Das Containerdorf im Plänterwald (Quelle: imago images/Reiner Zensen)
Audio: Inforadio, 23.09.2019, Torsten Gabriel | Bild: mago images/Reiner Zensen

Containerdorf Plänterwald - Howoge stellt Strafanzeige gegen privaten Projektentwickler

Das Containerdorf im Plänterwald gilt eigentlich als ein Vorzeigeprojekt im Bereich Wohnungsbau für Studierende. Nun aber hat die Howoge Strafanzeige gegen den bauausführenden Projektentwickler gestellt. Es geht um Millionen Euro.

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge hat Strafanzeige gegen einen privaten Projektentwickler gestellt. Wie die Howoge am Montag mitteilte, wirft sie dem Unternehmen millionenschweren Betrug und die Verursachung erheblicher Mängel vor. Als Bauherrin habe die Howoge dem Projektentwickler gekündigt. In dem Streit geht es um 260 Ein- und Zweipersonenwohnungen in früheren Schiffscontainern im Rahmen des EBA-Projektes an der Eichbuschallee (Treptow-Köpenick).

Howoge vermutet Finanznöte beim Projektentwickler

Der Projektentwickler soll die technisch voll ausgerüsteten und möblierten Container bis April 2018 zwar aufgestellt haben. Infolge eines Wasserschadens sei die Fertigstellung dann jedoch immer wieder verschoben worden. Die Howoge geht von erheblichen verdeckten Baumängeln aus. Sie vermutet, dass der Projektentwickler sie täuschte, weil ihm das das Geld fehlte, das Bauvorhaben abzuschließen.

Die Howoge schätzt den voraussichtlichen Verlust auf etwa zehn Millionen Euro. Das Unternehmen erklärte, es halte an dem Projekt fest und schreibe die Bauleitung neu aus. Ziel sei eine Fertigstellung im Jahr 2021, hieß es. Die Howoge hatte das EBA Berlin 2016 gekauft. 109 Wohnungen waren zu diesem Zeitpunkt bereits fertig und vermietet. Im Dezember 2016 begann dann der Bau der weiteren 260 Wohnungen.

Das Wohnungsbauprojekt EBA Berlin in der Eichbuschallee gilt als Vorzeige-Bauvorhaben in Sachen studentisches Wohnen. Die Gebäude haben drei Etagen und wurden im Stile von Schiffscontainern aufeinandergestapelt.

Sendung:  Inforadio, 23.09.2019, 11.00 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Wer sich eine Unterkunft in Containern nicht vorstellen kann, sollte sich das Hostel Dock Inn in Warnemünde anschauen. Es funktioniert ganz wunderbar und erfüllt alle Auflagen. Und es sieht nicht wie ein rostiges Ungetüm aus. In Berlin heißt das hipp...

  2. 5.

    Menschenunwürdig. Jetzt müssen Studenten in Containern hausen, Miete "ab" 455 Euro warm für insgesamt 26qm. Stolzer Preis für einen Wohncontainer.

  3. 4.

    P.S.: Putzig ist auch die Formulierung der Howoge, sie würde ein Strafverfahren einleiten. Die Howoge leitet gar nichts ein - außer vielleicht Abwässer in die Kanalisation. Darüber hinaus darf sie lediglich Strafanzeige erstatten und Strafantrag stellen. Herr des Verfahrens ist nämlich der Staatsanwalt. Der leitet ein und niemand sonst.

  4. 3.

    Vielen Dank für den Link. Die dort genannten Baumängel würden mich im Detail trotzdem interessieren. Ich sehe hier nur riesige Fensterflächen und Blechwände. Ich kann nicht erkennen, wo hier die heute geforderten Dämmschichtdicken untergebracht sein sollen.

  5. 2.

    Es gibt mittlerweile eine Mitteilung.
    https://www.howoge.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/detail/howoge-kuendigt-developmentvertrag-fuer-wohnprojekt-eba-berlin-und-leitet-strafverfahren-gegen-projektentwickler-ein.html

  6. 1.

    Ich kann mir den Grund schon vorstellen. Die Dinger entsprechen doch nicht ansatzweise der EnEV, sollen aber ganzjährig als Wohnung genutzt werden. Also kann's dafür auch keine Baugenehmigung geben. Wie kann man als gewerbliches Wohnungsunternehmen auf so einen plumpen Schwindel hereinfallen? Scheinen ja jede Menge Fachkräfte bei der Howoge zu arbeiten.

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