Brandenburg, Schönefeld: Ein Passagierflugzeug der zum angeschlagenen britischen Touristikkonzern Thomas Cook gehörenden Fluggesellschaft Condor vom Typ Airbus A320 mit Ziel Palma auf Mallorca startet am frühen Morgen am von der Südbahn des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt (BER). (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Reisekonzern Thomas Cook offenbar vor Bankrott - 600.000 Urlauber könnten weltweit stranden

Der Verwaltungsrat des Reisekonzerns Thomas Cook berät am Sonntag über eine drohende Insolvenz. Wenn es so kommt, könnten 600.000 Urlauber weltweit stranden - darunter auch viele aus Berlin und Brandenburg.

Hinweis: Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert. DIe neuesten Entwicklungen zur Insolvenz bei Thomas Cook finden Sie hier. Informationen über die Folgen für Condor-Urlauber finden Sie hier.

Der finanziell angeschlagene Reisekonzern Thomas Cook unternimmt am Sonntag einen letzten Versuch, um die drohende Insolvenz noch abzuwenden.

Der Verwaltungsrat des Unternehmens hat seine wichtigsten Gläubiger und seinen größten Anteils-Eigner zum Gespräch gebeten. Für den Sanierungsplan, der in der kommenden Woche beschlossen werden soll, fehlen Thomas Cook immer noch 200 Millionen Pfund. Mit dieser Summe soll die erwartete Geschäftsflaute in den kommenden Wintermonaten abgesichert werden.

Thomas Cook unterhält rund 70 Reisebüros in Berlin und Brandenburg

Sollte es keine Rettung geben, steht der nach TUI zweitgrößte Reisekonzern der Welt vor der Insolvenz. Zu Thomas Cook gehören unter anderem die Reiseveranstalter Neckermann und die Fluglinie Condor. Wenn Thomas Cook pleite geht, könnte dies 600.000 Reisende betreffen, die über den Veranstalter derzeit weltweit im Urlaub sind. Gewerkschafter und die oppositionelle Labour-Partei riefen die britische Regierung dazu auf, Thomas Cook notfalls mit Staatshilfen am Leben zu erhalten.

In Deutschland wären 300.000 Reisende von einer Pleite betroffen, darunter auch zahlreiche Passagiere aus Berlin und Brandenburg. In Berlin unterhält Thomas Cook laut Homepage rund 40 Reisebüros, in Brandenburg sind es rund 30. Auch die Arbeitsplätze dieser Reisebüro-Mitarbeiter sind nun in Gefahr.

Insgesamt sind rund 22.000 Angestellte bei Thomas Cook beschäftigt, davon rund 9.000 in Großbritannien.

Britische Regierung hat bereits Notfallpläne ausgearbeitet

Die britische Regierung bereitet sich bereits darauf vor, gestrandete Urlauber nach Hause zu holen. "Wir hoffen, dass es weitergehen kann", sagte der britische Außenminister Dominic Raab der BBC am Sonntag. Aber man habe Notfallpläne eingerichtet, "um sicherzustellen, dass wir im schlimmsten Fall alle diejenigen unterstützen können, die sonst gestrandet wären", so Raab.

Es ist jedoch unklar, ob das für alle oder nur für 150.000 britische Staatsbürger gilt, die nach Hause geflogen werden müssten. Für Großbritannien wäre es die größte Rückholaktion in Friedenszeiten in der Geschichte des Landes.

Sendung: Inforadio, 22.09.2019, 10:30 Uhr

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16 Kommentare

  1. 16.

    Hallo,
    Da fahre ich lieber mit der Regionalbahn nach Mecklenburg, aber die ist das letzte Mal auch ausgefallen....

  2. 15.

    Ich versteh ja nicht wieso es nicht gesetzlich geregelt ist, dass man nur dann einen Hinflug verkaufen kann, wenn man auch genug Geld hat die Leute wieder zurückfliegen zu lassen. So eine Pleite kommt ja nicht von jetzt auf gleich.

  3. 14.

    Thomas Cook hat Insolvenz angemeldet. Für in Deutschland gebuchte Pauschalreisen springt die Versicherung ein und die Condor hat bereits um einen Überbrückungskredit ersucht.

  4. 13.

    Mir ist schon klar, dass viele Menschen Rechtschreibung und Grammatik nur noch als unverbindliche Empfehlung sehen. Aber von Journalisten, für die das Schreiben das tägliche Brot ist, kann man wohl etwas mehr Sorgfalt erwarten. Ich hoffe nicht, dass genauso schlusig recherchiert wird, denn Fakten finde ich mindestens genauso wichtig.
    Mit meinem Beruf bin ich übrigens sehr zufrieden und darüber hinaus froh, dass ich mich damals dagegen entschieden habe, Lehrerin zu werden (was ich durchaus mal vor hatte).

  5. 12.

    ""Die konzerneigenen Fluggesellschaften gelten als Gewinnbringer von Thomas Cook. Sorgenkind ist vor allem das britische Veranstaltergeschäft.""

    https://www.aero.de/news-32566/Thomas-Cook-hofft-auf-Staatshilfe.html

  6. 11.

    Vll. sehr Oldschool - von mir für Ihren Einwand ein "Thumbs up"!
    _______
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  7. 10.

    Nun ist Condor aka Thomas Cook kein "Billigheimer" und die Aussage von @Mendy, ist auch nicht zielfördernd.
    Die dümmliche Häme ist fehl am Platz.
    Wenn natürlich der Radius mit dem Fahrrad beschränkt ist, läßt es wahrscheinlich keine andere Sichtweise zu.
    Aber, es gibt Menschen, die ihren Horizont erweitern wollen und sich nicht nur auf den Blick auf die Bio-Mülltonne beschränken.
    Nun sitzen, reißerich aufgemacht und im Sinne der abstrusen Klimadiskussion, 600.000 Menschen irgendwo fest.
    Das ist Fakt.
    Aber, es wird Lösungen geben und hoffendlich nicht dazu dienen, dass es Menschen gibt, die weiter Neugierig sind als über den beschränken Tellerrand zu blicken.

  8. 9.

    Nun ist Condor aka Thomas Cook kein "Billigheimer" und die Aussage von @Mendy, ist auch nicht zielfördernd.
    Die dümmliche Häme ist fehl am Platz.
    Wenn natürlich der Radius mit dem Fahrrad beschränkt ist, läßt es wahrscheinlich keine andere Sichtweise zu.
    Aber, es gibt Menschen, die ihren Horizont erweitern wollen und sich nicht nur auf den Blick auf die Bio-Mülltonne beschränken.
    Nun sitzen, reißerich aufgemacht und im Sinne der abstrusen Klimadiskussion, 600.000 Menschen irgendwo fest.
    Das ist Fakt.
    Aber, es wird Lösungen geben und hoffendlich nicht dazu dienen, dass es Menschen gibt, die weiter Neugierig sind als über den beschränken Tellerrand zu blicken.

  9. 8.

    Na dann belegen Sie doch mal Ihr Wissen und lasse uns teilhaben.
    TC ist wie damals AirBerlin: immer weiter zukaufen, unrentabel arbeiten, mit Fördergeldern und Steuersparmodellen spekulieren, mehr und mehr an die Nadel externer "Investoren" klammern, dann auf dem Aktienmarkt verlieren und das war´s.
    Die meisten Angebote dort sind billiger Natur, auf Kosten von Vertragspartnern, deren Angestellten etc.
    Noch Fragen "Herr John"?

  10. 7.

    Fliegen ist schlecht für das Klima. Schickt Fahrräder.

  11. 6.

    Liebe Berlinerin, mir geht es um Fakten und nicht um Tippfehler. Wenn Sie gerne korrigieren, melden Sie sich doch bei bitte bei der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie dort werden Lehrer dringend gesucht.

  12. 4.

    Bitte verzeihen Sie die Unachtsamkeiten. Da sind der Schnelligkeit leider ein paar Buchstaben zum Opfer gefallen. Wir haben das korrigiert.

  13. 3.

    Lieber RBB, kann das bitte mal jemand Korrektur lesen? Das zieht einem ja die Schuhe aus. Obwohl - so drei oder vier Schreibfehler pro Nachricht sind hier ja mittlerweile Usus.

  14. 2.

    Shit happens... So what?!^^

  15. 1.

    Mir tun die Billigheimer nicht wirklich leid.
    Ham se nun davon.

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