Ein FlixTrain hält auf der neuen Verbindung Berlin - Köln (Quelle: dpa/Stratenschulte)
Bild: dpa/Stratenschulte

Richtung Köln und Stuttgart - Flixtrain baut Angebot auf Berliner Strecken weiter aus

25 Jahre ist die Bahnreform nun alt - doch noch immer bestreitet die Deutsche Bahn 99 Prozent des Fernverkehrs. Einzig und allein Flixtrain bietet der Staatsbahn die Stirn und erweitert nun sein Angebot - auf den Strecken von Berlin nach Köln und Stuttgart.

Das Reiseunternehmen Flixtrain erweitert ab Dezember sein Angebot im Bahn-Fernverkehr. Sieben neue Ziele sollen zum Fahrplanwechsel ans bestehende Fernzugnetz angebunden werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Neue Stationen in Thüringen

So sollen auf der Strecke Berlin-Stuttgart die Stopps Halle (Saale), Erfurt, Eisenach und Gotha hinzukommen. "Wir hatten immer das Ziel, unser Schienenangebot allen Menschen zugänglich zu machen. Mit sieben neuen Halten zum Fahrplanwechsel sind wir diesem Ziel wieder einen Schritt nähergekommen", sagte André Schwämmlein, Mitgründer und Geschäftsführer vom Flixtrain-Betreiber FlixMobility. Auch Fahrgäste aus Leipzig und Lutherstadt Wittenberg können jetzt mit dem FlixTrain unter anderem nach Berlin, Dortmund oder dem ebenfalls neuen Halt Aachen reisen. Abfahrten werden bis zu zweimal pro Tag und Richtung angeboten.

Auf der Flixtrain-Strecke zwischen Hamburg und Köln will das Unternehmen schneller unterwegs sein. "Auf der neuen Expressverbindung dauert die Fahrt zwischen beiden Städten nur noch gut dreieinhalb Stunden", teilte Flixtrain mit. Bislang waren Reisende dort je nach Verbindung laut Fahrplan-Auskunft mindestens vier Stunden unterwegs.

Neue Flixtrain Haltepunkte (Quelle: rbb|24)
Neue Haltepunkte Bild: rbb|24

Neue Verbindung zwischen Hamburg und Stuttgart

Zudem bietet Flixtrain ab dem Frühjahr kommenden Jahres eine neue Verbindung zwischen Hamburg und Stuttgart an. "Die Strecke wird über Hannover, Göttingen, Kassel-Wilhelmshöhe, Fulda, Frankfurt, Darmstadt und Heidelberg führen", hieß es. Bis zum Sommer sollen demnach drei Abfahrten pro Tag und Richtung angeboten werden. Flixtrain ist die Zugsparte des Unternehmens Flixmobility, das den Markt für Fernbusreisen in Deutschland mit seiner Markte Flixbus dominiert.

Nach Flixtrain nun Rheinjet?

Während im Regional- und Güterverkehr neben der Deutschen Bahn bereits zahlreiche Wettbewerber unterwegs sind, ist der Fernverkehr bislang weiter fest in der Hand des Staatskonzerns: Flixtrain ist bislang der einzige Konkurrent. Anfang September hatte allerdings das Unternehmen Rheinjet aus Meerbusch bei Düsseldorf angekündigt, ab Anfang November eine Zugverbindung zwischen Stuttgart, München und Frankfurt anzubieten. Ein Zug soll dabei die drei Städte alle zwei Wochen freitags nacheinander anfahren, hieß es.

Weder der neue Wettbewerber noch der nun angekündigte Angebotsausbau von Flixtrain dürften am hohen Marktanteil der Deutschen Bahn im Fernverkehr allerdings viel ändern: Dieser lag jüngst laut Monopolkommission bei 99 Prozent.

Sendung: Abendschau, 09.10.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

12 Kommentare

  1. 12.

    Die Konkurrenz in Niedersachsen, Nordhessen und anderen Regionen "kämpft" nur alle paar Jahre miteinander, bei den Ausschreibungen. Die Weiterfahrten der niedersächsischen Landesbahn werden aber in Göttingen angesagt wie in Kassel die Züge der Niederländischen Staatsbahn Erwähnung finden etc. Hier in Berlin bleibt glücklicherweise ein*e RE/RB ein*e RE/RB, auch wenn den die Ex-Hamburger Hochbahn- oder Landes-Beteiligung bedient.

    Gerade bei Flixtrain gibt es neben der fehlenden gegenseitigen Fahrkartenanerkennung andere, wesentlich gravierende Nachteil:
    Deren geplanter FV hatte bereits getaktete Nahverkehrszüge verdrängt, u.a. zwischen Köln und Frankfurt.
    Der Deutschlandtakt könnte ebenfalls durch Flix behindert werden.
    Immerhin hat Flix mehr Kapital in der Hinterhand, um anders als Locomore nicht gleich bei einer Häufung von Fahrgastrechtefällen die Hand heben zu müssen. Rheinjet halte ich für eine Luftnummer wie es auch das tote Projekt "Deinschnellzug.de" war.

  2. 11.

    Sie haben absolut keine Ahnung von Eisenbahnbetrieb..eine Firma die Mitarbeiter möchte zahlt nicht nach GDL Tarifen..Mitarbeiter sind der kleinste Faktor.

  3. 10.

    Ohne das ausdrücklich erwähnt zu haben, geschah mein Eintrag vor dem Hintergrund von Flixtrain, aber nicht ausschließlich bezogen auf Flixtrain. Gemeint hatte ich damit andere Verkehrsgesellschaften, die tatsächlich Mitglied des Tarifverbundes sind, ganz speziell bei einer Fahrt durch Nordhessen und Niedersachsen.

  4. 9.

    Solche Ansagen sind Dienst ab den eigenen Kunden. Da Flixtrain nicht Mitglied des Eisenbahn-Tarifverbundes ist, gibt es auch keine Kunden, die mit einer Fahrkarte zuerst mit Flixtrain nach Berlin kommen und dann mit der gleichen Fahrkarte in einen ODEG steigen.

  5. 8.

    So sinnvoll die abverlangte und eingeführte Transparenz bei der Bahn seinerzeit war und ist, für so unsinnig halte ich das das Konkurrieren mehrerer Verkehrsunternehmen parallel zueinander. Jeder Mensch kann es bereits an den Ansagen und an den Anzeigen innerhalb der Züge erkennen: Verwiesen wird immer nur auf Anschlüsse innerhalb des jeweiligen Unternehmens. Alles andere würde angeblich das System sprengen. Immerhin geben die Anzeigetafeln auf den großen Bahnhöfen noch das ganze Zugangebot wieder.

  6. 7.

    Und leider der nächste schlecht recherchierte Beitrag hier.

    Flixtrain betreibt keinen einzigen Zug, Flixtrain ist kein EVU.

    Wenn man sich auch nur ein Stück mit "Rheinjet" befasst bekommt man innerhalb weniger Minuten heraus, dass das eine große Luftnummer ist, die der Geschäftsführer seit Jahren unter wechselnden Namen immer wieder fortführt.
    ..

  7. 6.

    Tja berliner Strecken und lukrative Strecken. Und wer zwingt die auch die Fläche zu bedienen wo am Tag 3 Leute einsteigen, so wie es die BD machen muss.
    Und bezahlen tun die sicher auch weniger an die Mitarbeiter.
    "Konkurrenz ist meistens gut für die Kunden." Mag sein, aber nicht für die Mitarbeiter und irgendwie ist jeder Kunde auch irgendwo selbst ein Mitarbeiter. Hier kommt also schon deutlich der Egoismus und die Scheinheiligkeit hoch.
    Geiz ist geil, ich will billige Tickets ob Bahn oder Flug, billige Butter, billige Brötchen und am Ende erzeugt das billige Löhne.

  8. 5.

    Leider habe ich mit dem Flixtrain so schlechte Erfahrungen gemacht, dass er für mich als Alternative nicht mehr in Frage kommt. Etliche Erfahrungsberichte im Internet haben meine eigenen Eindrücke bestätigt, also hatte ich nicht einfach mal nur Pech, sondern ausgefallene/falsch abfahrende Züge, Fehlinformationen, Dreck und unbenutzbare/defekte Toiletten scheinen da gang und gäbe zu sein.

  9. 4.

    Ausgerechnet Sie verteidigen Raubtierkapitalisten wie Flixmobility?

    Dem Rgeinhet gebe ich keine Chance. Werbung jenseits der Pressekontakte habe ich nicht gehen. Die ABB sehen aus wie auf die Schnelle zusammenkopiert und der dargestellte Zug hat keine Zulassung für Deutschland. Die Kapitaldecke dürfte noch dünner als bei Locomore sein. Ein ausgefallener Zug dürfte wegen denen wegen der Kosten für die Fahrgastrechte das Genick brechen. Einen starken Partner suchen die noch.

  10. 1.

    "Einzig und allein Flixtrain bietet der Staatsbahn die Stirn" - was soll denn diese formulierung? muss da jemand die stirn bieten, oder was? warum darf die bahn die strecken nicht allein abdecken? muss immer alles so kompliziert wie möglich sien?

    herzlich willkommen in der hauptsache-die-bahn-ist schuld-welt!

Das könnte Sie auch interessieren