Teilnehmer eines Pressetermins zur Jungfernfahrt des ersten hochautomatisierten Kleinbusses im öffentlichen Straßenverkehr Berlins steigen am 16.08.2019 in Berlin-Tegel bei einem Halt auf der zuvor vermessenen und erlernten Route ein. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Video: rbb24 | 16.08.2019 | Bild: dpa/Christoph Soeder

Pilotprojekt in Berlin - Erster selbstfahrender Bus kurvt durch Tegel

Die Berliner können seit Freitag erstmals einen selbstfahrenden Kleinbus im normalen Straßenverkehr testen. Sie können zwischen der Endhaltestelle der U6 und der Uferpromenade des Tegeler Sees pendeln. Und das ganze ohne Fahrschein.

In Berlin wird erstmals ein selbstfahrender Kleinbus im normalen Straßenverkehr getestet. Der Bus mit sechs Plätzen fährt seit Freitagvormittag im Ortsteil Tegel und verbindet die Endhaltestelle der U-Bahn-Linie 6 mit der Uferpromenade des Tegeler Sees. Fahrgäste können derzeit gratis mitfahren und brauchen keinen Fahrschein.

Bis Jahresende soll erprobt werden, wie sich das Fahrzeug verhält und wie das autonome Fahren bei den Fahrgästen ankommt, sagte Sigrid Nikutta, Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).

Begleitperson kann im Notfall eingreifen

Der Bus fährt höchstens 15 Kilometer pro Stunde auf der 1,2 Kilometer langen Rundstrecke. Eine Begleitperson ist an Bord, um die 15-minütige Fahrt zu überwachen und bei Problemen eingreifen zu können.

Der E-Bus ist Montag bis Freitag jeweils von 7:30 bis 11 Uhr und von 15 bis 18:30 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10:30 bis 17:30 Uhr unterwegs und barrierefrei. Um Fahrgäste im Rollstuhl mitnehmen zu können, muss allerdings noch ein spezieller Sicherheitsgurt nachgerüstet werden.

Der Staatssekretär für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Ingmar Streese (Grüne), sagte: "Für uns ist das eine Chance zu testen, ob hochautomatisierte Fahrzeuge perspektivisch ein sinnvolles Zusatzangebot im Berliner ÖPNV sein können."

Karte der E-Bus-Linie in Tegel (Quelle: BVG)

Sendung: Inforadio, 16.08.2019, 9 Uhr

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15 Kommentare

  1. 15.

    Ich bin ein Fan technischer Innovationen und würde (als bisheriger BVG-Benutzer) den Kauf eines hundertprozentig selbstfahrenden Fahrzeugs (wenn ich es mir leisten kann) sicher in Betracht ziehen.
    Doch wozu ein solcher selbstfahrender Minibus?
    Wo liegen da die Vorteile?

  2. 14.

    Im Gegenteil das ist Zukunft und ich hoffe das da Berlin nicht wieder Schlusslicht wird.
    Was autonomer Verkehr alles an Vorteilen hat würde ich mit einer Revolution gleichsetzen.

  3. 13.

    Vollkommen überflüssig, wieder so ein Projekt was keiner braucht...

  4. 11.

    Man stelle sich vor: Ein Bus in Berlin, ohne pöbelndem Busfahrer...

    Hmmm... NEIN!
    Wenn ich ich in einem Berliner Bus nicht mehr vom Busfahrer angepöbelt werde, dann ist das nicht mehr mein Berlin! ;o)

  5. 10.

    Da gebe ich dir Recht, hätte alles schon vor Jahren passieren können aber das ist nun Berlin, immer Schlusslicht.
    Schönes WE

  6. 9.

    Mehr als ein erster Ansatz wie es ihn andernorts schon seit Jahren gibt, ist die Kiste nicht. Aber das ist halt in der Tat Berlin. Hier wird sich auf den Lorbeeren ausgeruht und nur langsam und spät etwas für die Fortsetzung der Verkehrswende getan. Der Bus hätte schon vor zwei Jahren fahren können. Jetzt muss der Ausbau der Strassen- und U-Bahn geplant werden, jetzt müssen Busspuren aufgemalt werden und nicht Leitboys auf Straßen ohne Durchgangsverkehr aufgestellt werden etc.

    Wie ich übrigens ebenso geschrieben hatte, könnten die aber durchaus eine Alternative für die letzte Meile sein.

    Vor Jahrzehnten gab es bereits Telebusse, heute sind Anrufsammeltaxis im ÖPNV auch weit verbreitet. Noch vor dem BerlkönigBC kooperierte MMya mit der Uestra etc.

  7. 7.

    Mensch @Alfred nun hör doch mal auf zu meckern. es ist ein Anfang und zwar ein Anfang in die richtige Richtung. Das es noch weiter entwickeln werden muss ist klar und wir sind hier in berlin und nicht in Hamburg oder der Schweiz.

  8. 6.

    HEAT in Hamburg ist auch noch erwähnenswert. Der ist größer und soll in naher Zukunft mit bis zu 50km/h unterwegs sein. Ziel ist eine Überwachung von der Leitstelle aus. Die Technik entlang der Strecke ist aber aufwendig.
    https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Hochbahn-stellt-fahrerlosen-E-Kleinbus-vor,hochbahn562.html

    Es wäre noch interessant, die Unterschied zu den Bussen der DB oder auch denen in der Charite darzustellen.

  9. 5.

    Dieses Gemecker kann ich nicht hören. Nikutta hat Recht es ist eine Sensation!!
    Wenn wir jede neue, tolle Erfindung schlecht reden wird das nichts.
    Dann hören wir auf zu forschen und die Chinesen haben dann in 10 Jahren einen richtigen autonomen Bus.

    Klar ist er langsam und klein. Das müssen wir als Herausforderung ansehen. Nächste Version 9 Leute und 20 kmh. Dann 15 Personen und 30 kmh. Später 40 Personen und 50kmh.

    Ich bin der Meinung das Ding ist geil. Sagen wir mal man wohnt 3km entfernt einer S Bahn. Per App ruft man den Bus. In 5-10 Minuten isser da. Inzwischen ziehe ich die Jacke an und gehe runter. 1-2 Minuten warten, 10 Minuten fahren. Auch in der Nacht um 3 Uhr klappt das. Besser als sich nach einem 20 Minuten Takt richten. Besser als ein Klapproller.

  10. 4.

    In Amsterdam fährt ein ausgewachsener Citaro teilautonom auf ausgewählten Strecken. Im schweizerischen Sitten war ein 11-Sitzer bereits 2016 hochautomatisiert im öffentlichen Verkehr unterwegs. Hier in Berlin hätten die auch schon viel früher fahren können. Nur hatte ein privatrechtlichen agierendes Unternehmen den Antrag gestellt. Man merkt zudem, dass die USA das Wiener Übereinkommen nicht unterzeichnet haben. Dort ist man mit autonomen Fahrzeugen schon weiter. Schwarze Schafe sind aber auch darunter.

    Hochautomatisiertes Fahren sehe ich bei geschlossenen Bahnsystemen wie hier der S- und U-Bahn eher. Im Normalbeteieb spart man zunächst kaum Personal, kann aber flexibler auf Bedarfsspitzen reagieren.

  11. 3.

    Sechs Plätze. Wow!

  12. 2.

    Mal abgesehen, dass "autonom" fast schon ein Schimpfwort ist, der Bus ist noch weit davon entfernt mehr als automatisch seine Strecke zu fahren und in begrenztem Umfang auf Hindernisse zu reagieren. "Hochautomatisch" wie von Stresse formuliert, trifft es da besser.

    Solche Fahrzeuge könnten aber eher eine Alternative für die letzte Meile als die im Vorfeld hochgelobte teuren Leih-E-Tretroller, da man viel wetterunabhängiger unterwegs ist.

  13. 1.

    Der Landesverband Berlin-Brandenburg des Fahrgastverbandes PRO BAHN e.V., der durch mich heute bei der Presse-Konferenz zur Vorstellung des selbstfahrenden Busses der BVG vertreten war, findet es gut, dass die BVG dieses Pilotprojekt durchführt. Neben einem Test der Deutschen Bahn AG mit einem solchen Fahrzeug in öffentlichem Strassenraum ist dieses Projekt meiner Kenntnis nach das zweite Projekt, welches sich auf öffentlichen Strassenraum bewegt und somit der Strassenverkehrsordnung unterliegt.

    Wir werden dies auch persönlich durch unsere Mitglieder testen und versuchen selbst mehrere Erfahrungsberichte zu erhalten, um uns auch im Vorstand eine differenzierte Meinung dazu bilden zu können.

    Mit freundlichen Grüßen

    Peter Cornelius
    Vorsitzender des Landesverbandes Berlin-Brandenburg des Fahrgastverbandes PRO BAHN e.V.

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