Eine Frau hält ein Bild mit einem Entwurf des Karstadt am Hermanplatz in Neukölln in die Kamera (Quelle: rbb)
Audio: Inforadio | 12.09.2019 | Jan Menzel | Bild: rbb

Berliner Hermannplatz - Müller kritisiert Bezirks-Veto gegen Karstadt-Umbau

Aus Kreuzberg war ein kategorisches Nein gekommen: Das Karstadt am Hermannplatz solle nicht zu einem Shoppingtempel im 20er-Jahre-Stil umgebaut werden, hieß es. Nun schaltet sich der Regierende Bürgermeister in die Debatte ein - und poltert ein bisschen.

Berlins Regierender Bürgemeister Michael Müller (SPD) hat das Veto von Friedrichshain-Kreuzberg beim Karstadt-Neubauprojekt am Hermannplatz kritisiert. Eine pauschale Absage an einen Investor sei nicht akzeptabel, sagte Müller am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Die Politik müsse Gespräche mit Investoren führen.

Müller stellte aber auch klar, dass sich Bauvorhaben in den Kiez einfügen und dass die Bürger einbezogen werden müssten.

Der Senat hat allerdings grundsätzlich die Möglichkeit, die Projektplanung an sich zu ziehen, wenn der Bezirk bei seinem Nein bleibt.

"Wir brauchen kein Stadtschloss"

Der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt (Grüne), hatte im August dem rbb gesagt, dass ein Monumentalkaufhaus, wie es der österreichische Investor Signa errichten wollte, nicht zum Bezirk passe. "Wir brauchen kein Stadtschloss in Kreuzberg, das äußerlich nostalgisch etwas vorblendet, was im Inneren nicht da ist, sobald drinnen ein Shoppingcenter oder Bürocenter entsteht", sagte Schmidt.

Das Karstadt-Gebäude liegt auf der Bezirksseite von Friedrichshain-Kreuzberg, der angrenzende Hermannplatz gehört zu Neukölln. Dieser Bezirk zeigte sich am Freitag offen für die Pläne. "Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat mehrfach deutlich gemacht, dass er die Pläne für einen Umbau des Karstadt-Gebäudes grundsätzlich begrüßt", teilte Sprecher Christian Berg mit.

Der österreichische Investor Benko will am Hermannplatz einen Entwurf des britischen Star-Architekten David Chipperfield umsetzen. Der Entwurf orientiert sich an dem alten Karstadt-Gebäude der 1920er Jahre.

Kommentar

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11 Kommentare

  1. 11.

    Leider werden in dieser Stadt ständig potenzielle Investoren vertrieben. Der Hermannplatz kann durchaus eine Aufwertung gebrauchen. Aber der grüne Stadtrat kümmert sich ehr mit viel Geld von den Steuerzahler um so ein Quatsch wie in der Bergmannstraße und kauft mit den Steuergeldern Wohnhäuser als Investoren zu unterstützen. Einig ist er sich mit Frau Lompscher, dass alle Investoren nur Profitgeil sind und alles dafür getan werden muss, dass private Wohnungen oder Gewerbe bauen.

  2. 10.

    Natürlich "braucht" man so etwas nicht. Überhaupt "brauchen" wir in Berlin nichts, was architektonisch Eindruck macht, was irgendwie gut aussieht oder was ein Investor plant. Lieber sagen wir zu allem nein und nehmen die Planung selber in die Hand - äh ach nein, das tun wir ja auch nicht. Also Hauptsache nein!

  3. 9.

    Die Absage war nicht pauschal sondern konkret. Man will kein Stadtschloss dort haben.

  4. 8.

    Ach, 2 Wochen nach dem Veto vom Grünen Baustadtrat in Kreuzberg Herrn Schmidt, ist Herr Müller aufgewacht und gibt seinen Senf dazu, traurig wie lang der Regierende schläft und etwas mitbekommt was in der Stadt los ist, armes Berlin.

  5. 7.

    Der österreichische Investor Benko... War da nicht was... Strache und FPÖ... Zeitungsmonopol...

  6. 6.

    Ich will noch einen weiteren Gedankengang anfügen, ohne mich jetzt für oder gegen etwas auszusprechen: Selbstverständlich haben Bauwerke immer auch ihren Wiedererkennungswert. Das ist bei historischen Gebäuden stärker vertreten als bei denen der Jetzt-Zeit. Der Grund dafür liegt am universellen und damit austauschbaren Bauen bzw. an der fehlenden oder unzureichenden vorherigen Möglichkeit, dies zu tun.

    Der Markusturm in Venedig ist so einzigartig wie die Karlsbrücke in Prag und diese ist so einzigartig wie der Eiffelturm in Paris. Wenn eines davon einstürzte, würde es selbstverständlich wieder aufgebaut, was ja beim Markusturm vor hundert Jahren tatsächlich auch passiert ist. Die Bebauung am Potsdamer Platz wird dagegen in hundert Jahren eher eine lokalgeschichtliche Fußnote von Berlin sein, keines der heutigen Gebäude wird dort noch stehen.

    Selbstverständlich war das karstadt-Gebäude am Hermannsplatz in seiner Gestalt berlin-, europa- und weltweit einzig.

  7. 5.

    Naja, der Müller halt...

  8. 4.

    Selbstverständlich ist das wichtig im Sinne einer neutralen Bericherstattung. Deshalb nennen wir ja auch in diesem sowie im vorherigen Beitrag die Originalquelle (Michael Müller im Abgeordnetenhaus), Florian Schmidt (im rbb). Dass es außerdem noch eine Pressemitteilung gegeben hat, bestreitet ja keiner. LG

  9. 3.

    Hallo rbb, das war deutlich zu sehen. Wie jedoch bereits bei Ihrer "Dach"-Party im RUndfunk-Haus vielen Menschen miteteilt, ist es wichtig, die Original-Quelle zu nennen. Das ist weder im ersten noch im zweiten Beitrag der Fall. Bitte tun Sie das immer im Sinne einer neutralen Berichterstattung.

  10. 2.

    Guten Tag Herr König, was wir allerdings verlinkt haben, ist der Hintergrund-Beitrag, in dem die Begründung des Bezirks ausführlich dargestellt ist. Dort werden die Gründe ausführlich genannt - auch in diesem Beitrag wird ein Hauptgrund aufgeführt. Beste Grüße

  11. 1.

    Bevor sich alle im Kommentar wieder aufregen, bitte zuerst die offizielle PM mit den Begründungen lesen, die rbb mal wieder nicht verlinkt oder genannt hat:
    https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/aktuelles/pressemitteilungen/2019/pressemitteilung.842018.php


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