoten angekündigt. Dieser versorge dann die Linien U2 und Teile der U8 sowie den U-Bahnhof Alexanderplatz und den unterirdischen Bereich der U5.

Später Abschluss wegen "Komplexität und Größe des Bauvorhabens"

Die BVG nannte als Grund für den erst jetzt erfolgten Vertragsabschluss mit den Anbietern "die Komplexität und Größe des Bauvorhabens", sowie "Aspekte des Denkmalschutzes" und die "Auflagen zur technischen Sicherheit unter Tage". Der Ausbau ermögliche dem Unternehmen die Schaffung eines zukunftsorientierten Netzdesigns als Vorbereitung auch auf den neuen und schnelleren Mobilfunkstandard 5G.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hatte Ende des vergangenen Jahres den Schritt angekündigt. Nun sagte sie: "Die zuverlässige Verfügbarkeit von großen Bandbreiten ist für die Digitalhauptstadt Berlin essentiell. Nach langen Verhandlungen der im gegenseitigen Wettbewerb stehenden Unternehmen ist die jetzt stehende Kooperation zugunsten eines zügigen Ausbaus ein gutes Ergebnis."

Sendung: Abendschau, 18.07.2019, 19:30 Uhr

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21 Kommentare

  1. 20.

    Besser als LTE fände ich ein WLAN, das einen nicht trackt und keine Bewegungsprofile an Dritte weitergibt. Das ist nämlich momentan der Fall, lest euch mal die Nutzungsbedingungen durch. Aber offenbar geht es nicht ohne, selbst bei öffentlich-rechtlichen Unternehmen wie der BVG. Gilt auch für das Berliner Fenster, viel zu viel Werbung und zu wenig echte Information. Warum man überhaupt in der U-Bahn "online [..] spielen, Filme [..] streamen oder neue digitale Angebote [..] nutzen" muss, ist eine ganz andere Frage... mir würden 3-4 Nachrichtenseiten, zugänglich über ein tatsächlich freies WLAN, ja ausreichen...

  2. 19.

    Ich würde ständiges Personal auf den U-Bahnhöfen und eine 2er-Besetzung in einigen Buslinien sinnvoller finden, als "Fahrkarten in Turnschuhen" und schnelles WLAN in der U-Bahn.

  3. 18.

    Diese haltlosen Versprechen, seit Jahren heißt es in schöner Regelmäßigkeit, bald gibt es schnelles Internet........
    Ein Armutszeugnis für die Hauptstadt und den Wirtschaftsstandort Berlin. Wie soll der BER jemals eröffnet werden, wenn es die milliardenschweren Konzerne nicht einmal schaffen die U-Bahn mit einer funktionierenden Netzverbindung auszustatten. Kein Wunder dass Deutschland zunehmend den Anschluss verliert! Aber Hey, Berlin, arm aber sexy, ich lach mich kaputt!

  4. 17.

    Das kann man mit entsprechender illegaler Technik auch so noch erleben^^ Funk ist eben ein shared Medium... Ich möchte nicht wissen wie viele mittlerweile mit Jammer im Auto unterwegs sind, nur damit die Karre nicht nach Hause telefoniert... Also die Geräte sind da und das sicher in Hülle und Fülle, da kann die Bundesnetzagentur sich wehren wie sie möchte.

    Aber ich verstehe auch nicht wozu ich in der Bahn Internet brauche. Vermutlich bin ich zu alt dazu. Aber es macht Spaß (wenn ich denn mal Bahn fahre) bei anderen die Nachrichten mitzulesen. So lernt man seine Mitfahrer auch mal besser kennen. :-)

  5. 16.

    Ach schade.... die U-Bahn war bisher für mich ein beliebter Ort, das Verhalten anderer Menschen bei Netzabstinenz zu beobachten. Dieses hektische Rumgefummel am Smartphone, aus Verzweiflung alte WhatsApp Chats lesen, weil keine neuen reinkommen, die Musiklisten durchschauen nach Titeln, die man hören könnte, wenn man online wäre und aaahhh (*Schreckaugen*) beim Blick nach oben und ringsherum feststellen, dass da noch andere Menschen sind...

  6. 15.

    Wenn Sie schnell surfen wollen, reicht schon der Besuch einer nicht zu überlaufenen U-Bahnstation. WLAN ist in den meisten Bahnhöfen vorhanden.

    Bus ich in der U-Bahn schneller surfen kann als das theoretisch zu Hause möglich wäre, wird aber noch viel Zeit vergehen. Mir wollten gleich zwei Anbieter einen Gigabit-Anschluss aufschwatzen. Der eine ist mir zu unzuverlässig, der andere zu teuer.

  7. 13.

    Schnelles Internet für alle?? Inwiefern begründet der RBB eine so totalitäre Formulierung.
    Sicher ist der Zugang nur mit entsprechendem Gerät und kostenpflichtigem Vertrag mit einem der Anbieter möglich.

  8. 12.

    Dann könnte ich in der U-BAHN schneller surfen, als zu Hause ! ! Nächste Station? Zwickauer Damm, bin mit dem Rad in 20 Minuten da.

  9. 11.

    Was soll ich mir denn in Bussen und U-Bahnen anschauen oder anhören, dass das Vorhandensein meiner Sinne erforderlich macht?
    Bettler, Zeitungsverkäufer, "Musiker", Raucher auf Bahnhöfen, Dönner-Esser in den Bahnen, betrunkene, pöbelnde, stinkende, biertrinkende Menschen?
    Im Gegenteil, ich würde gerne meinen Geruchssinn ebenfalls abschalten, ob des olfaktorischen Großangriffs, der in den meisten Bahnen und Bahnhöfen auf die Fahrgäste lauert.

    Davon abgesehen war es in meiner Jugendzeit in der BVG nicht anders. Da haben sich die Fahrgäste auch so gut gegenseitig ignoriert wie sie eben konnten.

  10. 10.

    Eines der drei Mobilfunknetze sollte in jedem U-Bahnhof funktionieren. Bei 112 wird ggf. automatisch ein fremdes Netz genutzt, auch wenn man in dem ansonsten nicht telefonieren kann. Die EU-einheitliche Notrufnummer hat Priorität. Es wird bei Bedarf sogar ein anderer Teilnehmer vom Netz getrennt.

  11. 9.

    Damit haben Sie auch widerum recht. @Gustav bringt es aber auch auf den Punkt. Nicht rechts und links guckend, im Weg stehend, nicht ansprechbar durch Kopfhörer, im Bus aufs Smartphone starrend in der Lichtschranke stehend, dass die Türen sich nicht schließen können uvm., nervt schon sehr.

  12. 8.

    "Frau Pop hat Recht. Da das von ihr kontrollierte Unternehmen immer wieder mit Mängeln auf sich aufmerksam macht, ist die Fahrinfo-App essentiell. Die benötigt einen ausreichend schnellen Internetzugang."

    So ein Blödsinn, typisch Frau Pop. Sie sollte sich als Aufsichtratsvorsitzende mal um die notwendigen Dinge der BVG kümmern und nicht um Add-ons. Und wer nicht im Stande ist, sich vorher eine Fahrinfo zu ziehen oder nicht mal 30-60 min. auf schnelles Internet verzichten kann, sollte die Öffentlichen meiden und die Schuld nicht bei der BVG suchen. Sie ist ein Unternehmen des ÖPNV und kein TK Dienstleister.... immer dieses Anspruchsdenken...

  13. 7.

    Ich bin im O2 Netz und habe nur 4G angezeigt.. aber zu 95% sehr langsame Verbindungen in Ubahn. Reicht nicht mal um RBB zu aktualisieren.

  14. 6.

    Ja, grundsätzlich richtig, war aber noch nie anders (man siehe sich alte Bilder von Leuten mit Zeitungen in den Bussen an). Nur ist die Welt rauer geworden, sodass ein Hinschauen oder zumindest nicht wegschauen/-hören mehr erforderlich wird. Durch die Vernetzung wird es jedoch ggf. einfacher in nötigen Situationen Hilfe zu rufen, denn teilweise ist nicht einmal telefonieren in den Untergrundbahnhöfen möglich.

  15. 5.

    Und vor allem Arbeiten.

  16. 4.

    Frau Pop hat Recht. Da das von ihr kontrollierte Unternehmen immer wieder mit Mängeln auf sich aufmerksam macht, ist die Fahrinfo-App essentiell. Die benötigt einen ausreichend schnellen Internetzugang.

  17. 3.

    Es wäre so schön, wenn die Menschen mit offenen Augen und Ohren durch die Welt liefen. Es ist nicht günstig noch zu unterstützen, dass die Mitmenschen und Umwelt nicht genügend wahr genommen werden. Und das werden sie nicht. Wer regelmäßig zu Stoßzeiten mit den Öffentlichen unterwegs ist, weiß, was gemeint wird. Kopfhörer machen taub, das Smartphone blind-keine guten Bedingungen für ein rücksichtsvolles Miteinander in Bus und Bahn. Wenn zwei Sinne fast ausgeschaltet sind, wird‘s schwierig. Ich finde das nicht gut und denke auch, dass es andere Probleme gibt, die dringlicher angegangen werden müssten.

  18. 2.

    Ist ja spannend. Fahren jetzt mehr U-Bahnen?

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