Geplantes Hochhaus Capital Tower am Alexanderplatz (Simulation: Monarch Gruppe, basierend auf einem Entwurf von Ortner & Ortner Baukunst)
Bild: Bewocon

Verzögerung für Investor - Hochhaus-Bau am Alex soll im Oktober beginnen

Bereits am 1. August hätte der Bau des neuen Hochhauses am Alexanderplatz beginnen sollen, doch das Baufeld ist noch nicht vorbereitet. Nun sollen die Arbeiten erst im Oktober beginnen. Denn noch stehen wichtige Genehmigungen aus. Von Oliver Noffke

Der erste Spatenstich für ein neues Hochhaus neben dem Einkaufszentrum am Alexa in Berlin-Mitte soll im späten Oktober stattfinden. Das teilte ein Sprecher des Berliner Immobilienunternehmens Bewocon auf Anfrage von rbb|24 mit. Derzeit seien noch nicht alle erforderlichen Vorarbeiten abgeschlossen, um mit dem Tiefbau beginnen zu können, hieß es. Die Bewocon vermarktet das Wohnhochhaus für den Bauherren, den russischen Investor Monarch.

Ursprünglich hätte der Spatenstich bis zum 1. August erfolgen sollen, um möglichen Vertragsstrafen zu entgehen. Das hatte die "Berliner Zeitung" berichtet. Demnach habe der Senat diese Frist vereinbart, um Grundstücksspekulationen zu verhindern. Wie die Zeitung weiter berichtet, sei laut dem Vertrag selbst ein Rückkauf des Grundstücks durch den Senat.

Details zur Vereinbarung unklar

Das Büro der zuständigen Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Linke), verweist darauf, dass die Berliner Immobilienmanagement GmbH (Bim) von Seiten des Landes mit Monarch verhandelt habe. Eine Sprecherin der Bim bestätigte auf rbb|24-Anfrage zwar, dass es eine Vereinbarung zwischen dem Land Berlin und Monarch gibt, wollte aber zu den Details keine Auskunft geben.

Unklar ist, ob Monarch überhaupt gegen Vereinbarungen verstoßen hat. Das Bezirksamt Mitte teilte auf Anfrage mit, eine Genehmigung zur Nutzung der Straße während der Bauarbeiten stehe noch aus. Wegen möglicher Auswirkungen auf den nahegelegenen Grunnertunnel, müsse außerdem noch die Verkehrsverwaltung zustimmen. Der russische Investor hat den Baubeginn bereits am 15. Juli bei der zuständigen Stelle angezeigt, so das Bezirksamt.

Etwa zur selben Zeit wurde um das Grundstück ein blickdichter Bauzaun errichtet, auf dem Visualisierungen des Entwurfs abgebildet sind. Offiziell hat der Baustart also schon begonnen, auch wenn noch gar nicht gebaut wird. Bereits seit Februar vergangenen Jahres besteht Baurecht für das Hochhaus. Die Genehmigung ist drei Jahre lang gültig.

Ballermann-Bar auf dem Alex musste bereits weichen

Monarch plant insgesamt 377 hochpreisige Wohnungen in dem 150-Meter-Turm unterzubringen, vom Einzimmer-Apartment bis hin zu luxuriösen Penthouses in den oberen Etagen.

Direkt auf dem Alexanderplatz haben unterdessen die Bauvorbereitungen für ein weiteres Hochhaus begonnen. Neben dem Park Inn will das französische Immobilienunternehmen Covivio ein Gebäude errichten, das neben Wohn- und Gewerbeflächen auch einen 130 Meter hohen Büroturm vorsieht. Dazu wurde bereits vor einigen Wochen eine Ballermann-Bar samt Biergarten abgerissen.

Pläne für eine Reihe von Hochhäusern gibt es bereits seit 1993. Damals gewann der Architekt Hans Kollhoff einen Wettbewerb für den Masterplan zur Umgestaltung des Platzes. Damals waren mehrere 150 Meter hohe Hochhäuser um den Platz herum vorgesehen. Bis heute wurde kein einziges davon realisiert.

 

Investorenträume für eine Ost-Berliner Betonwüste

Sendung: Abendschau, 06.08.2019, 19.30 Uhr

Beitrag von Oliver Noffke

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21 Kommentare

  1. 21.

    Also von der Lage her würde ich das als Filetstücke bezeichnen. Und die Stadt hat ja jede Möglichkeit auch andere Preise oder Nutzungsmöglichkeiten zu wählen. Nicht alles was geht, muss man auch mitmachen.

  2. 19.

    Dann bin ich ja mal gespannt, ob die Hochhäuser nun endlich gebaut werden oder ob es weiter bei der Bretterzaun-Tristesse bleiben wird...

  3. 17.

    Welche Filetstücke hat das Land gerade wieder verkauft? Ich lese in den Medien immer wieder, dass man baureife Flächen behalten will, die aber nicht bebauen möchte. Es kommen sonst sofort lautstarke NIMBYs um die Ecke, die um ihre privaten Interessen fürchten.

  4. 16.

    „ Inner City Blues“ eben;-) Die Abscheulichkeiten auf den Fotos und die Abbildungen sind eine Beleidigung für die Stadt! Wahre Worte. Danke.

  5. 15.

    Die "Schacharei" wird erst aufhören, wenn es nichts mehr zu veruntreuen und zu verhökern gibt. Die Abscheulichkeiten auf den Fotos und Abbildungen sind eine Beleidigung für diese Stadt! Aber wo der Mammon am Zuge ist, da entsteht ein Reichen Ghetto nach dem anderen. Fehlen dann nur noch Zufahrtsbeschränkungen.......achne Fahrverbote sind ja schon in Planung! Und dank Rot Rot Grün ist es in der City ja bald so ruhig wie an einem Waldsee.

  6. 14.

    Nun ja "Filetgrundstück", wenn jemand 6.000 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung am Alex ausgeben will... Bitteschön.

  7. 13.

    Heute fehlt in Berlin günstiger Wohnraum, nachdem die Stadt vor 20 Jahren weite Teile ihres Wohnungsbestands verkauft hat. Man hat das Gefühl, die Stadt macht den gleichen Fehler gerade wieder mit dem Verkauf seiner Filetgrundstücke.

  8. 12.

    Ein wirklich schönes Haus. Die hochwertigen Wohnungen werden weggehen wie warme Semmeln. Ich kann die Mieter, respektive die Eigentümer, nur zu diesen Wohnungen beglückwünschen.

  9. 10.

    Also Bauen ja, aber die architektonoische Einfallslosigkeit ist durch nichts mehr zu überbieten.
    Ausländer Investor hin oder her, das Ding steht vielleicht 60 -100 Jahre und ist an Hässlichkeit....... Die nächste Frage ist Katastrophenschutz Wärmerückgewinnung Wassermanagment(neudeutsch:Klimaschutz) Flaniergrün
    Seelenlosigkeit wie in der Friedrichstraße?

  10. 9.

    Der Senat läßt zu, das solch hässliche Hochhäuser Klötze ausgerechnet am Alex errichtet werden. Da hätte ich mir viel schönere und innovative Hochhäuser hin gewünscht. Geht nämlich wie auch in anderen Städten deutlich besser.

  11. 8.

    Berlin stiert auf die zu erwartenden Steuereinnahmen aus den Verkauf solcher Immobilien, und meint das die Bewohner auch fleißig steuern zahlen und die Wirtschaft ankurbeln. Das das kurzfristig gedacht ist....

  12. 7.

    Ausländische Investoren, hochpreisiger Wohnraum, mir wird schlecht wenn ich das lese. Aber so ist es nun mal im Kapitalismus, wo nur das Geld zählt.

  13. 6.

    Schon irgendwie ironisch wenn man hier liest das die bewocon Wohnungen am Alex im Hochpreisigen Segment bauen wird (bei der aktuellen Knappheit) und es dann auf der website von bewocon als Werbespruch heißt:“ Wohnen heißt Mensch sein„ Welche Menschen leisten sich denn da Wohnungen? Menschen die zu viel Geld haben um nur an den vier Tagen im Jahr die sie in Berlin flanieren, ne Angeberwohnung brauchen? Gut durchdacht lieber Senat.
    Und dann noch dazu ein Firmenname wie Monarch. Welche Firma gibt sich bitte so einen Namen und repräsentiert sich dann als guter Bauherr?

    Als nächstes wird dann der Berliner Flughafen von der Baufirma „Axt im Wald“ übernommen.

  14. 4.

    Tja, wird eh alles an ausländische "Investoren" verhökert, aber an anderer Stelle werden Häuser, die verscherbelt wurden, für teures Steuergelder über Vorkaufsrecht zurück geholt.
    Der Schaden ist immens und wer zahlt? Der doofe Wahlbürger und Steuerzahler.

  15. 3.

    Die Hochhäuser am Alex sind private Bauprojekte die von privaten Investoren gebaut werden . Die Schulen die in Berlin dringend gebraucht werden und mehr als sinnvoll sind baut der Senat also letztendlich wir Steuerzahler . Das eine hat also mit dem anderen nichts zu tun .

  16. 2.

    Berlin baut kein Hochhaus, sondern ein privater Investor. Mag sein, dass Berlin immer weiter verblödet, wie Sie meinen, aber die Fähigkeiten im Lesen und Verstehen einiger Brandenburger scheinen nun auch nicht so dolle zu sein...

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