Passagiere steigen nach einem Rundflug aus einem Airbus A320 auf dem Flugplatz Neuhardenberg. (Quelle: rbb)
Bild: rbb

Flugplatz wirbt für sich - Airbus A320 landet und startet erstmals in Neuhardenberg

Mit drei Rundflügen eines Airbus A320 hat der Flugplatz Neuhardenberg am Donnerstag für sich geworben. Es war das erste Mal, dass ein Airbus auf dem ehemaligen Militärflugplatz im Landkreis Märkisch-Oderland startete und landete. In der Maschine finden bis zu 180 Passagiere Platz.

Mit dieser Aktion wollte der Flugplatzbetreiber politische Unterstützung für die seit Jahren vergeblich geforderte Genehmigung für ein satellitengestütztes An- und Abflugsystem erreichen. "Damit könnten wir unseren Flugplatz zum Beispiel endlich für die Reparatur und Wartung von Flugzeugen nutzen", sagte der Geschäftsführer der Airport Berlin-Neuhardenberg GmbH, Uwe Hädicke. Auch als Ausweichflughafen für Berlin sei Neuhardenberg günstiger gelegen als Rostock-Laage oder Hannover.

IHK: Flugplätze stärken ländlichen Raum

Ein Sprecher des Brandenburger Verkehrsministeriums erklärte, die Deutsche Flugsicherung habe wegen der Nähe zu dem starken Flugverkehr um Berlin Sicherheitsbedenken geltend gemacht. Daher habe es noch keine Genehmigung durch das Bundesverkehrsministerium gegeben. "Wir verweigern uns dem nicht", betonte der Sprecher.

Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg setzt sich für die Entwicklung regionaler Flugplätze wie Neuhardenberg ein. Diese böten über ihre Rolle als Flugplätze hinaus Möglichkeiten zur Ansiedlung von Industrie und Gewerbe und könnten so den ländlichen Raum stärken. "Voraussetzung für jeden wirtschaftlichen Betrieb sind verlässliche Bedingungen. Lange genug haben die regionalen Flug- und Landeplätze um ihr Überleben bangen müssen. Zwischenlösungen haben dafür Sorge getragen, dass es gelingt, zu überleben", heißt es auf der Homepage der IHK.

Der Flugplatz Neuhardenberg wurde nach Angaben des Heimatsmuseums Neuhardenberg 1934 als geheimgehaltener Militärflughafen gebaut. Zu DDR-Zeiten wurde der Flugplatz weiter militärisch genutzt. Nach dem Ende der DDR stationierte die Bundeswehr dort bis 1993 ihr Lufttransportgeschwader 65. Im Jahr 2001 wurde der Flugplatz schließlich privatisiert.

Seit 2007 betreibt eine dänische Investorengruppe den Flugplatz. Bislang werden in Neuhardenberg gewerbliche und private Flüge mit kleineren Maschinen abgewickelt, außerdem bietet der Airport Rundflüge über die Region Berlin-Brandenburg an.

Sendung: rbb24, 01.08.2019, 17:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

5 Kommentare

  1. 5.

    Eine Bemerkung zur Frage der Wirtschaftlichkeit des Betreibens des Flugplatzes: Als Ausweichplatz für Berlin, als Stützpunkt für Transportflüge und Reparaturstützpunkt erscheint mir die Angelgenheit sinnvoll. Die zuständigen Stellen wären mE gut beraten, wenn sie entsprechende Genehmigungen erteilen würden. Das Betreiben des Flugplatzes hätte dann eine Sogwirkung, was Arbeitsplätze anlangt. Umweltschutz kann berücksichtigt werden. Was zählt, ist die Erwirtschaftung von Einkommen, die dann zusätzlich regionale Märkte stärkt.
    Der Umweltgedanke ist zwar schön, aber von der reinen Luft kann niemand leben; wenn die entsprechenden Vorgaben eingehalten werden, dann kann man doch nicht einfach ablehnen, wie es hier "Klima-Freunde" tun.

  2. 4.

    Es geht hier nicht um Kurzstreckenflüge, es geht um Wartungs- und Trainingsflüge, medizinische Transporte, Geschäftsfliegerei u.ä.. Dies alles braucht aber eine verlässliche Erreichbarkeit des Flugplatzes durch satelietengestützte An- & Abflugverfahren, damit die Flugzeuge auch bei ungünstigem Wetter landen und starten können. Hier ist das Land als Genehmigungsbehörde in der Pflicht...
    Das mit dem Ausbau mit der Bahnstrecke (RB26 oder Ostbahn)und dem entsprechenden Zugangebot geht leider auch nicht voran, die Landesregierung fokussiert sich zu stark auf Potsdam und die Lausitz!

  3. 3.

    ... das wäre eine ideale Lösung, sollte u.a. Maschinen umgeleitet werden, sind die ca. 50 Km nicht weit von Berlin entfernst.

  4. 2.

    Wie schön für die IHK in der Provinz. Fluggesellschaften stellen Inlandsflüge an. Aber Brandenburger Provinzfürsten bejubeln die Umweltverschmutzung per Kerosin.

  5. 1.

    Nein, es macht in diesen Zeiten keinen Sinn, einen quasi stillgelegten Flugplatz in einer ländlichen Gegend wiederzubeleben. Kurzstreckenflüge werden sich immer weniger lohnen. Baut lieber die Bahnstrecke nach Neuhardenberg weiter aus und sorgt für gut ausgebauten Regionalverkehr.

Das könnte Sie auch interessieren