Dunkle Regenwolken ziehen über den Windenergiepark "Odervorland" im Landkreis Oder-Spree (Quelle: dpa/Patrick Pleul).
Bild: dpa/Patrick Pleul

Erneuerbare Energien - In Brandenburg kamen 2018 fast 90 neue Windräder dazu

Brandenburg hat den Ausbau erneuerbarer Energien im vergangenen Jahr intensiviert und 88 neue Windräder in Betrieb genommen. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine kleine Anfrage der CDU-Fraktion hervorgeht [parlamentsdokumentation.brandenburg.de als PDF].

Insgesamt standen damit Ende vergangenen Jahres 3.810 Windräder im Land. Bei den Photovoltaikanlagen kamen im gleichen Zeitraum 2.769 neue hinzu, außerdem wurden vier Biomasseanlagen in Betrieb genommen. Dem Antwortschreiben zufolge waren damit zum Jahresende 2018 insgesamt 38.752 Photovoltaikanlagen und 536 Biomasseanlagen im Land am Netz.

Braunkohle noch immer Hauptstromquelle

Neue Wasserkraftanlagen wurden laut Auswertung im vergangenen Jahr nicht gebaut, 2017 haben sogar zwei den Betrieb eingestellt. Insgesamt produzierten Ende vergangenen Jahres 39 Wasserkraftanlagen in Brandenburg Strom. Das Land rüstet sich mit den neuen Anlagen für die Energiewende und den Ausstieg aus der Braunkohle, der bis spätestens 2038 abgeschlossen sein soll. Brandenburg sei bei der Produktion erneuerbarer Energien pro Kopf führend in Deutschland, hatte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mehrfach betont.

Wieviel die Anlagen zur Stromerzeugung tatsächlich im vergangenen Jahr produzierten, geht nicht aus der Anfrage hervor. Diese Zahlen liegen der Landesregierung nur für 2017 vor: Demnach waren Windräder die zweitgrößte Erzeugerquelle für Strom mit einem Anteil von 20,5 Prozent der Bruttostromerzeugung. Der meiste Strom mit einem Anteil von 57,3 Prozent wurde allerdings aus Braunkohle gewonnen.

Natürlich sind die Anlagen eine Belastung für Bürger und Kommunen im ländlichen Raum.

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg

Anlagen belasten vielerorts Anwohner

Die Wende verläuft aber nicht ganz problemlos: Immer wieder protestieren Bürger gegen den Bau neuer Windräder. "Natürlich sind die Anlagen eine Belastung für Bürger und Kommunen im ländlichen Raum. Deshalb müssen sie Nutzen daraus ziehen können, zum Beispiel durch Einnahmen. Es darf nicht sein, dass Kapitalinvestoren eine große Rendite zu Lasten der ländlichen Bevölkerung beziehen", sagte Woidke Anfang August.

Bei der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg gibt es dafür eine Beratungsstelle, die zwischen Investoren, Kommunen und Bürgern vermitteln soll. Sie informiert unter anderem über Einflussmöglichkeiten und finanzielle Beteiligungen.

In Cottbus wird derweil ein Kompetenzzentrum für strombasierte Brennstoffe geplant. Dazu gehört auch eine Demonstrationsanlage für "Power-to-X" (PtX), die strombasierte Brenn-, Kraft- und Grundstoffe nachhaltig erzeugen und nutzen soll. PtX-Technologien sollen es möglich machen, Stromüberschüsse beispielsweise bei einem Überangebot erneuerbarer Energien aus Sonne oder Wind zu speichern oder anderweitig zu nutzen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 29.08.2019, 9 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ich bin dafür dass die Windräder in Zukunft dort aufgestellt werden wo auch der Strom gebraucht wird,in Bayern und Baden-Württemberg.Besser noch die schicken die Arbeitsplätze nach Brandenburg..

  2. 4.

    Wir können stattdessen auch einfach warten bis der Klimawandel uns den Wald, die Vögel, und die Insekten komplett weghaut. Ist dann sicher besser.

  3. 3.

    Schade dass der Windkraftausbau im Vergleich den letzten Jahren massiv eingebrochen ist. So wird das nichts mit der Energiewende. Wir müssen unsere Anstrengungen massiv verstärken.

  4. 2.

    Ist doch schön mit den Windrädern. Wir können noch 5000 in die Landschaft setzen und dafür auch Wald abholzen.
    Eines haben die zig Tausend Räder ALLE gemeinsam: sie DREHEN ALLE bei Wind und sie STEHEN ALLE bei Windstille.
    Also baut noch en paar mehr von den Dingern. Den Vögeln und Insekten wird es gefallen. Ist doch fürs Klima (angeblich) und nicht für den Geldbeutel prall gefüllt mit Subventionstalern.

  5. 1.

    Sicher, wir brauchen noch mehr Windkraftanlagen... noch mehr Vogelschlag, noch mehr tote Fledermäuse, noch mehr Schlagschatten... Das kann man alles totschweigen, solange man mit den Anlagen nur ordentlich Geld verdienen kann. "...deshalb müssen sie (die Anwohner) Nutzen daraus ziehen..." Da bekommt man das kalte Ko...en. Nur dummerweise wird heute das Thema Klimaschutz (und deutschlands saubere, weiße Ökoweste) vor Naturschutz gestellt. Wen interessiert denn die Kehrseite von Windkraft, E-Autos (Akkus) und Co.?! Gibt bei der Deutschen Wildtierstiftung einen interessanten Artikel zum Thema "Windkraft", will nur keiner drüber reden und redet das Thema tot.

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