S-Bahnzug am Bahnhof Hackescher Markt (Bild: imago images/Rüdiger Wölk)
Audio: Inforadio | 29.08.2019 | Oliver Soos | Bild: imago images/Rüdiger Wölk

Quote verbessert - Berliner S-Bahn fährt pünktlicher

Angesichts vieler Beeinträchtigungen wegen Bauarbeiten werden sich so manche Fahrgäste verwundert die Augen reiben: Die Berliner S-Bahn fährt immer pünktlicher, heißt es vom Unternehmen. Wobei die Definition von Pünktlichkeit durchaus breit gefasst ist.

Die Berliner S-Bahn kommt nicht mehr so oft zu spät wie im vergangenen Jahr. Bis jetzt trafen seit Jahresbeginn 96,3 Prozent der Züge weniger als vier Minuten nach der Fahrplanzeit ein - damit gelten sie nach Bahn-Definition als pünktlich.

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen sein Ziel von 96 Prozent pünktlicher Züge verfehlt und nur 95 Prozent erreicht. Nach Daten der Bahn gab es in diesem Jahr bislang auch weniger Zugausfälle und Fahrzeugstörungen.

Buchner verweist auf die "Qualitätsoffensive"

S-Bahn-Chef Peter Buchner führte das am Donnerstag auf die vor einem Jahr begonnen "Qualitätsoffensive" zurück, die Investitionen von 30 Millionen Euro umfasst. Mit dem Geld sollen nach Angaben der S-Bahn jährlich 100 Lokführer ausgebildet und anschließend angestellt werden. In Schöneweide wurde im Rahmen der “Qualitätsoffensive“ eine neue integrierte Leitstelle eingerichtet, die Störungen schneller beheben soll. Außerdem wurden an den Bahnhöfen Warschauer Straße und am Alexanderplatz zusätzliche Streifen von Sicherheitsmitarbeitern der S-Bahn eingeführt.

Auch in das Schienennetz investiert die Deutsche Bahn, die Konzernmutter der Berliner S-Bahn, derzeit kräftig, was für viele Kunden teils erhebliche Beeinträchtigungen mit sich bringt. Seit dem 26. August werden Gleise, Schienen und Schotterbetten auf einigen S-Bahn-Linien runderneuert. Außerdem wird in dem gesamten Bereich auf moderne Zugsicherungstechnik ZBS umgestellt. Dafür kommt es auf den Linien S7 und S75 noch bis zum 14. November zu Sperrungen, ab 4. Oktober dann auch auf der S5.

BVG ist unpünktlicher als die S-Bahn

Weniger pünktlich fahren derweil Busse und Straßenbahnen der BVG. Ausnahme sind die U-Bahnen. Im vergangenen Jahr waren nach BVG-Angaben 98,4 Prozent von ihnen pünktlich, 0,4 Prozentpunkte weniger als 2017 - noch immer “ein ordentliches Niveau“, meinte BVG-Chefin Sigrid Nikutta bei der Vorlage der Zahlen im Januar. Die Pünktlichkeitsquote bei den Straßenbahnen lag im vergangenen Jahr bei rund 90 Prozent. Am unzuverlässigsten fuhren die BVG-Busse mit einer Pünktlichkeitsquote von knapp 87 Prozent. Bis zu einer Verspätung von dreieinhalb Minuten gelten Busse und Bahnen bei der BVG noch als pünktlich.

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit seien nicht so schlecht, wie es manchmal dargestellt werde, sagte BVG-Chefin Nikutta im Januar. Die Summe der Fahrten von Passagieren sei 2018 um 3,2 Prozent auf 1,1 Milliarden gestiegen. Bei den Investitionen in neue Busse, Trams und U-Bahnen sei man auf einem guten Weg. Die meisten neuen Fahrzeuge verstärkten die Flotten aber erst in einigen Jahren.

Die Ausfallquote - das heißt der Anteil der planmäßigen Fahrten, die wegfielen - stieg bei den U-Bahnen im Vergleich von 2017 und 2018 von 1,3 auf 2,0 Prozent, bei den Bussen von 0,6 auf 1,5 Prozent und bei den Straßenbahnen von 1,0 auf 3,1 Prozent.

Sendung: Inforadio, 29.08.2019, 14 Uhr   

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12 Kommentare

  1. 12.

    Im großen und ganzen können wir doch mit der Pünktlichkeit von S-Bahn und BVG zufrieden sein. Klimatisierte Züge gibt es bei der S-Bahn noch nicht und schadhafte Türen...da sind meistens die Fahrgäste selber schuld.Das Busse und Tram unpünktlich fahren liegt zu meist am Straßenverkehr.Gleis und Weichenanlagen müssen auch gewartet und erneuert werden. Etwas anderes sind Ausfälle. Die sind zu meist der Politik in Zusammenarbeit mit den Betrieben verschuldet. Zu spät wurde erkannt, das der Fuhrpark bei beiden Unternehmen aufgestockt werden muss und die Wartungsintervalle für die vorhandenen Fahrzeuge verdichtet werden muss. Desweiteren ist die Personalpolitik bei beiden Unternehmen eine Katastrophe. Wobei die S-Bahn wohl noch der etwas attraktivere Arbeitgeber in puncto Bezahlung ist.

  2. 11.

    Keine Baureihe der Berliner S-Bahn besitzt eine Klimaanlage. Die Baureihen 480 und 481 besitzen lediglich eine Belüftungsanlage. Beim Bau der Baureihe 481 Anfang der 90er Jahre gab es vom Berliner Senat keine Forderungen, eine Klimaanlage für diese Baureihe zu bestellen.

    Erst die Baureihe 483/484 (derzeit in Erprobung) besitzt eine Klimaanlage. Defekte Türen entstehen leider durch Materialermüdung und Fahrgastfehlverhalten.

  3. 10.

    Welche nichtexistierende Klimaanlage ist da letzte Woche Ihrer Meinung nach ausgefallen? Bei der S-Bahn ist vieles im Argen und auch der RBB Bericht hinterfragt nicht kritisch, wieviele Fahrten denn ganz ausgefallen sind, da diese nämlich gar nicht in der Verspätungsstatistik auftauchen. Aber die Bahn macht derzeit beispielsweise deutlich mehr gegen Graffitischmierereien als die BVG und die Polizei und subjektiv ist die Pünktlichkeit wirklich besser geworden. Gemotze wie hier und von anderen Kommentatoren z.B. wegen der Notarzteinsätze sind Stammtischparolen, denn die Bahn ist wahrlich nicht immer Schuld daran dass auch viel zu viele Einwohner in Berlin rücksichtslos machen was sie wollen ohne Rücksicht auf ihre Mitmenschen.... det is Bealin, wa?

  4. 9.

    Also ich lach mich schlapp, es gibt Ausfälle tagtäglich, Stellwerksstörungen, verkürzte Züge, in keiner S-Bahn hat letzte Woche die Klimaanlage funktioniert, wenn man andere Großstädte wie München, Stuttgart oder Frankfurt ansieht, läuft es weit besser im Ablauf, nur wenn es auf den Stammstrecken stockt kommt es zu Verspätungen, aber Türen und Klimaanlage funktioniert wenigstens

  5. 8.

    Na dann hoffe ich mal für Sie, dass sie nie einen Herzinfarkt, epileptischen Anfall oder ähnliches in der S-Bahn bekommen. Vielleicht sind dann auch Mitreisenden vor Ort, die lieber eine fahrende S-Bahn wollen, als das sie Hilfe durch einen Notarzt bekommen.

  6. 7.

    Mit Verlaub: Der letzte Satz (und Absatz) erklärt zweifellos die gestiegene Pünktlichkeitsrate. Mit Defekten behaftete Züge und Busse, die garnicht erst losfahren, können auch nicht zur Verspätung beitragen.

  7. 6.

    Dass sich der Betrieb der S-Bahn stabilisiert hat, ist für viele durchaus merkbar. Nicht umsonst waren die Fahrgastsprechstunden an den Bahnhöfen in diesem Jahr sehr ruhig. Nur weil ein Zug an der Station X ausfällt bedeutet es nicht, dass dieser die komplette Strecke nicht bedient. Auch sind die Polizei- und Notarzteinsätze nicht erfunden. In Berlin macht doch jeder was er will. Gerade bei Personen am Gleis können viele Fahrgäste froh sein, dass nicht alles gemeldet wird. Dass insbesondere der Monat Juni eine Katastrophe darstellte, ist unbestritten. Trotzdem werden die Verstärkerfahrten auf den Linien 1 und 5 zuverlässig erbracht und die Ausfälle (Zuverlässigkeit) nahmen laut den VBB-Berichten ab. Zu katastrophalen Wochen gibt es auch ruhige Wochen bzw. stabile Monate. Dass ein Idealzustand weiterhin nicht vorliegt, ist natürlich unbestritten. Es muss weiterhin hart gearbeitet werden, damit die Pünktlichkeit und die Zuverlässigkeit (Anzahl durchgeführter Zugfahrten) besser werden.

  8. 5.

    Man sollte aufpassen, das man die S Bahn nicht ungerecht bewertet und Verbesserungen fairerweise auch wirklich als solche betrachtet …. aber jetzt mal im Ernst, wenn ich mir meine letzte Woche mit der S-Bahn anschaue das ist das eine einzige Katastrophe ! Zugausfälle, Verspätungen, defekte Züge, Weichen- und Stellwerkprobleme, unregelmäßiger Zugverkehr, Bauarbeiten die man vor 20Jahren hätte machen sollen …. wir sind weit, sehr weit von einer vorzeigbaren Situation entfernt. Da hilft auch kein dümmliches Politikergeschwätz.

  9. 4.

    Ein so dichter Takt wäre hier gar nicht möglich. Die Zusteiger, die direkt vor den Türen die Aussteigen behindern, verhindern das ebenso wie das zeitaufwendig Anlegen der Rampen für Rollstuhlfahrer.

  10. 3.

    Der Artikel ist doch ein Scherz!
    Erst heute und gestern wieder "Stellwerk-Störung" und vor 3 Tagen "Notarzteinsatz". Fast jeden Tag die selbe Leier. Wenn man die Meinungen auf den vollen Bahnhöfen sich anhört, merkt man den Frust der Fahrgäste und auch dass es langsam unglaubwürdig ist. Überall ist es besser als die S-Bahn in Berlin. Manchmal denke ich dass man die Teppich-Etagen austauschen müsste damit es wieder pünktlicher und zuverlässiger rollt in Berlin.

  11. 2.

    Ist schon 1. April?

  12. 1.

    Mal zum Vergleich,
    die Moskauer Metro hat eine Taktzeit von 90 Sekunden und eine Pünklichkeit von 99,9 %,inkl. Wlan & Ladestation fürs Handy.
    Über die Metro,kam diese Woche auf Welt eine Sendung...
    Davon ist der Nahverkehr in Berlin Lichtjahre entfernt...

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