Die Hauptpost, eine Filiale der Postbank in Stralsund (Sachsen-Anhalt), wird am 22.04.2015 bestreikt. (Quelle: dpa/Stefan Sauer)
Bild: dpa/Stefan Sauer

Arbeitskampf in Berlin und Brandenburg - Verdi ruft Postbank-Beschäftigte zum Warnstreik auf

Mitarbeiter der Postbank in Berlin und Brandenburg sind ab Montag zu Warnstreiks aufgerufen. Anfang Oktober waren die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und der Konzernmutter Deutsche Bank gescheitert. Derzeit wird nun über unbefristete Streiks abgestimmt.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Berliner und Brandenburger Beschäftigten der Postbank-Filialen ab Montag zu Warnstreiks aufgerufen. Damit setzen die Arbeitnehmer der Bank in und um die Hauptstadt die Arbeitskampf-Aktionen fort, die in den vergangenen Tagen bereits bundesweit in vielen anderen Filialen des Unternehmens gestartet sind. In Berlin ist zudem am Montagvormittag eine zentrale Kundgebung geplant.

Verdi rechnet nach eigenen Angaben damit, dass von Montag bis Mittwoch rund 70 bis 80 Filialen in und um Berlin geschlossen bleiben. Auch in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt soll die Arbeit am Montag niedergelegt werden.

Zu Beginn der abgelaufenen Woche hatten bereits Postbank-Beschäftigte in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ganztägig die Arbeit niedergelegt. Hintergrund der bundesweiten Arbeitskampfmaßnahmen sind die gescheiterten Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern bei der Postbank-Konzernmutter Deutsche Bank.

Bis 8. Oktober läuft die Urabstimmung

Ab Mitte Oktober drohen der Postbank sogar unbefristete Streiks seiner Beschäftigten. Noch bis zum 8. Oktober läuft die Urabstimmung über den Arbeitskampf. Unmittelbar nach dem Votum seiner Mitglieder will die Gewerkschaft Verdi dann nach eigenen Angaben mit Streiks beginnen. In der Zwischenzeit aber soll es weitere Warnstreik-Aktionen geben.

"Die Zeichen stehen auf Sturm", hatte Verdi-Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe, Jan Duscheck, in Berlin erklärt. "Die Kolleginnen und Kollegen sind in der Lage und auch willens, diesen Konflikt durchzufechten." Postbank-Kunden müssten sich die kommenden Tage darauf gefasst machen, dass es erhebliche Einschränkungen gebe.

Verdi: Sorge um Pläne einer Abwicklung der Postbank

Anfang September war die dritte Tarifverhandlungsrunde bei der Postbank ergebnislos verlaufen. Die Arbeitgeber der DB Privat- und Firmenkundenbank AG hätten in der dritten Runde ein "inakzeptables Angebot" vorgelegt, hieß es von Verdi.

Die Arbeitnehmer fordern unter anderem um sieben Prozent höhere Gehälter bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Mindestens sollen die Löhne um 200 Euro steigen. Die Beschäftigten sollen dabei wählen können, ob sie mehr Geld oder mehr Freizeit erhalten möchten.

Verhandelt wird für bundesweit etwa 12.000 Beschäftigte in der DB Privat- und Firmenkundenbank, den Postbank-Filialen sowie bei Tochterunternehmen.

Die Deutsche Bank baut derzeit radikal um. Spekuliert wird über weitere Einschnitte im Filialnetz und einen neuen Standort für die Bonner Postbank-Zentrale. Die Gewerkschaft sieht das mit Sorge und befürchtet hier Pläne für eine Abwicklung. Die Deutsche Bank hatte im Frühjahr 2017 entschieden, die Postbank nicht zu verkaufen, sondern in ihr Privat- und Firmenkundengeschäft einzugliedern.

Sendung: Inforadio, 30.09.2019, 08:00 Uhr

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