Archiv - Taxifahrer protestieren am 10.04.2019 auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. (Bild: dpa/Monika Skolimowska)
Bild: Audio: Inforadio | 10.09.2019 | Ute Schumacher

Anstieg um durchschnittlich 10,7 Prozent - Taxifahren in Berlin wird deutlich teurer

In Berlin sollen zum Herbst die Taxipreise um durchschnittlich zehn Prozent steigen. Darauf hat sich die Senats-Verkehrsverwaltung am Montag mit der Taxi-Innung geeinigt. Vor allem bei kürzeren Strecken wird der Preisanstieg spürbar sein.

Taxifahren in Berlin wird zum ersten Mal seit vier Jahren teurer - und zwar deutlich: Im Durchschnitt kosten Taxifahrten künftig 10,7 Prozent mehr. Der Senat beschloss die Anpassung am Dienstag. Sie tritt voraussichtlich Anfang Oktober in Kraft.

Vor allem bei Strecken bis sieben Kilometer wird die Änderung spürbar sein: Hier steigt der Kilometerpreis im Normaltarif um 15 Prozent von 2 auf 2,30 Euro. Der Grundpreis bleibt bei 3,90 Euro. Ab dem siebten Kilometer steigt der Tarif um zehn Prozent von 1,50 auf 1,65 Euro je Kilometer.

Hoher Preisanstieg für Kurzstrecke

Die Kurzstrecke fällt in Zukunft mit sechs Euro statt bisher fünf Euro um 20 Prozent höher aus. Dieser Tarif gilt nur, wenn man das Taxi an der Straße heranwinkt und nicht, wenn man es per Telefon gerufen hat. Erhöht wird auch das Geld für die Wartezeit - um zehn Prozent auf 33 Euro pro Stunde.

Der Zuschlag von fünf Euro für die Mitnahme von fünf oder mehr Fahrgästen wird künftig auch für große, voluminöse Gegenstände berechnet. Der Zuschlag für sperriges Gepäck entfällt. Kinderwagen und Rollstühle werden auch weiter nicht berechnet, unabhängig davon, ob ein Taxi oder ein Großraumtaxi gerufen wird.

In Zukunft kostet dann zum Beispiel eine Fahrt vom Flughafen Tegel zur Warschauer Straße nach Friedrichshain (15 Kilometer) 37,10 Euro statt wie bisher 33,80 Euro.

Innung: Kostensteigerungen werden berücksichtigt

Der neue Tarif tritt zwei Wochen nach der Veröffentlichung im Berliner Gesetzesblatt in Kraft. Die Taxifahrer haben insgesamt vier Wochen Zeit zur Umstellung.

Mit der Erhöhung würden die Kostensteigerungen des Gewerbes berücksichtigt, teilte die Verkehrsverwaltung weiter mit. Dafür habe die Verwaltung eine Studie in Auftrag gegeben, bei der die Auswirkungen der Preisentwicklung inklusive der Mindestlöhne bis zum Jahr 2020 unter die Lupe genommen wurden.

Sendung: Abendschau, 10.09.2019, 19:30 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Tja vielleicht sieht man jetzt die E-Tretroller doch in einem anderen Licht, auf jeden Fall hundertmal billiger als die Abzocker Taxis.

  2. 8.

    Sicherlich kommt die Erhöhung nicht zum richtigen Zeitpunkt, da sich das Taxigewerbe derzeit mit Konkurrenten herumschlagen muss, die entweder mit Steuerngeldern finanziert werden ( Berlkönig, Clevershuttle, Moa) oder unlauteren Wettbewerb betreiben, da sie sich nicht an geltende Gesetze wie die Rückfahrpflicht halten (Uber, FreeNowRide, Mietwagenunternehmer). So kann man Fahrgäste nicht halten oder zurückgewinnen. Andererseits ist es Unsinn vom Taximonopol zu sprechen, wenn die Tarife gesetzlich festgelegt werden und kaum die Unkosten decken. Taxifahrer können froh sein, wenn sie auf 10 euro netto stundenlohn kommen. Die "Geiz ist Geil" Fraktion unter den potentiellen Fahrgästen sollte sich ernsthaft fragen, auf welchem Rücken sie billig durch die Stadt fahren, wenn sie nur 5 oder 10 euro bis zum Flughafen löhnen. Über Dumping, Schwarzgelder und täglichen Rechtsbruch auf Berliner Straßen durch die ach so hippen Ridehailing und Ridesharing Dienste könnte der RBB auch ruhig mal bericht

  3. 7.

    Meinetwegen können die Taxen noch mehr die Preise hochziehen. Ich hoffe damit, das dann ein großer Teil der Taxen von den Straßen verschwindet. Das ist ja kaum auszuhalten, so viele Taxen und vernünftig den Straßenverkehr anpassen, können sie sich auch nicht. Jeder will eine saubere Umwelt, aber keiner will auf Bus und Bahn umsteigen.

  4. 6.

    Der Kilometerpreis für die ersten sieben Kilometer steigt um 15 Prozent, der Preis für die Kurzstrecke um 20 Prozent - aber alles insgesamt nur um 10,7 Prozent: Ein schönes Beispiel dafür, wie man mit Zahlen manipulieren kann. Oder genauer: Absichtlich einen falschen Eindruck erwecken.

    15 Prozent, 20 Prozent: Verständlich bei der hohen Inflationsrate in Deutschland und den explodierenden Treibstoffkosten. Dahinter steht ja auch eine Studie. Natürlich eine wissenschaftliche. Nicht der Gedanke, dass statt Berlinern, denen Taxis jetzt schon zu teuer und vom Service her zu mies sind, vor allem Touristen fahren, und die kann man ja melken.

    (Für zwei 15-Kilometer-Fahrten mit dem Taxi kann man einen ganzen Monat lang den ÖPNV nutzen.)

  5. 5.

    Wer in einem Auto mit schwitzenden, nur halb angezogenen, und radebrechenden Fahrern zusammensitzen will, der fährt Taxi. Ich bin es sowas von leid, dass Taxifahrer jedesmal mit mir über meinen Routenwunsch vom Flughafen Tegel nach Hause diskutieren wollen, dass ich lieber mit dem Bus fahre. Sowas muss ich nicht haben.

  6. 4.

    Wird Zeit das es endlich mehr Dienste wie Uber gibt. Dieser Monopol-Mist ist eigentlich unerträglich. Aber erhöht mal schön weiter die Preise, werdet schon sehen was Ihr davon habt.

  7. 3.

    Genau die richtige Strategie um mit Uber und Co zu konkurrieren.

  8. 2.

    Aber dann möge die Innung nicht jammern, wenn noch weniger Fahrgäste ein Taxi rufen, buchen oder ran winken. Verstehe wer will.

  9. 1.

    Unerträglich, schon jetzt kaum bezahlbar. Vielleicht sollte man mal die Preise senken, dann fahren auch "normale Berliner" wieder Taxi.

    Mehr Kunden statt mehr Geld sollte hier die Devise sein und nicht maximale Touristenabzocke.

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