Küken in der Hühnermast (Quelle: imago-images/blickwinkel)
Bild: imago-images/blickwinkel

Groß Haßlow - Gericht untersagt Bau von Hähnchenmastanlage

Die Hähnchen-Mastanlage in Groß Haßlow (Ostprignitz-Ruppin) darf auch weiter nicht gebaut werden. Das hat das Oberverwaltungsgericht entschieden. In der Anlage sollten mehr als 300.000 Hühner gehalten werden.

Damit wurde der Klage des Naturschutzbundes (Nabu) Brandenburg auch in zweiter Instanz stattgegeben. Durch die Anlage können möglicherweise unzulässige Stickstoff-Ablagerungen in geschützte Biotope gelangen, so die Begründung des Gerichts. Der Betrieb habe dies nicht hinreichend überprüft. Gegen das Urteil ist noch Revision beim Bundesverwaltungsgericht zugelassen.

Nabu-Klage erfolgreich

Der Betreiber hatte bereits im November 2012 die Genehmigung zur Errichtung der Hähnchenmastanlage erhalten - jedoch nur befristet auf ein Jahr. Der Betreiber beantragte später die Verlängerung. Außerdem änderte er das Vorhaben von einer 30-tägigen auf eine 40-tägige Mastzeit.

Dagegen hatte der Naturschutzbund geklagt. Die Umstellung von Kurz- auf Langmast führe zu einem erheblichen Anstieg der Emissionen, argumentierten die Naturschützer. Die längere Mastdauer sei für die Tiere besonders quälend; so würden sie größer, stünden dadurch enger zusammen und länger auf ihrem Kot.

Die Klage war erfolgreich: Das Verwaltungsgericht Potsdam und das OVG stoppten die Errichtung des Betriebes im Eilverfahren. 

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.09.2019, 21 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Tiermastanlagen dieser absurden Größenordnung sollten generell nicht mehr gestattet werden. Diese reine Profitgier erwirtschaftet auf den Leid der Tiere sollte nicht mehr die Zukunft sein. Kein Mensch muss ständig Geflügel und Fleisch essen.

  2. 10.

    Bravo. Endlich mal ein starkes Zeichen gegen die Hähnchenbarone. Seinen Gewinn aus Massentierleid zu erschaffen ist moralisch tiefstehend. Solchen Leuten muss man das Leben schwer machen, danke Nabu.

  3. 9.

    ThomasFreitag, 06.09.2019 | 12:22 Uhr

    "Hätte, könnte, vielleicht, Fiktion, Glauben, vermuten.. und Fakten? So sind die Gerichte eines Rechtstaates."

    Sie fragen nach Fakten?
    O.k.: Zerstörte Tiere sowie anderer Tierprodukte wie Kuhdrüsensekret usw. sind für die Ernährung des Menschen vollkommen überflüssig - es sei denn, es gibt gar nix anderes mehr.

    Der IPCC Bericht legt sogar nahe, dass die tierleidbasierte Ernährung massiv dazu beiträgt, dass Tag für Tag weltweit Menschen an Hunger sterben müssen.

    Das zu beenden wird es höchste Zeit!

  4. 8.

    Die Entscheidung, die Errichtung der Anlage zu verbieten begrüße ich sehr.
    Leider ist sie nicht aus Tierwohlgründen gefällt worden..
    @Friedrichs: MMn guter Ansatz.

  5. 7.

    "Kein Mensch braucht angekokelte Tierleichen auf dem Teller."
    Da haben Sie recht! Deshalb achte ich bei der Zubereitung auch peinlich genau darauf, das nichts anbrennt.

  6. 6.

    TGBerlinFreitag, 06.09.2019 | 10:24 Uhr

    "Gute Entscheidung."
    Ja, die Gerichte sind inzwischen - wenn sie sich mit dem Thema eingehend beschäftigen - viel weiter als Politik und Verbraucher. Die Gesetze sind alle da, sie müssen nur angewendet werden!

    Würden die Kosten, die durch die Tierzerstörung weltweit verursacht werden (IPCC-Bericht zur Landnutzung) auf den Fleisch- und Milchproduktepreis umgelegt, würde ein Liter Milch vermutlich 10 € und ein Kg Leichenteil ca 35 € kosten. Das definitive Ende der bisherigen Ernährung in den Industrienationen! Deshalb wird von der Politik im Auftrag der parteienfinanzierenden Tierleidbarone der Preis künstlich niedrig gehalten.

    "Kein Mensch braucht angekokelte Tierleichen auf dem Teller."

    ...und ebenso wenig ein sinnloses "Tierwohllabel"

    Lieber eine Liebensmittelkennzeichnung wie diese:

    Egal ob Eins, ob Zwei, ob Drei oder Vier,
    nur vegan schützt
    Klima, Meer, Mensch und Tier!

  7. 5.

    Hätte, könnte, vielleicht, Fiktion, Glauben, vermuten.. und Fakten? So sind die Gerichte eines Rechtstaates.

  8. 4.

    Gutre Entscheidung. Kein Mensch braucht angekokelte Tierleichen auf dem Teller.

  9. 3.

    Das ist schön mehr als verrückt. Aber der Verbraucher ist selbst schuld, wenn er soetwas kauft. Lieber weniger Fleisch aber mit Tierwohl.
    Massenaufzucht muss generell verboten werden.

  10. 2.

    Richtig so. Keine Tierquäler-Anlagen mehr. Esst weniger Eier, dafür vom Biobauern. Esst weniger Fleisch, dafür vom Biobauern. Wir haben selber 5 Hühner im Garten. Glückliche Tiere, die gesund gefüttert werden und Platz haben. Die legen fast täglich Eier und das ist uns die Arbeit wert. Dann lieber nur 2x/Woche Eier und die mit Genuß.

  11. 1.

    Es ist schon verrückt wie wir mit Tieren umgehen für das fünf Euro Brathähnchen mit dem mindestens drei Betriebe auch noch Gewinn erwirtschaften.

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