Symbolbild - Vier Seniorinnen sitzen in Brandenburg auf einer Bank. (Bild: imago images/Andreas Prost)
Bild: imago images/Andreas Prost

Abwanderung und Überalterung - Studie zählt Teile Brandenburgs zu "gefährdeten Regionen"

Ein hohes Durchschnittsalter und zu viel Abwanderung sind einer Studie zufolge die großen Probleme in Südbrandenburg: Lausitz-Spreewald wird als eine von 19 "gefährdeten Regionen" in Deutschland gekennzeichnet. Doch nicht nur ostdeutsche Regionen hängen hinterher.

19 Regionen in Deutschland haben einer Umfrage zufolge bei den Themen Wirtschaft, Demografie und Infrastruktur teils mit massiven Problemen zu kämpfen. Unter diesen als "gefährdete Regionen" gekennzeichneten Gebieten ist auch die Region Lausitz-Spreewald in Südbrandenburg, wie es in einer am Donnerstag vorgestellten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln heißt.

Als vorherrschendes Problem in Lausitz-Spreewald haben die Autoren der Studie die demographische Entwicklung ausgemacht: Es besteht ein Trend zur Abwanderung und die Bewohner haben ein hohes Durchschnittsalter, das in den vergangenen Jahren außerdem überproportional gestiegen ist.

Das eint die Südbrandenburger mit anderen "gefährdeten Regionen" in Ostdeutschland: Auch Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg, Oberlausitz-Niederschlesien sowie Ost- und Südthüringen haben der Studie zufolge ein Überalterungsproblem.

Insgesamt liegen elf der 19 Regionen in Ostdeutschland. In Westdeutschland ist vor allem das Ruhrgebiet betroffen. Dieses habe vor allem mit einer schwachen ökonomischen Entwicklung und schlechter Infrastruktur zu kämpfen. Bei der Infrastruktur - von Straßen, Brücken, Schulen, Gesundheitsversorgung bis hin zu Internet- und Verkehrsanbindung - gebe es deutschlandweit Probleme.

"Gefühl der Geringschätzung"

Jens Südekum, Studienmitautor und Ökonom an der Universität Düsseldorf, warnte in dem Zusammenhang vor gesellschaftlichen Spannungen. Marode Schulen und Straßen erzeugten bei der Bevölkerung das "Gefühl einer Geringschätzung". Da in Deutschland die Umzugbereitschaft gering sei, wirke sich dies auf die Lebenszufriedenheit aus.

IW-Direktor Michael Hüther rief die Bundesländer auf, Schuldenerlasse für die betroffenen Kommunen in Betracht zu ziehen. Die Lösungen müssten vor Ort gefunden werden.

96 Regionen definiert

Für die Studie teilte das Institut Deutschland in 96 Regionen auf, die nicht deckungsgleich mit den Kreisen und Städten sind. Untersucht wurde, wie die Regionen bei bestimmten Themen abschneiden. Dafür bewertete das IW die Gebiete nach messbaren Indikatoren wie etwa die Arbeitslosenquote, Kaufkraft, das Durchschnittsalter der Bevölkerung, die Geburtenrate, die Verschuldung oder die Breitbandversorgung.

Vor allem bei der ökonomischen Entwicklung gibt es drei westdeutsche Standorte, bei denen die Autoren großen Nachholbedarf festgestellt haben: Die Regionen Duisburg/Essen, Bremerhaven und Emscher-Lippe sind demnach geprägt von einer hohen Arbeitslosenquote, geringer Produktivität und einer starken Verschuldung der privaten Haushalte.

Kommentar

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Antwort auf [Horst Kasallek] vom 10.08.2019 um 07:42
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28 Kommentare

  1. 28.

    Schrauben Sie doch einfach einen runter. Nicht jeder, der nicht Ihrer Meinung ist, ist Ihr Feind. Und nur weil Sie heftig austeilen, sind Sie nicht automatisch immer im Recht. Die ländliche Gelassenheit und Ruhe, die Sie hier so anpreisen, greift bei Ihnen offensichtlich bisher nicht. Schade. Trotzdem alles Gute! :-)

  2. 27.

    Die Kriminalitätsrate ist in Berlin doppelt so hoch wie in Brandenburg. "Kindisch" ist, solche relevanten Fakten auszublenden, um sich mit wenig qualifizierten Kommentaren wichtigtun zu können.

  3. 26.

    Es gibt hier wie da dumme, aggressive, kriminelle uvm. Menschen. Nur im Ländlichen halt weniger, weil die Bevölkerungsdichte...^^ Die Streitereien, wo es schöner und besser ist, sind kindisch. Jeder wohnt da wo er mag, kann, oder halt muss. Sich diesbezüglich gegeneinander ausspielen und aufstacheln zu wollen bringt keinen einen Schritt näher an eine Lösung des Problems, dass Südbrandenburg immer menschenleerer wird. Junge Menschen verarmen dort geistig und seelisch und Arbeit gibt es kaum. Dort wohnen können daher fast nur Leute, die es sich leisten können, finanziell und familiär unabhängig sind. Und das wird sich m. E. nicht mehr ändern lassen, siehe andere Länder, wo es genauso ist. Wohl dem, der es dort schön findet und die Möglichkeit hat, das auch zu genießen.

  4. 25.

    Ich kann nur sagen Ostbrandenburg hat auch viel Armut und Arbeitslosigkeit wie Sachsen-Anhalt-Ost auch ! Ich kenne beide Regionen ich weiß wie es dort aussieht ! Gerade in Sachsen-Anhalt und Brandenburg muss was getan werden !

  5. 24.

    Sozialklima? Ich lach mich weg. Hier ist es garantiert, ruhiger, freundlicher, angenehmer und entspannter als im zum großen Teil verwahrlosten und aggressiven Berlin. Hier fehlen nämlich die Leute, die den Streß machen. Meine Mieterfamilien wohnen übrigens gerne hier in meinem MFH. Die sind froh, daß sie die Wohnung in dieser entspannten Umgebung bekommen haben. Die lassen sich nämlich nicht von Sprüchen wie Ihren beeindrucken sondern gucken und entscheiden selbst.

  6. 23.

    @H.Kasaliek /a22

    Besteht für Sie beide eigentlich irgendwie die Möglichkeit das beides, Stadt und Land, einfach ihre Vor-und Nachteile haben?
    Trotzdem ist ihre Unterhaltung ein gelunges Beispiel dafür wie man so richtig schön aneinander vorbei diskutieren kann und am Ende in einem gegenseitigen Verächtlich machen des anderen und seiner Ansichten gipfelt.

  7. 22.

    Das meine ich doch^^. Es ist so durchschaubar, alles der jetzigen Regierung in die Schuhe schieben zu wollen. Ja, vieles lief suboptimal, aber man sollte trotzdem sachlich und fair bleiben. @Kassallek: Ihre „akademische“ Meinung in Ehren, aber eine Stadt mit über dreieinhalb Millionen Menschen so pauschal madig zu machen, kommt nicht grad gescheit daher^^. Wir leben in Berlin, in einer recht ruhigen und grünen Gegend, unsere Kinder gehen auf gute (staatliche) Schulen und wir sind weder flächendeckend vermüllt, noch verkotet. Und es gibt viele Menschen, die sich sehr wohl in dieser Stadt fühlen. Daher ist es wie immer: jeder wie er mag, ich könnte so abgeschieden und dörflich-schlicht nicht leben, zumal mit Kindern im Teenageralter, die dort Spinnweben ansetzen würden, freue mich aber für jeden, der das schön findet. Übrigens gibt es in den ländlichen Gegend auch Drogen und deren Konsumenten. Vorurteile sind nie ein guter Ratgeber! ;-)

  8. 21.

    Danke. Sie bestätigen sowohl mit Form als auch Inhalt das von mir Gesagte: Welche junge, gut ausgebildete Fachkraft, welche junge Familie mit Ambitionen für Ihre Kinder zieht freiwillig in Ihre Nachbarschaft, wenn es genügend Regionen gibt, die vom Sozialklima deutlich attraktiver sind? Zukunft geht anders...

  9. 20.

    Wo bleibe ich denn nicht beim Thema? Es geht um Demografie und Attraktivität von Regionen. Was dachten Sie denn? Wo habe ich behauptet, daß Berlin ein Zuzugsproblem habe? Ich habe benannt, was Zuwanderer gezwungen sind, in Kauf zu nehmen, wenn sie wegen der Arbeit dort hin ziehen müssen. Für Familien mit Kindern ist das jedenfalls gruselig - nicht nur weil die Kriminalitätsrate dort doppelt so hoch ist wie in Brbg. Und wenn Sie in das verwahrloste Gesundbrunnen oder Neukölln ziehen wollen, können Sie das doch gerne machen, wenn Sie es dort so schön finden.

    Auch Brbg. hat nicht per se ein Zuzugsproblem. Das betrifft nur Randregionen, die aufgrund ihrer Lage wenig erschlossen sind. Die Bevölkerung ist Dank Zuzug auch 2018 wieder gewachsen. Wobei es keine Kausaliät mit Ihrer "Durchmischung" gibt. Der Ausländeranteil liegt nach wie bei 3-4%. Und die Brandenburger sind auch nicht böse, wenn gewisse Zuwanderer lieber nach Neukölln usw. gehen. Sagt übrigens auch mein ausländischer Nachbar.

  10. 19.

    Herr Kasallek, bleiben Sie doch beim Thema: Berlin hat kein Zuzugsproblem! Andere funktionierende Regionen auch nicht. Auch dann nicht, wenn sie im ländlichen Raum liegen. Da gibt es dann allerdings auch häufig "ethnisch" eher "gemischte" Zusammensetzungen ;-) Und zu Ihrer Information: ich hatte nie die Absicht, zu zitieren, wohl aber zu interpretieren. Das ist mir dann ja wohl gelungen. Nun, Sie haben doch auch sicher Humor, zumindest entnehme ich diese Interpretation Ihrer vorherigen Äußerung.

  11. 18.

    Mal abgesehen davon, daß es unredlich ist, Zitate zu fälschen: welcher Mensch, der nicht wirtschaftlich dazu gewungen ist, geht denn freiwillig ausgerechnet in den Kriminalitäts-Hotspot Berlin? https://www.welt.de/politik/deutschland/article163886967/Berlin-ist-jetzt-auch-die-Hauptstadt-des-Verbrechens.html Florierender Drogenhandel samt Beschaffungskriminalität statt Spielplätze - wer tut das seinen Kindern freiwillig an? Inwieweit sind Hundekot und flächendeckende Vermüllung Vorteile im "Wettbewerb der Regionen"? Staatliche Grundschulklassen, in denen kaum jemand deutsch oder selbst englisch spricht als Standortvorteil? Was hat dieses Elend mit "Lebensperspektivbe" zu tun? Da ist tatsächlich Optimismus gefragt - und zwar Zweckoptimismus.

    Finanzierung: kann gut sein, daß ich als GmbH-Inhaber mehr Steuern zahle als Sie. Auf jeden Fall braucht das prekäre Berlin fast doppelt so viel Gelder aus dem Länderfinanzausgleich wie Brandenburg und ist dabei 3 mal so hoch verschuldet.

  12. 17.

    Oder, um es sachlich zu sagen: Wenn Probleme struktureller Art identifiziert sind, dann kann man das mit Geld und Instrumenten beheben, Wenn aber sie Softfacts, sprich das Miteinander nicht stimmen, weil nur Hass auf alles Andere geschürt wird, und man für das eigene Unvermögen immer den anderen in der Pflicht sieht, vorzugsweise bei Frau Merkel, dann klappt es danach trotzdem nicht mit der Verbesserung von Lebensverhältnissen.

  13. 16.

    Ihr Kommentar könnte Anlass zum Vergleich geben:
    https://polizei.brandenburg.de/liste/statistiken-zur-kriminalitaetslage-im-la/71666
    https://www.berlin.de/polizei/verschiedenes/polizeiliche-kriminalstatistik/
    - Möge Ihre glückliche Situation weiterhin fortbestehen!

  14. 15.

    Antwort auf Horst Kasallek: Bei den aktuellen "frohstimmenden Wählerbewegungen und ethnisch sauberen Nachbarschaften" können die Problem-Regionen in Brandenburg (und auch in den übrigen neuen BL) ganz gewiss sein: Da bleibt man unter sich! Welche junge Familie mit Kindern, die später in einem internationalen Umfeld mit international agierenden Unternehmen leben und arbeiten und welche Fachkraft von Rang geht den freiwillig da hin? Vielleicht ist das ja noch nicht so angekommen: Es gibt einen Wettbewerb der Regionen um gute Unternehmen und Märkte. Da sind Offenheit und Lebensperspektive gefragt. Optimismus und eine positive Lebenseinstellung eben. Menschen, die ihr Leben in die Hand nehmen und gestalten wollen. Wer hat den Lust auf dieses ständige Gehetze und Gejammer! Nee, nee, da bleibt besser unter euch. Nur finanzieren muss ich das dann auch nicht mehr mit meinen Steuergeldern.

  15. 14.

    Also ich bin froh, daß es Brandenburg gibt. Da kann man der optischen und ethischen Verwahrlosung Berlins und dessen zunehmendem Prekariat samt Kriminalität entfliehen. Man hat jede Menge Platz und Ruhe - was in dem Moloch unbezahlbare Luxusgüter sind. Selbst ich als Akademiker kann hier Dank schnellem Internet von zu Hause aus arbeiten und meine Aufträge trotzdem aus dem Großraum Berlin beziehen. Man hat Nachbarn, die gescheit und trotzdem bodenständig sind, und die wissen, was zählt. Man hat Nachbarn, die einem zunehmend als Wähler Mut machen. Natürlich ist die Infrastruktur etwas bescheidener. Aber das wiegt die Nachteile der Großstadt allemal auf. Wenn ich nach Berlin will, bin ich relativ schnell dort. Aber hinziehen? Um Gottes Willen.

  16. 13.

    Zieht doch alle nach Berlin. Dann machen wir im Tiergarten Randbebauung und auf den Straßen orangefarbene Rollatorwege. Und wenn jeder einen Findling mitbringt, dann legen wir auch die überall auf die Straßen.
    Wenn die Linken, Grünen und Ökos nicht alle in die bösen Städte ziehen würden, dann sähen dort auch die Wahlergebnisse anders aus.
    Stattdessen kommen sie in die Städte und versuchen ein Dorf draus zu machen.

  17. 11.

    und auch im Zeitalter davor !!!!!!!
    meine Verwandtschaft väterlicherseits kommt aus der Niederlausitz
    mein Vater ist 1930 nach Berlin gemacht wegen der Arbeit

  18. 10.

    Wer gleiche Lebensverhältnisse in EIN Brandenburg will, wählt Rot Grün. Dann ist überall Südbrandenburg - Wetten das?

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