Blick auf Europacity in Berlin mit Fernsehturm im Hintergrund (Bild: imago images/Sabine Gudath)
Audio: Inforadio | 09.08.2019 | Annette Birke | Bild: imago images/Sabine Gudath

Aktuelle IW-Studie - Zahl der Wohneigentümer in Berlin und Brandenburg steigt

Immer mehr Menschen in Berlin und Brandenburg kaufen Wohnungen und Häuser, das belegt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft. Die Kehrseite: Besonders bei jungen Familien scheitert der Kauf am fehlenden Eigenkapital.

In Berlin und Brandenburg gibt es immer mehr Wohneigentümer. Das geht aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) [iw-koeln.de] hervor, die am Freitag vorgestellt wurde.

In der Hauptstadt nahm die Zahl der Eigentümer demnach zwischen 2010 und 2017 um rund ein Viertel zu. Ihr Anteil an allen Haushalten stieg um vier Prozentpunkte auf 18 Prozent. Grund für den Immobilienerwerb seien unter anderem die steigenden Mieten.

In Brandenburg lag der Anteil des Wohneigentums laut Studie im Jahr 2017 bei 45 Prozent und damit um sieben Punkte höher als 2010. Das erklären die Autoren damit, dass zunehmend Haushalte Berlin verlassen, um im Speckgürtel der Hauptstadt Einfamilienhäuser zu bauen oder zu kaufen.

Viele scheitern am Eigenkapital

Bundesweit stagniert derweil der Anteil der Wohneigentümer seit 2010 bei rund 45 Prozent, so die Studie – und das, obwohl die Rahmenbedingungen mit niedrigen Zinsen durchaus günstig seien. Das IW führt dies auf "Zugangsbarrieren aufgrund hoher Kapitalbedarfe" zurück, oder anders gesagt: In Zeiten steigender Immobilienpreise steigt auch das für einen Kauf nötige Eigenkapital.

Hier sei der Staat gefragt und müsse effektivere Förderungen als das Baukindergeld schaffen, fordern die Macher der Untersuchung. Zudem sollten die Förderbeträge für das Bausparen und die Arbeitnehmerzulage erhöht werden. Aber auch Arbeitgeber sollten stärker in Bausparmodelle eingebunden werden, fordert das IW.

Zahl der Ersterwerber rückläufig

Ein bundesweiter Blick auf die Altersgruppen und Einkommensklassen unter den Wohneigentümern belegt, dass vor allem Wohlhabende und Senioren in den eigenen vier Wänden leben. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen waren es 2017 noch zwölf Prozent, in der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen 38 Prozent. Das sind jeweils fünf Prozentpunkte weniger als noch 2010. Gleichzeitig stieg der Anteil der Gruppe der über 65-Jährigen um fünf Prozentpunkte.

Aus den Einkommensklassen, die in der Studie in fünf Stufen unterteilt werden, geht hervor, dass Menschen der oberen beiden Stufen immer häufiger Immobilien erwerben, während niedrige Einkommensklassen immer seltener zu Wohneigentum kommen.

Darüber hinaus zeigt die Untersuchung auch, dass die Zahl der Ersterwerber im Bundesschnitt rückläufig ist. Zwischen 1998 und 2002 lag die Zahl der Ersterwerber noch auf einem Niveau von rund 700.000 Haushalten jährlich, in den Jahren 2016 und 2017 waren es dann jeweils weniger als 400.000 Haushalte, was etwa ein Prozent aller Haushalte entspricht.

Sendung: Inforadio, 09.08.2019, 11 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Dann hat jeder Einzelne, für seine Wohnung oder sein Grundstück die Verantwortung und die Kosten zu übernehmen. Das ist volkommen gerecht. Die Eigentumsquote, sollte noch viel höher sein, mindestens 50 %. In Berlin, sind Haus-und Wohnungseigentümer in der Minderheit und dadurch wird Eigentum durch Nichteigentümer nicht geachtet, beschmiert und beschädigt. Es fehlt in Berlin vollkommen die Verantwortung für die eigene Stadt, bedingt dadurch, das die Eigentumsquote so sehr gering ist. Im Land Brandenburg, hat sich das mittlerweile zum Positiven geändert-Eigentum ist in und sehr begehrt.

  2. 4.

    Andere Länder, haben einen viel höheren Anteil an Wohneigentümern. In Berlin, sind es um die 15 %. Da kann man natürlich immer auf die anderen meckern. Selber mal Verantwortung und die Kosten übernehmen und nicht immer vom Steuerzahler alles verlangen. Im Land Brandenburg, ist noch sehr viel Platz für das eigene Grundstück. Und dann hört auch das ewige Gemeckere, auf die bösen Berliner Vermieter auf. Meine Kosten trägt auch keine Genossenschaft, die vom Staat gesponsert wird. Aber die Mieten werden trotz Meckern steigen, da in Berlin bald niemand mehr Lust haben wird, neue Wohnungen zu bauen. Tausende Familien mit Kindern, verlassen ja nicht umsonst, jedes Jahr Berlin in Richtung Umland, wo am Stadtrand jedes Jahr Tausende neuer Wohnungen und Bauflächen entstehen. Meckern oder Selber Verantwortung übernehmen.

  3. 3.

    Endlich mal Eigeninitiative, dann wird auch endlich das Gemeckere über andere weniger, wenn man plötzlich selber Verantwortung trägt und sich kümmern muss und sieht, was da alles für Kosten dranhängen und wer sich da wirklich ne goldene Nase verdient (Staat, Notare, Makler)
    Ich finde der Staat, die KfW sollten wenigstens 1x für jeden die Möglichkeit geben, dass jeder Eigentum erwerben kann statt ein Leben lang Miete zu zahlen. Wie wärs mit 0% Zinsen. Bei 500 Euro Rate statt Miete sind das in 30 Jahren eine 180.000 Euro-Immobilie
    Es gibt Länder, da gibt es Mieten fast gar nicht. Wie z.B. Rumänien hat 97% Eigentumsanteil Berlin irgendwas um die 15%

  4. 2.

    "Immer mehr Menschen in Berlin und Brandenburg kaufen Wohnungen und Häuser, das belegt eine Untersuchung...." sollte heißen : Immer mehr Menschen kaufen in Berlin.....
    Die Behauptung suggeriert, dass nur in Berlin lebende oder Berliner sich vermehrt Wohneigentum zulegen.

  5. 1.

    Im EU-Durchschnitt liegt er Wohneigentumsanteil bei 70 Prozent. Da geht noch was. In dem Punkt ist Deutschland also ausgesprochenes Entwicklungsland. Na mir als Vermieter soll's recht sein.

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