Ein Mann kauft sich einen Fahrschein an einem Fahrscheinautomaten am Alexanderplatz. (Quelle: imago images/Inga Kjer)
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Beschluss im Aufsichtsrat - VBB-Fahrscheine werden ab 1. Januar teurer

Der VBB-Aufsichtsrat hat am Donnerstag die Erhöhung der Ticketpreise beschlossen. Demnach werden die Fahrpreise ab 1. Januar im Durchschnitt um 3,3 Prozent erhöht. Grund seien vor allem gestiegene Personalkosten.

Bus- und Bahnfahren in Berlin und Brandenburg wird teurer. Zum 1. Januar steigen die Fahrpreise durchschnittlich um 3,3 Prozent, wie der Verkehrsverbund beider Länder am Donnerstag in Berlin mitteilte. Ein Einzelfahrausweis Berlin AB kostet dann 2,90 Euro, 10 Cent mehr als bislang. Auch in Brandenburg wird die Einzelfahrkarte AB 10 Cent teurer und kostet dann 1,80 Euro. Besonders stark steigen die Preise für Tageskarten im Berliner Tarifbereich AB werden künftig 8,60 Euro fällig, statt 7 Euro.

Unverändert bleibt der Preis für die Umweltkarte für Abonnenten im Berliner Stadtgebiet (AB), Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder). Die Umweltkarte Berlin ABC, die das Umland einbezieht, kostet hingegen mit 1.008 Euro erstmals mehr als 1.000 Euro. Bisher sind es 992 Euro.

"Vor dem Hintergrund steigender Kosten bei den Verkehrsunternehmen im VBB kommen wir derzeit an moderaten Fahrpreiserhöhungen nicht vorbei", sagte VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel. Die Preiserhöhung orientiere sich an der Entwicklung der Lebenshaltungskosten, der Strom- und Kraftstoffpreise in den vergangenen fünf Jahren, teilte der VBB-Aufsichtsrat mit. Die Preise waren zuletzt Anfang 2017 leicht erhöht worden.

Preisübersicht für alle Städte und Kreise ab 1. Januar 2020 finden Sie auf der Webseite vbb.de oder im PDF.

Tarifbeispiele Berlin seit 2017 ab 2020
Einzelfahrausweis AB 2,80 Euro 2,90 Euro
Einzelfahrausweis ABC 3,40 Euro 3,60 Euro
Tageskarte AB 7,00 Euro 8,60 Euro
Tageskarte ABC 7,70 Euro 9,60 Euro
Kleingruppen-Tageskarte AB 19,90 Euro 23,50 Euro
Kleingruppen-Tageskarte ABC 20,80 Euro 24,90 Euro
Monatskarte VBB-Umweltkarte ABC

100,50 Euro

104,00 Euro
Abo (monatlich abgebucht) VBB-Umweltkarte ABC 992,00 Euro 1.008,00 Euro
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Tarifbeispiele Land Brandenburg seit 2017 ab 2020
Einzelfahrausweis AB (Cottbus) 1,70 Euro 1,80 Euro
Einzelfahrausweis ABC (Cottbus) 2,70 Euro
2,80 Euro
Tageskarte AB (Potsdam) 4,20 Euro 4,50 Euro
Tageskarte ABC (Potsdam) 5,80 Euro
6,10 Euro
Monatskarte 1 Landkreis 89,00 Euro 91,00 Euro
Abo (monatlich abgebucht) VBB-Umweltkarte 1 Landkreis 890,00 Euro 910,00 Euro

Streese: "Letztlich ändert sich für eine Million Berliner nichts"

Der Berliner Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese (Grüne) warb im Inforadio des rbb für Verständnis. Die Preiserhöhungen seien moderat und notwendig, da die Personalkosten bei der BVG gestiegen seien. "Berlin und Brandenburg investieren sehr stark in den ÖPNV, hinzu kommt der ziemlich hohe Tarifabschluss bei der BVG", so Streese. Stamm- und Dauerkunden würden die Preiserhöhungen aber nicht spüren, da die Jahreskarte nicht teurer werde. "Letztlich ändert sich für eine Million Berliner nichts, da ja auch alle Rabatte wie das kostenlose Schülerticket, das Azubiticket oder das Jobticket unberührt bleiben", so der Staatssekretär.

Verdi: Tariferhöhung ist "notwendig und "alternativlos"

Die Gewerkschaft Verdi sieht die anstehende Tariferhöhung im VBB als notwendig und alternativlos an, auch wenn sie unpopulär seien, wie die Gewerkschaft am Donnerstag mitteilte. Die Kosten seien für die Nahverkehrsunternehmen in Berlin und Brandenburg bei gleichbleibenden Tarifen stetig gestiegen. Gleichzeitig fehle es am notwendigen Personal, um den erhöhten Bedarf zu bewältigen.

So müssten die Verkehrsunternehmen die zusätzlichen Kosten alleine bewältigen, die durch die ausgebliebenen Tariferhöhungen in den letzten zwei Jahren entstanden seien. Außerdem habe die Politik verpasst die Belastung finanziell auszugleichen. "Dies wurde nicht selten auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen", so Jeremy Arndt, Verdi-Landesfachbereichsleiter Verkehr.

Wegen der Verkehrswende würden immer mehr Autofahrer auf etwa Züge, Busse und Trambahnen umsteigen. Außerdem wachse Berlin und der Speckgürtel, was den Druck noch weiter steigere. "Um die Attraktivität zu steigern, muss in Zukunft noch mehr in Personal und Infrastruktur investiert werden", so Arndt.

Brandenburger Linke: Falsche Entscheidung zur falschen Zeit

Für die Linke im Brandenburger Landtag ist die Entscheidung über die Tariferhöhung laut Mittilung falsch und kommt zur "Unzeit". Der VBB-Aufsichtsrat hätte warten sollen, bis eine neue Regierung gebildet worden wäre. "In Zeiten, in denen intensiv über Klimaveränderung gesprochen wird, über vom ÖPNV abgehängte Dörfer und der Notwendigkeit, eine verkehrspolitische Wende zu vollziehen, ist die Preiserhöhung kontraproduktiv", teilte Fraktionsvorsitzender Sebastian Walter am Donnerstag mit. Stattdessen hätten die Preise gesenkt werden müssen, damit mehr Menschen das Auto stehen lassen und den ÖPVN nutzen würden.

Unveränderte Preise und neue Angebote - Berlin

Unveränderte Preise:

- Abo Berlin AB (monatl. und jährliche Abbuchung), VBB-Firmenticket Berlin AB, Azubi-Monatskarte Berlin AB, VBB-Abo Azubi

- VBB-Umweltkarten (7-Tage-Karten, in den kreisfreien Städten AB Brandenburg a. d. H., Frankfurt (Oder), Cottbus

- 8-Uhr/ 9-Uhr-Karten in den kreisfreien Städten AB Brandenburg a. d. H., Frankfurt (Oder), Cottbus

- VBB-Abo 65plus, VBB-Abo 65vorOrt

- 4-Fahrten-Karten in Berlin und Potsdam

Neue Angebote zum 1. Januar 2020

- Ermäßigter Anschlussfahrschein Berlin A/C für 1,30 Euro

- Anschlussfahrschein Berlin A/C als Tageskarte für 3,50 Euro

- Anschlussfahrschein Berlin AB für Potsdamer Zeitkarteninhaber für 2,90 Euro

- 4er-Tageskarten in Potsdam AB, BC, ABC und den kreisfreien Städten AB (dadurch keine Preiserhöhung pro Ticket beim Kauf der 4er-Tageskarten)

- 4-Fahrten-Karte Potsdam BC und ABC für 7,20 bzw. 10,40 Euro

2,90 Euro

Sendung: Abendschau, 26.09.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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52 Kommentare

  1. 52.

    Hören Sie doch mal auf den Leuten immer nutzlose 4er Karten aufzuschwatzen. Man braucht EINE Fahrkarte und keine 4, die dann Jahrelang rumliegen. So bezahlt man ja für eine Fahrt noch mehr als mit nem Einzelfahrschein.
    Wo bleibt denn die Tageskarte für 1 Euro (365 EUR Ticket)
    Ich würde nicht mal Bahn fahren, wenn es umsonst wäre. Die meisten Fahrgäste sind mir einfach zu wider.

  2. 50.

    ich höre von den Verantwortlichen, die Ticket Preise würden um 3,3% erhöht? Wenn heute eine Tageskarte Zone AB 7,00 Euro kostet, und ab Januar 2020 8,60 Euro, sind das 25% und nicht 3,3% ?

  3. 49.

    Hamburg Monatskarte AB: 89,50€
    Hamburg Einzelfahrt AB: 3,30€
    Das nennen Sie deutlich billiger?

  4. 48.

    Es ist einfach an der Zeit teure Doppelstrukturen zu beseitigen. Wie man aus Wien lernen kann, ist aber der Pries kein besonderes Kriterium. Es ist die Quantität und Qualität.

  5. 47.

    Das ist peinlich jetzt fahren noch mehr mit den Auto die Bahn ist auch noch unpünktlich und wir reden von Klimaschutz
    Naja was soll man von SPD und Linkspartei erwarten

  6. 45.

    Jetzt wird es mir klar,warum Fahrkarten,Gasag usw. teurer wird.Damit sich unsere Abgeordneten 60% mehr Diäten geben können.Wenn sie mal keine Diäten bekämen würden sie wahrscheinlich am hungertuch nagen.Was auch nicht schaden würde.

  7. 44.

    Auf ein Machtwort der regierenden Milchsemmel brauchen wir wohl nicht zu warten. Der profiliert sich nur mit peinlichen Seitenhieben gegen Senatskolleginnen. An einen attraktiven also auch günstigen ÖPNV hat er kein Interesse.

  8. 43.

    Ich sehe das hier wie die meisten - es ist einfach ein mieses Zeichen des Verkehrsverbundes, zu Zeiten, wo alle den Klimanotstand ausrufen, die Fahrpreise zu erhöhen. Ich bin nur Gelegenheitsfahrer, aber es bricht mich wirklich an, wenn ich mal die Öffis benutze (meist im Winter bei Schnee und Eis - wenn ich nicht mit dem Fahrrad fahren kann) aus dem bahnhof zu stehen und dann zu hören; das wegen...bla, bla, bla der Zug ausfällt...Verspätung hat und, und, und.
    Fakt ist aber auch, dass die kostenlosen Schülertickets (seit diesem Schuljahr) auch irgendwie finanziert werden müssen.
    Trotzdem bin ich der Meinung, dass eine Senkung der Fahrpreise eine größere Kundschaft anziehen würde. Und somit dann auch wieder mehr Geld in die Kasse kommt.
    Aber vielleicht liege ich auch ganz falsch und wir sollten den Fokus auf die Diätenerhöhung unseres Senates schauen - 60%!!! - eventuell steigen dann ja die Preise noch mehr???

  9. 42.

    "Wegen der Verkehrswende würden immer mehr Autofahrer auf etwa Züge, Busse und Trambahnen umsteigen. Außerdem wachse Berlin und der Speckgürtel, was den Druck noch weiter steigere. "Um die Attraktivität zu steigern, muss in Zukunft noch mehr in Personal und Infrastruktur investiert werden", so Arndt."

    Ohje, dann hoffe ich mal, dass möglichst wenige Menschen das Auto stehen lassen, denn nach dieser Logik bedeuten immer mehr Fahrgäste immer höhere Fahrpreise.

    (Das ist vermutlich Wirtschaftslogik à la Gewerkschaften. Ich empfehle, mal "Neue Heimat", "Co op" und "Bank für Gemeinwirtschaft" zu googeln.)

  10. 41.

    HALLO POLITIK: AUFWACHEN!
    - Nahverkehrstickets und Tarife abschaffen
    - Steuer- und Abgabenfinanzierung einführen (1 - 2 Euro/Tag)
    - höhere Subventionen für Bahn und Bus anstatt Straßen und Autos

  11. 39.

    Ganz genau, das war mal Lachnummer mit dem 365 Euro Ticket des RRG Senats. Das Geld dafür wird nie da sein. Mit diesen Luftpumpen im Senat wird Berlin nie die Verkehrswende schaffen.

  12. 37.

    Schade, dass ich schon lange nicht mehr grün wähle und auch bereits vor Jahren aus der Gewerkschaft ausgetreten bin.

    Verdi zeigt eindrucksvoll, dass dieser Laden nur daran interessiert ist, die Einzel- und Spezialinteressen seiner Mitglieder zu vertreten.

    Und weder aus dieser Ecke noch von Rot-Rot-Grün möchte ich in Zukunft irgendein Gesülze hören über den Klimawandel und was sich angesichts dessen alles ändern müsste.

  13. 35.

    Haben Sie mehr als nur die Schlagzeilen gelesen? "Ich will Schritt für Schritt auch das Ziel verfolgen, ein Jahresticket für den öffentlichen Personennahverkehr für 365 Euro anbieten zu können." waren seine Worte gegenüber der NZZ. Der Artikel mit dem Interview enthält noch über 2.500 Wörter zu anderen Themen, aber kein "sofort einführen"

  14. 34.

    Also vom Müller-Vorschlag , dem 365 € - Jahresticket für Berlin habe ich jetzt nichts mehr gelesen.
    Nicht vertagt sondern vom Tisch?

  15. 33.

    Ist das der Beitrag der BVG zum Umweltschutz.
    UNFASSBAR

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