Eine kleine Birke wächst in einem Kiefernwald. (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Bild: dpa/Monika Skolimowska

Fördermittel für Waldumbau - Waldbesitzer und Kommunen greifen Millionengelder nicht ab

Rund 14 Millionen Euro Fördergelder für den Waldumbau in Brandenburg sind in den vergangenen zehn Jahren nicht abgerufen worden. Das teilte das Umweltministerium in Potsdam mit.

Zur Verfügung standen in dem Zeitraum gut 50 Millionen Euro. Davon haben private Waldbesitzer knapp 34 Millionen Euro und Kommunen 2,5 Millionen Euro abgerufen, wie aus der Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervorgeht.

Verband kritisiert bürokratischen Aufwand

Der Waldbesitzerverband Brandenburg kritisierte, der bürokratische Aufwand für die Förderung sei viel zu hoch. "Wenn man eine Eichenkultur anlegen will, muss man in der Regel weit über 20 Formularseiten ausfüllen", sagte Verbandsgeschäftsführer Martin Hasselbach der Deutschen Presse-Agentur. Das schrecke viele der etwa 100.000 Waldbesitzer in Brandenburg ab.

Außerdem müssten die Besitzer die Leistungen vorfinanzieren. Bei der Aufforstung von drei, vier oder fünf Hektar Wald komme "schnell ein fünfstelliger Betrag zusammen", so Hasselbach. Er gibt auch zu bedenken, dass die Ziele des Landes beim Waldumbau andere seien als die langfristigen wirtschaftlichen Interessen der privaten Waldbesitzer.

Wald bedeckt rund 37 Prozent der Fläche Brandenburgs, mehr als 70 Prozent der Bäume in Brandenburg sind Kiefern. Mit dem Umbauprogramm soll ihr Anteil zugunsten von Laubbäumen verringert werden. Dadurch wird der Wald weniger anfällig für schädliche Insekten, Trockenheit, Sturm und Brände.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.08.2019, 9 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Wie man Fördergelderanträge falsch ausfüllt, weiß die rote Verwaltung am besten. Mit Grüner Idee kombiniert, werden die Anträge dann noch schwerer auszufüllen sein, damit es auch ja keiner wagt. Und bei dem kleinsten Fehler drohen sarkastische Strafen, die der "reiche" Waldbesitzer dann mit Holz abgelten kann - natürlich ohne Gegenleistung.

  2. 3.

    Es gibt so tolle Initiativen zur Rettung des Regenwaldes.
    Alles Richtig alles Gut. Kauf von Regenwald zur Belassung im Urzustand also ohne intensive Bewirtschaftung.
    Warum das ganze nicht auch in Deutschland. Die abgebrannten Flächen derletzten Brände übernehmen zu Urwäldern erklären und für 150 Jahre einer intensiven Bewirtschaftung entziehen.
    Diese Truppenübungsplätze
    Wie soll damit Verfahrens werden?
    Beräumung oder Aufforstung mittels Samenbomben bunt gemischt mit allen in der Region bekannten einheimischen Arten der Letzten 10.000 Jahre, bei beginnender Trockenheit Bewässerung mittels Sprengpanzer oder fliegende Wasserbomber.

  3. 2.

    Spätestens jetzt müsste die Politik beginnen nachzudenken ob die Förderung so in Ordnung ist. Offensichtlich nicht, aber es wird sich auch nichts ändern. Vor der Wahl ist zu kurz und danach interessiert sich von den Gewählten keiner mehr. Sie sitzen ja dann im goldenen Käfig und was stört mich mein Geschwätz von gestern.

  4. 1.

    > Er gibt auch zu bedenken, dass die Ziele des Landes beim Waldumbau andere seien als die langfristigen wirtschaftlichen Interessen der privaten Waldbesitzer.

    Und da liegt der eigentliche Grund. Da sieht man ein weiteres Beispiel wie gut es mit Anreizen und freiwilligen Selbstverpflichtungen funktioniert Umweltschutz zu betreiben. Würde man stattdessen eine Steuer auf Nadelbäume oder eine einfache Mindestquote an Laubbäumen einführen wäre das Problem wahrscheinlich schon behoben.

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