Commerzbank Filiale mit Baugerüst in Schöneberg (Bild: imago images/STPP)
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Folgen für die Region noch unklar - Commerzbank will Stellen abbauen und Filialen schließen

Hin zum Online-Banking, weg vom Bankschalter - bislang ist die Commerzbank diesem Trend nur zögerlich gefolgt. Doch das ändert sich jetzt. Die Commerzbank will ihre Digitalmarke stärken und plant Filialschließungen und Stellenstreichungen.

Die Commerzbank will bundesweit tausende Stellen streichen und zahlreiche Filialen schließen. Damit wolle man sich gegen die Ertragsschwäche stemmen und die Umsetzung der künftigen Strategie stärken, teilte die Bank am Freitag in Frankfurt am Main mit.

"Ein weiterer konzernweiter Stellenabbau ist leider unvermeidbar", heißt es in der Mitteilung vom Freitag. Der Commerzbank-Vorstand werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, bundesweit rund 4.300 Vollzeitstellen zu streichen. Weil gleichzeitig an anderer Stelle rund 2.000 Vollzeitstellen geschaffen werden, verbleibe unter dem Strich ein Abbau von rund 2.300 Jobs, heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung weiter.

Über den Entwurf des Vorstands werde der Aufsichtsrat am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche (25./26.9.) beraten. Tags darauf will Vorstandschef Martin Zielke die Ergebnisse vorstellen.

Commerzbank bisher kein Freund von Filialschließungen

Die Zahl der Filialen will die Commerzbank voraussichtlich um rund 200 auf etwa 800 verringern. Wo genau das Frankfurter Geldhaus den Rotstift ansetzt und ob es dabei regionale Schwerpunkte gibt, ist noch offen. Seit einiger Zeit setzt das Institut auf einen Mix aus Kleinstfilialen und großen Standorten mit Komplettangebot. Noch im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank angekündigt, sie wolle dem Trend anderer Banken bei Filialschließungen nicht folgen und an ihren insgesamt 1.000 Standorten festhalten.

Die Commerzbank betreibt in Berlin 50 und im Land Brandenburg 25 Filialen. In Berlin und Brandenburg beschäftigt die Bank insgesamt 2.000 Menschen.

Commerzbank steht seit langem unter Druck

Die Commerzbank hat ihre Belegschaft in den vergangenen Jahren bereits erheblich reduziert. Die Zahl der Vollzeitkräfte sank von 43.300 auf 40.700 Ende Juni 2019. Bis Ende 2020 sollen es nach aktueller Planung etwa 38.000 sein. Ursprünglich wollte der Vorstand die Belegschaft auf 36.000 Vollzeitkräfte verringern. Doch weil Aufgaben im Zuge der Digitalisierung stärker im eigenen Haus und weniger an externe Dienstleister vergeben werden sollen, setzte der Vorstand die Zielmarke nach oben.

Der Druck auf das Management, dabei grundlegende Änderungen vorzunehmen, ist zuletzt deutlich gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine Fortsetzung ihrer Niedrigzinspolitik angekündigt. Zudem kühlt sich die Konjunktur ab. Der Gewinn der Commerzbank brach im ersten Halbjahr um über ein Viertel auf 391 Millionen Euro ein. Hinzu kommt: Im April war eine Fusion mit der Deutschen Bank gescheitert. Die beiden größten deutschen Privatbanken hatten auf innerdeutsche Konsolidierungseffekte gehofft, letztlich hätte eine Fusion beiden Banken aber “keinen Mehrwert“ gebracht, hieß es nach dem Scheitern der Gespräche.

Sendung: Inforadio, 20.09.2019, 16.00 Uhr

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5 Kommentare

  1. 4.

    Wieviel weite Wege wollen die Banken ihren Kunden noch zumuten?
    Es wird immer teurer aber der Service singt immer mehr.

  2. 2.

    Ich habe vor drei Monaten nach über 30 Jahren mein Konto bei dieser Bank gekündigt. Zeigt diesen Juppis, daß wir Kunden und nicht jede Unverschämtheit gefallen lassen und kündigt ebenfalls. Niemand wird diese Bank vermissen.

  3. 1.

    Die Filiale auf dem Titelbild könnte gut Hauptstr./Ecke Akazienstr sein. Das hat aber nichts zu bedeuten?

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